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FC Augsburg

16.06.2020

FC Augsburg vor dem Klassenerhalt: Warum Glückwünsche noch unerwünscht sind

Stefan Reuter (links) und  Heiko Herrlich mit Spieler Ruben Vargas.
Bild: Kai Pfaffenbach, dpa

Plus Nach dem 1:0 in Mainz gibt es nur noch theoretische Zweifel am Klassenerhalt des FC Augsburg in der Bundesliga. Doch feiern will beim FCA noch niemand.

Die ersten Gratulanten zum Klassenerhalt bekamen am späten Sonntagnachmittag von den Verantwortlichen des FC Augsburg nach dem 1:0 (1:0)-Auswärtssieg beim FSV Mainz 05 noch einen Korb. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass die maßgeblichen Mitkonkurrenten Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf in den noch ausstehenden drei Spielen sieben Punkte aufholen werden, doch FCA-Trainer Heiko Herrlich gab den Mahner: „Rein rechnerisch ist noch alles möglich, deswegen schauen wir nur auf uns.“ Auch Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter wiegelte ab, aber mit etwas weniger Nachdruck als sein Chef-Angestellter: „Natürlich war es ein Riesenschritt.“ Trotzdem sei man „aber weit davon entfernt, einen Gang rauszunehmen. Im Gegenteil, wir müssen noch zulegen.“

Denn am liebsten würde der FCA bereits am Mittwoch (20.30 Uhr) zu Hause gegen die TSG 1899 Hoffenheim aus eigener Kraft das Ticket für die zehnte Saison in der Bundesliga lösen. Mit einem Sieg oder Unentschieden wäre die Mission Klassenerhalt vorzeitig erfüllt. Sollten Bremen (gegen München) und Düsseldorf (in Leipzig) verlieren, könnte sich der FCA sogar eine Niederlage leisten. Groß gefeiert wird in der WWK-Arena aber wohl nicht. Mit wem auch? Fans sind weiter ausgeschlossen. Eine Party ohne Gäste macht keinen Spaß.

Trotzdem können Geisterspiele, gerade im Abstiegskampf, eine emotional aufgeladene Angelegenheit sein. Das zeigte sich im Duell der direkten Abstiegskandidaten, das alle erdenklichen Zutaten hatte, um ein ausverkauftes Mainzer Stadion zum Beben zu bringen: ein Blitztor von FCA-Top-Torjäger Florian Niederlechner, der nach nur 43 Sekunden seine 858 Minuten lange Ladehemmung ablegte. Einen FCA, der es danach versäumte, mit dem 2:0 alles klarzumachen und dann am Ende mit Mann und Maus und mit einem wieder einmal bestens aufgelegten Torhüter Andreas Luthe das 1:0 verteidigte. Luthe selbst war am Ende so erleichtert über sein drittes Zu-null-Spiel nach der Corona-Pause, dass er Schiedsrichter Marco Fritz entgegen aller Hygienemaßnahmen heftigst umarmte, als dieser von ihm den Ball forderte, um abpfeifen zu können.

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Dass es für beide Teams um alles ging, zeigte sich auch an den Tätigkeitsberichten der Mannschaftsärzte und Sanitäter. So musste bereits nach wenigen Minuten nach einem Zusammenprall der Mainzer Levin Öztunali am Hinterkopf getackert und Philipp Max über dem rechten Auge genäht werden. Der FCA-Linksverteidiger spielte mit einem Turban aber durch.

Viel schlimmer traf es den Mainzer Taiwo Awoniyi. Der 22-jährige Nigerianer war nach 17 Minuten nach einem Luftzweikampf mit Felix Uduokhai bewusstlos auf dem Boden aufgeprallt. Später wurde in der Mainzer Uniklinik eine schwere Gehirnerschütterung diagnostiziert. Er musste über Nacht dortbleiben, doch am Montag kam die Entwarnung. Awoniyi geht es besser, kommt in dieser Woche aber nicht mehr zum Einsatz.

Hoch her ging es auch immer wieder zwischen FCA-Trainer Heiko Herrlich und seinem Kollegen Achim Beierlorzer. Immer wieder gerieten Herrlich und Beierlorzer, der 2017 bei Jahn Regensburg die Nachfolge von Herrlich angetreten hatte, verbal aneinander.

Der eine (Beierlorzer) kommentierte fast ununterbrochen das Geschehen auf dem Spielfeld, der andere (Herrlich) brachte seinen Kollegen so richtig in Rage, als er mit einem ins Spielfeld beförderten Ball den Spielfluss unterbrach. Absichtlich, meinte Beierlorzer, ungeschickte Ballbehandlung verteidigte sich der Ex-Nationalspieler Herrlich nach dem Spiel. Auf jeden Fall herrschte lautstarker Gesprächsbedarf beider Lager so lange, bis Schiedsrichter Fritz der Kragen platzte und er beide Seiten mit einem Machtwort zur Räson brachte. Doch nach dem Schlusspfiff war der Pulverdampf schnell verraucht, es geht ja Schlag auf Schlag weiter. Mainz muss in Dortmund ran, der FCA erwartet Hoffenheim.

FCA treibt Kaderplanung voran - kommt Daniel Caligiuri?

Gut möglich, dass am Mittwoch dann Kapitän Daniel Baier wieder mit dabei ist. Der konnte nach überstandener Angina zwar vor dem Mainz-Spiel zweimal trainieren, aber er fühlte sich selbst für einen Kaderplatz noch nicht fit genug und sagte Herrlich ab.

Baier, da braucht man kein Prophet zu sein, wird auch in der kommenden Saison auf seine Einsatzzeiten kommen. Sein Vertrag läuft bis 2021. Auch sonst kann Geschäftsführer Stefan Reuter die Personalplanungen nun weiter vorantreiben. So bestätigte der Geschäftsführer nun gegenüber unserer Redaktion die Verpflichtung von Innenverteidiger Felix Uduokhai. Wolfsburg hatte schon vor ein paar Tagen diese veröffentlicht. „Wir haben es ja nicht dementiert. Wir haben die Kaufoption gezogen und freuen uns, dass er weiterhin in Augsburg mit an Bord ist. Zu anderen Spielern äußern wir uns aber definitiv nicht.“ Das geschehe erst nach der Saison.

So ließ er die Spekulationen um die möglichen Verpflichtungen von Tobias Strobl (Gladbach) und Daniel Caligiuri (Schalke 04) unkommentiert. Dem FCA wird auch Interesse an den Rechtsverteidigern Kevin Ruegg (FC Zürich) und Deyovaisio Zeefuik (FC Groningen) nachgesagt. Allerdings haben die beiden auch Bundesliga-Konkurrenten auf der Einkaufsliste. So soll Hertha seine Fühler nach Zeefuik ausgestreckt haben. Ob da ein vorzeitiger Klassenerhalt als wirksames Wechselargument noch reicht, wird man erst in den nächsten Wochen sehen.

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