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03.04.2019

FC Augsburg und RB Leipzig – ein weiteres Kapitel der Dauerfehde

Nach dem Pokalspiel zwischen dem FC Augsburg und RB Leipzig gingen Augsburgs Sportgeschäftsführer Stefan Reuter und Leipzigs Fußball-Boss Oliver Mintzlaff aufeinander los.
Bild: mdr (Screenshot)

Plus Das Viertelfinale zwischen Augsburg und Leipzig verdeutlicht, wie zerrüttet das Verhältnis der beiden Bundesligisten ist. Der Sport rückt in den Hintergrund.

Stefan Reuter und Oliver Mintzlaff bemühten sich gar nicht erst, ihre gegenseitige Abneigung im Verborgenen auszutragen. Beobachtet von über fünf Millionen Fernsehzuschauern und über 25.000 Stadionbesuchern gingen die Verantwortlichen des FC Augsburg und des RB Leipzig nahe der Seitenlinie aufeinander los. Reuter schubste seinen Kontrahenten weg, wer weiß, wie die Auseinandersetzung geendet hätte, wäre nicht Augsburgs Co-Trainer Jens Lehmann dazwischengegangen. „Hau ab!“ war an Reuters Lippen abzulesen, untermauert durch den Zeigefinger, der Mintzlaff den Weg weisen sollte.

Beruhigen wollte sich Reuter an diesem Abend nicht mehr. Keine Kamera und kein Mikrofon ließ der 52-Jährige im Nachgang des 1:2 aus, um gegen den RB-Geschäftsführer zu ätzen. „Zu Oliver Mintzlaff möchte ich nichts mehr sagen, der braucht mir auch nicht mit einer Entschuldigung zu kommen“, polterte Reuter. „Das, was er gemacht hat, kann ich nicht akzeptieren.“

Stefan Reuter widerspricht Oliver Mintzlaff

Nach dem Schlusspfiff der aufwühlenden Begegnung lief Mintzlaff Richtung Augsburger Bank und beschwerte sich massiv über das Verhalten der FCA-Verantwortlichen. Ständig hätten diese ihre Coaching-Zone verlassen und sich im Bereich der Leipziger aufgehalten. Allein sieben Mal sei das in der Verlängerung der Fall gewesen, zählte Mintzlaff später auf. „Ich bin zu Jens Lehmann gegangen und habe ihm gesagt, dass das so nicht geht“, erklärte der 43-Jährige. Mit Fairplay hätte dies nichts zu tun gehabt, dies hätte er Lehmann in ruhigem Ton gesagt. Soweit Mintzlaffs Version.

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Dieser Beschreibung widerspricht Reuter entschieden. Vielmehr sei Mintzlaff direkt auf ihn zugerannt. „Es ist eine bodenlose Frechheit, wie er sich verhalten hat. Anstatt sich mit seiner Mannschaft zu freuen, stürmt er in unsere Coaching Zone direkt zu unserer Bank und sagt: ‘Was wir hier in Augsburg veranstalten, ist ein Unding.’ Ich finde, man sollte mit Anstand verlieren, aber hier hat man gesehen, dass man mit extremer Arroganz gewinnt.“

Seit Jahren sind Leipzig und Augsburg Konkurrenten

Nicht nur an der Seitenlinie eskalierte die Situation, ebenso auf dem Rasen. Selbst nach 120 Minuten sportlichen Kampfes ließen die Protagonisten nicht voneinander. Auslöser war ein Schubser des Augsburgers Jeffrey Gouweleeuw. RB-Trainer Ralf Rangnick war dem Profi zuvorgekommen, als dieser den Schiedsrichtern die Hand reichen wollte. Leipzigs Trainer spürte einen „leichten Bodycheck“, wie er erzählte. Emotionen bahnten sich ihren Weg, glückliche Leipziger trafen auf verärgerte Augsburger. Die Folge: eine Rudelbildung, die sich erst nach wenigen Minuten auflöste.

Die Begleiterscheinungen des Viertelfinalspiels betteten sich ein in eine Reihe konfrontativer Begegnungen zwischen den Klubs aus Augsburg und Leipzig. Seit Jahren pflegen die Bundesligisten ein spezielles Verhältnis. Verantwortliche beider Klubs lassen keine Gelegenheit aus, ihre gegenseitige Antipathie auszuleben.

So zählt FCA-Präsident Klaus Hofmann zu den schärfsten Kritikern des Fußballkonstrukts, das auf den Millionen eines Brause-Herstellers basiert. Bevorzugt lässt sich Hofmann auf Hauptversammlungen für Anti-Leipzig-Aussagen feiern. Legendär sein Spruch zur Amtseinführung: „Ich freue mich über jede Leipzig-Niederlage und trinke darauf ein Bier.“

FCA-Präsident Hofmann würde RB die Lizenz entziehen

Ein anderes Mal forderte Hofmann, Leipzig dürfe keine Lizenz bekommen. Bei der gleichen Veranstaltung hatte der FCA-Boss erzählt, die Nichtabstiegsfeier hätte für ihn betrunken auf einer Parkbank geendet. Woraufhin ein RB-Sprecher antwortete: „Vielleicht kommen ihm diese Einfälle nachts auf Augsburger Parkbänken.“

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So krachte es nach dem Abpfiff zwischen Augsburg und Leipzig
Bild: Ulrich Wagner

Im September 2016 wollten die Leipziger Augsburgs Präsident in einem Heimspiel beinahe aus der RB-Loge werfen, weil dieser „permanent den Mittelfinger gezeigt“ hätte und geschrien hätte „Jawohl, jetzt liegt er am Boden“, als ein Leipziger Spieler auf dem Rasen lag. So die damalige Schilderung Mintzlaffs.

Die Augsburger Ultras leben ihre Feindschaft zu Leipzig wiederholt dadurch aus, dass sie Auswärtsspielen in Leipzig fernbleiben. In Erinnerung geblieben ist zudem die obszöne Geste des Augsburgers Daniel Baier in Richtung des damaligen Trainers Ralph Hasenhüttl. Eineinhalb Jahre ist das her.

Diesmal reagierten die Spieler nach der hitzigen Begegnung erstaunlich unaufgeregt. FCA-Kapitän Baier meinte nur, Emotionen gehören dazu. „Jetzt können wir uns wieder in die Augen schauen.“ RB-Kapitän Willi Orban pflichtete ihm bei. „Es war alles im Rahmen. Nichts Schlimmes“, sagte er. Reuter und Mintzlaff sahen das anders.

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05.04.2019

Vielleicht sollte man sich mal die Frage stellen in welcher Sportart es die meisten Rüpel gibt, und zwar unter den Sportlern selbst als auch unter den Funktionären....

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04.04.2019

Es ist nicht immer leicht, ein guter Verlierer zu sein.
Aber es scheint fast, als sei es manchmal noch schwieriger, ein guter Gewinner zu sein.

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