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FC Augsburg

16.05.2020

FCA-Stadionsprecher Störmann sagt jetzt für seine Nachbarn Tore an

Rolf Störmann ist Stadionsprecher des FC Augsburg - und wird wegen der Corona-Krise erstmals seit 14 Jahren ein Heimspiel des FCA verpassen.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Vor 14 Jahren wurde Rolf Störmann Stadionsprecher des FC Augsburg - und war seitdem bei allen Heimspielen dabei. Wegen Corona fehlt er erstmals. Wie er damit umgeht.

Herr Störmann, seit 14 Jahren sind Sie Stadionsprecher des FC Augsburg. Seitdem haben Sie kein FCA-Heimspiel verpasst. Das Geisterspiel gegen Wolfsburg wird ohne Stadionsprecher stattfinden, also auch ohne Sie...

Rolf Störmann: Das ist schon komisch, dass so etwas mal passieren würde. Klar kann immer was passieren. Man kann sich den Fuß brechen – aber selbst dann wäre ich ins Stadion gefahren und hätte es durchgezogen. Ich habe natürlich vollstes Verständnis für die Situation, aber bei mir bleibt ein komisches Gefühl.

Gab es denn in den Jahren mal eine Situation, in der Sie beinahe ein Spiel verpasst hätten?

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Störmann: Nein, eigentlich nicht. Ich habe das immer gut geschafft, weil ich alles um die Fußball-Termine herumplane. Selbst meine zwei Monate dauernde Elternzeit habe ich so gelegt, dass ich zum ersten Saisonspiel des FCA wieder da war. Ich war auch nie schlimmer krank, da habe ich Glück gehabt. Aber was mir tatsächlich immer mal wieder passiert ist, dass ich träume, ein Heimspiel zu verpassen. Ich war im Traum immer im Urlaub und komme zwei Stunden zu spät am Stadion an – zu diesem Zeitpunkt ist das Spiel schon längst vorbei. Auf dem Weg ins Stadion kommen mir dann alle Leute entgegen und fragen mich: Wo warsch denn? (lacht)

Ein Stück dieses Albtraums wird jetzt aber wahr, oder?

Störmann: Na ja, es geht. Es liegt jetzt nicht in meiner Hand, deswegen ist es auch nicht ganz so schlimm.

Gibt es eigentlich eine Whatsapp-Selbsthilfegruppe für Stadionsprecher, denen es ähnlich geht?

Störmann: Das nicht. Aber ich habe zuletzt schon Kontakt gehabt mit ein paar Kollegen, die ich besser kenne. Mit Dirk Oberschulte-Beckmann zum Beispiel, der beim FC Schalke der Stadionsprecher ist. Das ist für die meisten genauso hart wie für mich, weil alle mit dem Herzen dabei sind.

Wo werden Sie denn das Spiel am Samstag verfolgen?

Störmann:  Bei mir zu Hause – da sehe ich mir auch fast alle Auswärtsspiele an. Ich glaube übrigens, dass ich in den 14 Jahren auch kein Auswärtsspiel des FCA verpasst habe. Selbst im Urlaub habe ich es immer geschafft, die Spiele zu sehen.

Und wenn dann ein Tor für Augsburg fällt – gibt es dann die Durchsagen für die Nachbarn?

Störmann: Ja, das plane ich zumindest. Wenn das Wetter passt, stellt mein Nachbar den Fernseher in den Garten und ich werde dann die Torschützen verkünden. Also: Wenn am Samstag jemand im Augsburger Stadtteil Firnhaberau herumschreit – nicht wundern: Das bin dann ich.

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