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FC Augsburg

29.09.2020

FCA-Neuzugang Daniel Caligiuri verkörpert Wille und Leidenschaft pur

Daniel Caligiuri feiert sein Tor gegen Dortmund mit jeder Faser seines Oberkörpers.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Beim 2:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund ist Caligiuri an beiden Toren beteiligt. Und in seinem 300. Bundesligaspiel füllt er auch eine andere Rolle perfekt aus.

Daniel Caligiuri, 32, spielt seit zehn Jahren in der Bundesliga. Die vergangenen drei Jahre davon für Schalke 04. Die innige und von den Spielern auch ein wenig inszenierte Hassliebe zu Borussia Dortmund hat er auch mit zum FC Augsburg genommen.

Obwohl der Deutsch-Italiener in Villingen-Schwenningen, im beschaulichen Schwarzwald, geboren ist. Doch das spielt genauso wenig bei der Revier-Rivalität eine Rolle wie die Tatsache, dass er sein sechstes Tor gegen die Borussia in seinem erst zweiten Spiel im FCA-Trikot erzielte. "Es ist immer schön, gegen Dortmund zu treffen, vor allem als Ex-Schalker. Dass es am Ende zum Sieg gereicht hat, ist umso schöner", sagte er nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg bei Sky.

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Bild: Ulrich Wagner

Caligiuri war in den letzten sieben Partien an neun Toren beteiligt

Das 2:0 hatte er in der 54. Minute nach einem lehrbuchmäßigen Konter selbst erzielt, das 1:0 (40.) mit einer präzisen Freistoßflanke auf Felix Uduokhai vorbereitet. Scharf, mit viel Effet zum Tor hin und darum kaum zu verteidigen, hatte er den Ball mit seinem starken Fuß nach innen getreten.

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Zwei Scorerpunkte gegen seinen Lieblingsgegner Dortmund, in den letzten sieben Partien war er an neun Toren beteiligt, besser hätte Caligiuri sein 300. Bundesligaspiel nicht feiern können. Es waren aber nicht nur die zwei Scorerpunkte, die Caliguiri neben dem an diesem Nachmittag unbezwingbaren Torhüter Rafal Gikiewicz zum Matchwinner avancieren ließ.

Der Routinier war einer der Schlüsselspieler bei der Umsetzung der Vorgaben von Trainer Heiko Herrlich. "Wir wollten solange wie möglich die Null halten und auf unsere Konterstärke setzen. Wir haben heute sehr, sehr stark gegen den Ball gearbeitet und in meinen Augen auch nicht so viel zugelassen", beschrieb Caligiuri  das Erfolgsrezept gegen die hochbegabte Offensiv-Rasselbande um Erling Haaland.

80 Prozent Ballbesitzt nützt dem BVB nichts

Die Dortmunder hatten zwar 80 Prozent Ballbesitz, doch gelang es ihnen kaum, sich in die torgefährliche Zone vorzuarbeiten. Caligiuri gab dabei oft den Takt vor.

Erstens, weil der rechte Flügelspieler auf seiner Seite immer wieder seinen Abwehrkollegen Raphael Framberger beim Doppeln half und so die gefährdeten Flanken schloss. Am Ende war er 11,5 Kilometer gelaufen. Zweitens, weil er sich mit seiner Ruhe am Ball und seiner physischen Stärke immer wieder als Wellenbrecher positionierte. 17 Zweikämpfe gewann er, den wichtigsten davon in der 54. Minute.

"Wie er bei seinem Tor kreuzt und seinen Körper dazwischen bringt, war klasse", lobte Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter seinen Neuzugang. Bei seinem Torjubel zeigte Caligiuri die Körpersprache, die die FCA-Verantwortlichen in dieser Saison wieder öfters sehen wollen. Als er seine Faust ballte und jede Faser in seinem muskulösen Oberkörper anspannte, verkörperte er Wille, Leidenschaft, und Gier auf den Erfolg in einem Moment.

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Caligiuri füllt Vakuum nach Philipp-Max-Transfer

Genau darum hatte Stefan Reuter im Verborgenen verhandelt und am Ende das Rennen um den ablösefreien Profi gemacht, der seinen Vertrag auf Schalke einfach auslaufen ließ, weil er kein adäquates Angebot bekommen hatte.

Natürlich ist ein Drei-Jahres-Vertrag für einen 32-Jährigen nicht ohne Risiko und natürlich wird Caligiuri nicht mehr wie ein 22-Jähriger 90 Minuten die Außenlinie rauf und runter sprinten. Aber schon jetzt scheint er eine weitere wichtige Rolle auszufüllen, die ihm Reuter zugedacht hat. Einer der Anführer auf und neben dem Platz sein. "Es soll eine neue Hierarchie entstehen, dazu brauchen wir auch erfahrene Jungs", beschreibt Reuter den Ansatz, warum er Ü-30-Spieler wie Gikiewicz, Tobias Strobl und eben auch Caligiuri verpflichtet hat. "Sie haben vom ersten Tag an gezeigt, dass sie sehr viel Persönlichkeit mitbringen, dass sie Ruhe und Selbstbewusstsein ausstrahlen. Unser Kader funktioniert fantastisch."

Mit Caliguiri hat man auch noch einen Standardspezialisten dazugeholt, der das Vakuum nach dem Philipp-Max-Transfer anscheinend problemlos füllen kann. Schon vor einem Jahr hatte Caligiuri diese Fähigkeit in der WWK-Arena gezeigt. Als Schalke im November 3:2 gewann, bereitete er zwei Tore mit präzisen Freistoßflanken vor.

Nicht nur darum sollte am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) Wolfsburg gewarnt sein. Fünf Mal hat er gegen den VfL schon getroffen. Und es ist auch ein Ex-Klub von ihm.

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