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FC Augsburg

19.03.2020

FCA-Geschäftsführer: "Ziel muss es sein, die gesamte Liga zu retten"

Stefan Reuter blickt, wie so viele derzeit, einer ungewissen Zukunft entgegen. Er hofft aber, dass die Bundesligasaison zu Ende gespielt werden kann.
Bild: Ulrich Wagner

Stefan Reuter, Geschäftsführer des FC Augsburg, spricht über die Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Fußball-Bundesligisten.

Lange Zeit war es still gewesen um den FC Augsburg. Gewollt still. Es gab nichts zu sagen, während sich die Corona-Krise immer mehr in den Alltag drängte und auch für eine Pause in der Fußball-Bundesliga sorgte. Nun aber hat sich Stefan Reuter bei Sky Sport News HD geäußert. Per Skype war er zugeschaltet. "Die Gesundheit aller steht im Vordergrund", betonte Reuter immer wieder. Deshalb haben sich die Augsburger entschieden, ihre Profispieler erst einmal bis Montag weiter individuell trainieren zu lassen. Die Akteure haben Trainingspläne und Pulsuhren mit nach Hause bekommen. "Der Athletik-Trainer kann so überprüfen und Tipps oder Hilfestellungen geben", erklärte Stefan Reuter.

Trotz Corona-Krise: Bald wieder zurück auf den Platz

Grundsätzlich aber sei es wichtig, bald wieder auf den Platz zurückzukehren. "Jeder Profisportler will sich, so gut es geht, fit halten. Wenn er zwei Tage Ruhe geben muss, wird er unruhig und es kribbelt", sagte Reuter. Es sei "für jeden Spieler angenehmer, auf dem Platz was zu machen. Das sind Fußballer, die haben gerne den Ball am Fuß." Ab Montag könnte das wieder möglich sein, wenn die Augsburger in Gruppen auf dem Platz trainieren wollen. Aber nur "unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen", wie Reuter betonte. "Jetzt haben wir die Möglichkeit, das organisatorisch bis Montag optimal hinzukriegen", führte der Manager weiter aus. Eine Maßnahme könnte sein, dass sich die Spieler nicht schon in der Kabine treffen, sondern erst auf dem Platz. Und auch dort den nötigen Sicherheitsabstand einhalten.

FCA-Geschäftsführer: Schwierige Situation für Trainer Herrlich

Besonders schwierig sei die Situation für Heiko Herrlich. Der neue Trainer ist erst seit gut einer Woche im Amt, er wollte schnellstmöglich beim FCA ankommen und alle Spieler intensiv kennenlernen. "Heiko wollte etwas bewegen und für Stimmung im Stadion sorgen. Er wollte, dass das Team wieder so auftritt, wie es über Jahre der Fall war, so wie die Fans den FCA sehen wollen. Das ist aktuell natürlich sehr schwierig." Vorerst bis zum 2. April ist der Spielbetrieb in der Bundesliga ausgesetzt, wie es danach weitergeht, ist noch völlig offen.

Ab 1995 spielte er für den BVB, wo er 128 Spiele machte und 40 Tore erzielte. Seine Ablöse betrug damals 11 Millionen DM - Rekord. Bevor er 2000 einen schweren Schicksalschlag erlitt.
9 Bilder
Das ist Heiko Herrlich: Die Karriere des neuen FCA-Trainers
Bild: dpa (Archiv)

Stefan Reuter: "Alles daran setzen", die Liga zu Ende zu spielen

"Ziel muss es sein, die gesamte Liga zu retten", meinte Reuter. Der FCA habe in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und sei gut aufgestellt. "Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Reserven aufgebraucht sind", sagte der 53-Jährige. Deshalb ist klar: Das große Bestreben ist es, die Liga irgendwie zu Ende zu spielen. "Daran werden wir alles setzen", versprach Reuter, "ich habe die große Hoffnung, dass es uns durch die verordneten Maßnahmen gelingt, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, und es wieder möglich sein wird, Fußballspiele zu sehen." Zumindest im Fernsehen. Denn sollte die Saison tatsächlich weitergehen, dann wohl nur ohne Zuschauer. Geisterspiele also würden zumindest kurzzeitig zum Alltag in der Liga werden. "Ein Großteil der Bevölkerung würde sich freuen, wieder Spiele sehen zu können, auch wenn es nur über TV möglich ist", sagte Reuter. Die Klubs hätten den Vorteil, dass sie durch die Übertragungen das TV-Geld sicher hätten. Das ist eine ganz entscheidende Einnahmequelle für alle Vereine.

So schwer die Situation derzeit auch sei, sie schweiße zusammen, so Reuter. Jeder müsse nun seinen Teil beitragen. Auf Solidarität und Hilfe komme es an. Stefan Reuter ist sich sicher, dass sich der Fußball verändern werde. "Jeder ist jetzt nachdenklicher geworden", sagte Reuter. Auch der Transfermarkt werde ein völlig verändertes Gesicht zeigen. Zuletzt waren die Ablösesummen immer stärker gestiegen. Das könnte nun ein Ende haben. Das Geld wird überall knapp. In welchem Ausmaß aber, darüber wollte auch Reuter nicht spekulieren.

Eines aber war dem FCA-Geschäftsführer noch ganz wichtig: "Wir sollten optimistisch sein, dass wir die Krise gemeinsam überstehen können." Aber nur gemeinsam, wie Stefan Reuter immer wieder betonte. Wenn sich jeder an die öffentlichen Vorgaben halte und weitgehend zu Hause bleibe. Auch die FCA-Spieler seien in Sorge. Weniger um sich selbst, mehr um ihre Familien und Mitmenschen.

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Wie verändert sich die Arbeit von Journalisten in Zeiten des Coronavirus? In einer neuen Folge unseres Podcasts geben wir einen Einblick.

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