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FC Augsburg

21.01.2020

FCA-Stürmer Marco Richter: Sein nächstes Ziel ist die Olympia-Teilnahme in Tokio

Mit seinem spektakulären Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 für den FC Augsburg rückte Marco Richter in den Blickpunkt, ehe das Debüt von Erling Haaland alles andere in den Hintergrund drängte.
Foto: Ulrich Wagner

Plus Der FCA-Stürmer will mit seinen Toren für sich werben. Im Sommer will er mit der deutschen U23-Nationalmannschaft zu Olympia.

Christian und Daniela Richter gehören nicht zu den Besuchern auf der Haupttribüne der WWK-Arena, für die der Snack in der Halbzeitpause wichtiger ist als das Spiel. Oft sind viele der gut gepolsterten roten Sitze noch Minuten nach dem Anpfiff leer. Die Eltern von Marco Richter sind Fußball-Fans und somit eigentlich immer rechtzeitig an ihrem Platz rechts unten, nah am Spielfeld.

Doch gegen Dortmund hätten sie die Show ihres Sohnes beinahe verpasst. Nur 20 Sekunden nach dem Wechsel traf er mit einem unhaltbaren Weitschuss in die linke Torecke zum zwischenzeitlichen 2:0, Borussia-Torhüter Roman Bürki konnte dem Ball nur machtlos hinterhersehen. „Meine Mutter hat mich ermahnt, dass es ganz schön knapp war. Sie hatte sich gerade hingesetzt und mein Vater stand noch auf der Treppe“, erzählte Richter mit einem Lächeln. Sein viertes Saisontor war aber kein Zufallsprodukt. „Ich bleibe nach dem Training öfters mal draußen, um diese Schusstechnik zu üben. Cool, dass er so reinfliegt.“ Und kurz nach der Halbzeit zeigte er auch, dass er zu den Instinktfußballern gehört, die im Bundesliga-Alltag nicht allzu oft zu finden sind: „Ich habe mit dem Fehler von Akanji schon spekuliert. Er legt mir den Ball optimal in den Fuß, ich nehme ihn mit und ich dachte, da muss ich einfach mal draufziehen.“

Marco Richter über Olympia: "Darauf hätte ich richtig Bock"

Die Glücksgefühle hielten aber nicht allzu lange, am Ende hieß es 5:3 für die Borussia. „Wir haben uns einfach blöd angestellt. Wir führen 3:1 und wollten immer mehr, was naiv war. Der Trainer hat uns bei der Videoanalyse gute Bilder gezeigt, die das belegen.“

Mit dem spektakulären Treffer hat er aber wieder einmal Werbung in eigener Sache gemacht, das wirkt sich sicher nicht nachteilig aus, seinen großen Traum im Sommer zu verwirklichen: die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. „Darauf hätte ich richtig Bock“, sagt er.

Mit seinen vier Toren bei der U21-EM mit der deutschen Nationalmannschaft hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland im Fußball in Japan vertreten ist. Das Erreichen des Halbfinales war dazu nötig, am Ende verlor Richter mit Deutschland das Endspiel gegen Spanien 1:2.

Im erweiterten Olympia-Kader steht Richter schon

Die erste Hürde auf den Weg zu den Olympischen Spielen hat er bereits überwunden. Er steht im erweiterten Kader. U21-Trainer Stefan Kuntz, der auch das olympische Team betreut, hatte ihn schon persönlich darauf vorbereitet, vor kurzem landete die offizielle Benachrichtigung von Team-Manager Patrick Reifenscheidt in seinem digitalen Postfach. „Ich wollte nicht zu sicher sein, aber jetzt kam die Mail, dass ich auf der Liste stehe“, erzählt der 22-Jährige.

Die Namen von 50 Spielern hat Kuntz an die Nada (Nationale Anti Doping Agentur) weitergeleitet, ab jetzt muss also auch Richter mit unangemeldeten Doping-Kontrollen rechnen. Am Ende darf Kuntz aber nur 16 Feldspieler und zwei Torhüter nominieren. Die kann er aus dem aktuellen U21-Team (Stichtag 1. Januar 1998), den Spielern des 1997-Jahrgangs der vorherigen Mannschaft wie Richter auswählen, und drei ältere Spieler (wie zum Beispiel Thomas Müller, Mats Hummels oder Davie Selke) dazunehmen. Die endgültige Entscheidung wird Kuntz nach Saisonende im Juni treffen.

Bis dahin will Richter mit weiteren Toren auf sich aufmerksam machen. Neun Treffer hat er seit seinem Bundesliga-Debüt im Oktober 2017 (in Hoffenheim) in der höchsten deutschen Liga in 52 Spielen erzielt. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auswärts bei Union Berlin soll das nächste dazukommen. Auch wenn im engen Stadion An der Alten Försterei ein Hexenkessel auf ihn und seine Kollegen wartet. „Ich habe schon viel davon gehört. Mein Kumpel Keven Schlotterbeck spielt dort. Ich denke, es wird ein wildes Spiel. Wir müssen die Fans komplett ausblenden. Aber wir machen da ja keine Kaffeefahrt hin, sondern wollen drei Punkte mitnehmen.“

Lesen Sie dazu auch: Marco Richter ist unser FCA-Spieler des Jahres 2019

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