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FC Augsburg

14.05.2020

FCA-Trainer Herrlich glaubt nicht an Jubelverbot

Neu beim FC Augsburg auf der Trainerbank: Heiko Herrlich.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Wegen der Corona-Pandemie sollen Fußballspieler auf einen gemeinschaftlichen Torjubel verzichten. FCA-Trainer Heiko Herrlich zweifelt daran, ob das möglich ist.

Es war die erste Pressekonferenz des FC Augsburg nach der unfreiwilligen Corona-Pause - und zugleich auch die erste für FCA-Trainer Heiko Herrlich vor einem Punktspiel. In der Woche nach seinem Amtsantritt war die Bundesliga wegen der Corona-Pandemie unterbrochen worden. Zugleich war es auch die erste virtuelle Pressekonferenz des FC Augsburg. Heiko Herrlich beantwortete die Fragen der Journalisten via Live-Stream. Herrlich sagte...

...zu seiner zweimonatigen Vorbereitungszeit auf das Spiel:

Es war eine verrückte Zeit. Die Pressekonferenz haben wir eigentlich schon mal gemacht. Dann kamen stündlich Meldungen herein, mit denen sich alles änderte. Und am Freitag nach der Pressekonferenz wurde entscheiden, dass de Spieltag ausfällt. Dann gab es einen Cut, wir haben zehn Tage frei gemacht und die Mannschaft unterrichtet. Jetzt sind wir seit zehn Tagen im Mannschaftstraining, alle Tests waren negativ. Ich habe die Zeit als verrückt erlebt. Du musst als Trainer auf Dinge achten, die du nie kanntest. Wir mussten im Trainerteam kreativ sein, um Dinge zu trainieren, um die Mannschaft fit zu halten. Wir sind mit dem Plan gut gefahren, aber letztlich weiß keiner wo man steht. Das wird erst der Fall sein, wenn die ersten Spiele anstehen.

...wie der Matchplan gegen Wolfsburg aussieht:

Wir haben die gleichen Spiele von Wolfsburg gesehen. Deswegen kann man davon ausgehen, dass sich an ihrer Spielweise nichts geändert hat. Sie haben in der Euro League schon einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen, das könnte ein kleiner Vorteil sein.

...wie er die Mannschaft kennen gelernt hat:

Jeder weiß, dass es Bedingungen sind die nicht normal sind. Nach der Winterpause sind wir Letzter in der Rückrundentabelle. Das hat mit Statistiken zu tun, wir haben teilweise nur eine Passquote von 60 Prozent. Ein einfaches Mittel ist es da, permanent Passformen zu traineren.

...wie sich seine Rolle als Trainer in der Corona-Krise verändert hat:

Da sind wir sicherlich gefordert. Wir gehen in ein Spiel rein, in dem es keine Reaktionen der Zuschauer gibt. Die Mannschaft, die das am besten verarbeiten kann, wird jetzt die meisten Punkte holen.

...ob er in den vergangenen Tagen andere Sorgen als Fußball hatte:

Keiner kann sagen, dass es ihn nicht auch verunsichert hat. Wir haben alle Eltern oder Großeltern und kennen Leute, die Vorerkrankungen haben. Man schaut nach Spanien, Italien und die USA. Wir sind alle keine Eisklötze. Seitdem klar ist, dass die Spiele wieder losgehen, ist man damit beschäftigt.

...wie der Neustart in der Mannschaft diskutiert wurde:

Ein Restrisiko ist immer vorhanden. Aber da kämpft ein ganzer Berufsstand dafür, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ich glaube, dass die DFL da ein gutes Konzept erarbeitet hat. Aufgrund des Hygienekonzepts glaube ich, dass das Ansteckungsrisiko minimiert wird.

...ob die Schwachstellen des FC Augsburg behoben wurden:

Wir sehen da schon Fortschritte. Aber wir haben festgestellt, dass die Passqualität sich bei den Spielern verbessert hat.

Wenn ein Jubler durchrutscht, "darf man niemand verurteilen"

...ob er seinen Spielern das Fluchen und Schimpfen abtrainiert hat:

Unsere Geschäftsführer Ströll und Reuter haben einen Vortrag gehalten zu den DFL-Richtlinien: zu Themen wie Mundschutz, Spucken, Jubeln. Das sind gute Vorgaben, aber Fußball ist ein emotionales Spiel. Wenn das trotzdem passiert, darf man niemanden verurteilen. Wenn die Emotionen doch da sind - wenn wir das kontrollieren und denunzieren, sind wir in einer Sackgasse.

...zum Rahmenprogramm im Quarantäne-Hotel:

Die Playstation ist immer ein Thema, aber wir versuchen die Spieler bestmöglich drauf vorzubereiten. Wir wollen mehr zusammenwachsen und als Team auftreten, so dass man es am Samstag sehen kann - auch wenn der Funke nicht von den Zuschauern aufs Feld überspringen kann.

...ob er als Kufstein-Pendler von Grenzschließungen betroffen war:

Ich habe eine Wohnung hier und freue mich, das sich heimisch bin. Die ersten Wochen war ich die meiste Zeit im Hotel und habe vom Verein eine Bestätigung, dass ich hier arbeite, besorgt. Das war unproblematisch. Am Karfreitag hatte ich das Gefühl, dass ich der einzige auf der Autobahn bin.

...wie seine Spieler auf den Trainerwechsel reagiert haben:

Man hat gespürt, dass sich der ein oder andere Spieler zeigen möchte. Das sollte aber immer der Fall sein. Es war natürlich auch eine Zeit in der bei vielen Spielern eine Unsicherheit da war. Deswegen war es keine normale Vorbereitung, ein Testspiel war unmöglich.

...ob er Schwachstellen im DFL-Hygienekonzept sieht:

Ein Restrisiko wirst du immer haben. Im Supermarkt weißt du auch nicht, wie viele Leute den Wagen schon in der Hand hatten. Ich denke, man hat es bestmöglichst geplant und alle Spieler gehen sorgsam damit um. Jetzt gehen bald wieder die Schulen und Kindergärten los, da besteht auch eine Gefahr. Wir versuchen bis Saisonende die Abstände zu halten. Sicherlich gibt es in dem Konzept Achillesfersen, aber wenn jeder sich daran hält sollte es gut gehen.

Alfred Finnbogason droht auszufallen.
Bild: Ulrich Wagner

Finnbogason droht auszufallen - Herrlich gibt sich bedeckt

...zu einem möglichen Ausfall von Alfred Finnbogason:

Der ein oder andere Spieler kam aus seiner Verletzung, aber wir werden keine Prognose abgeben. Der Gegner soll nicht wissen, wie wir anfangen.

...ob Augsburg für ihn der perfekte Club ist:

Das wird sich zeigen, wir wollen gut zusammenarbeiten. Hier ist eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens. Wir versuchen immer die Frage zu klären, was für das Team am besten ist. Ich freue mich hier zu sein und es macht mir unheimlich viel Freude.

Jens Lehmann? "Der Jens hat manchmal Dinge raus"

...zu Jens Lehmanns Aussagen zu Corona:

Ich kenne den Jens, der haut manchmal Dinge raus die nicht ganz zu Ende gedacht waren. Das darf man ihm nicht übel nehmen. Ich möchte mir da kein Urteil erlauben. Wir sind alle neu in der Situation. Jeder, der einen Vorschlag macht, meint es erstmal gut.

...ob sich seine Startaufstellung verändert hat:

Ja, da hat sich immer mal wieder was verändert. Das hat mehrere Gründe, man ist mit den Eindrücken weiter als vor sieben Wochen.

Will um seinen Stammplatz im Tor beim FC Augsburg wieder zurückerobern: Tomas Koubek.
Bild: Tom Weller/dpa

...zu einer möglichen Rückkehr von Tomas Koubeks ins Tor des FC Augsburg:

Ich hatte das Gefühl dass er sich hier mächtig ins Zeug legt und zeigen möchte, was er kann. Ich habe mit ihm ein Gespräch geführt, warum er hier den ein oder anderen Fehler gemacht hat. Er arbeitet an seiner Verfassung um in bestmöglicher Form zu sein, wenn er wieder im Tor stehen sollte. Mal sehen, wo das endet.

...zur Kritik an der Wiederaufnahme der Bundesliga:

Wir sind dankbar dafür, dass wir wieder spielen dürfen. Ich bin nicht Trainer geworden, um in Kleingruppen trainieren zu lassen. Ich freue mich darüber, dass es am Samstag wieder losgeht. Aber es ist eine Situation, die ich noch nie erlebt habe.

...dazu, wie groß seine Befürchtungen sind, dass es zu einem Saison-Abbruch kommen könnte:

Da mache ich mir keine Gedanken. Ich versuche immer die Situation so zu nehmen, wie sie ist. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Ich muss die Mannschaft auf das Spiel gegen Wolfsburg vorbereiten. Ich hoffe aber, dass dieser Fall nicht eintritt.

...zu einem möglichen Jubelverbot:

Es gab die Ansage von Michael Ströll und Stefan Reuter, dass man bei Möglichkeit auf einen Torjubel verzichten soll. Aber falls es doch aus der Leidenschaft und der Freude passiert, dass ein Spieler mit einem anderen abklatscht - da sollte man nicht böse sein.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

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14.05.2020

Das wäre ja unglaublich, wenn auch Herrlich an Koubek festhalten würde. Besser wäre gewesen als Trainer Weinzierl und als Torhüter
Luthe. Wie lange kann der Manager noch sein Unwesen beim FCA treiben ?

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