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FC Augsburg

06.10.2019

FCA-Trainer Schmidt kündigt gegen Gladbach personelle Wechsel an

FCA-Trainer Martin Schmidt wird für das Spiel gegen Mönchengladbach wohl einiges ändern.
Bild: Klaus Rainer Krieger (Archiv)

Der Trainer fordert vor der Partie am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach ein besseres Offensivspiel. Ein Shooting-Star der Saison könnte auf der Bank landen.

Natürlich hat Martin Schmidt am Donnerstag das 1:1 von Borussia Mönchengladbach gegen Basaksehir Istanbul genau beobachtet und das 0:4 am ersten Spieltag der Euro League gegen den Wolfsberger AC genau analysiert. Zu viel Bedeutung will der Trainer des FC Augsburg den schwachen internationalen Auftritten der Gladbacher vor dem Gastspiel seiner Mannschaft am Sonntag (13.30 Uhr/DAZN ) am Niederrhein aber nicht beimessen. So sei beim Spiel gegen Wolfsberg fast jeder Schuss des Gegners ein Tor gewesen. Schmidt: "So schlimm war das gar nicht, wie es jetzt als Resultat da steht."

Euro League und Bundesliga – man könnte meinen, die Borussia spielt mit zwei verschiedenen Mannschaften. Während das Team des neuen Trainers Marco Rose, der 43-Jährige kam von RB Salzburg, große Probleme mit den zweitklassigen europäischen Gegnern hat, zeigt man auf nationaler Ebene ein anderes Gesicht. 13 Punkte nach sechs Spielen bedeutet ein Platz in vorderster Reihe.

Und seit Samstagabend haben die Gladbacher sogar die Chance auf die Tabellenführung. Denn in einer Saison, die in ihrer Anfangsphase spannend wie schon lange nicht mehr ist, zeigte nicht nur der FC Bayern gegen Hoffenheim (1:2) Nerven. Auch die Konkurrenz aus Gelsenkirchen, Dortmund, Leipzig und Leverkusen patzte. Nutzt Gladbach die Gunst der Stunde? Ein Sieg gegen den FCA und die Borussia steht ganz oben. Zuletzt waren die Gladbacher nach dem dritten Spieltag in der Saison 2011/12 Tabellenführer nach einem 4:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg gewesen. Trainer war damals Lucien Favre.

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Allerdings: Die Borussia gewann alle drei Auswärtsspiele, während man zu Hause gegen Schalke (0:0), Leipzig (1:3) und Düsseldorf (2:1) noch nicht so richtig in die Gänge gekommen ist.

Deshalb hat Schmidt darauf sein Augenmerk gelegt: "Wir konzentrieren uns schon eher auf die Art und Weise, wie sie in der Bundesliga zu Hause auftreten." Da unterscheidet sich der Stil der Borussia gar nicht viel von seinem. Während Gladbach unter Dieter Hecking eher mit vielen Ballstafetten zum Ziel kommen sollte, setzt Rose ganz im RB-Stil auf ein schnelles Spiel nach vorne, wenn der Ball erobert ist. Das birgt bei unkonzentrierter Ausführung auch einige Risiken.

Der FCA und Mönchengladbach lassen einen ähnlichen Stil spielen

Und die will Schmidt ausnützen. "Es gibt Ansätze, wo wir ihnen wehtun können." Die will er allerdings nicht in der Öffentlichkeit groß breittreten. Aber er verrät wenigstens, dass er dafür sein Personal gegenüber dem Leverkusen-Spiel verändern will. Schmidt ist ein Trainer, der seine Aufstellung variabel auf den Gegner ausrichtet. Läuft es gut, gilt man da als taktisch versiert und flexibel; läuft es nicht, bekommt man schnell den Stempel als Vielwechsler aufgedrückt, der seine Mannschaft mit den Rotationen eher verunsichert als stärkt.

Derzeit geht die Tendenz bei einigen FCA-Fans durchaus zur zweiten Deutung. Allerdings zeigte das 0:3 gegen Leverkusen klar – Schmidt muss reagieren. Dabei sieht der 52-jährige Schweizer die vermeintlich desaströse Niederlage differenziert. Mit dem Abwehrverhalten war er zufrieden ("Wir hatten die besten Pressingwerte an diesem Spieltag"), allerdings nicht mit dem Offensivspiel. Dort hat er in der Trainingswoche den Hebel angesetzt, dort wird er nun mit neuem Personal versuchen, besser zu agieren. "Wir brauchen da eine andere Linie im Spiel nach vorne. Wir brauchen Überzahl in Ballnähe."

Beim FC Augsburg wird Daniel Baier für Reece Oxford in die Startelf kommen

Es scheint, als würde Schmidt gegen die Gladbacher auf ein 4-2-3-1- System bauen. Dafür wird wohl Kapitän Daniel Baier für Reece Oxford in die Startelf zurückkehren. Um das spielerische Moment und die Kreativität im Offensivspiel zu verbessern, wird Schmidt auch im zentralen Mittelfeld Veränderungen vornehmen. Erster Kandidat wäre dabei Marco Richter gewesen. "Er kann in den Halbfeldern und in den Halbpositionen mit seinem überraschenden 1:1 den Unterschied ausmachen." Allerdings wird der 21-Jährige weiter ausfallen. "Wir konnten ihn bei linearen Läufen bisher voll belasten, aber bei Stop and Go waren wir noch vorsichtig. Und das und der Vollsprint sind einfach eine Hauptvoraussetzung. Es wird eng", sagt Schmidt.

Florian Niederlechner könnte auf der Bank sitzen

Deswegen wird er das Mittelfeld entweder mit dem technisch versierten Michael Gregoritsch oder dem robusten Jan Moravek verstärken. Dafür muss er allerdings einen Stürmer opfern. Es könnte Florian Niederlechner treffen. Ein Indiz dafür: Schmidt will nicht nur aggressiv anlaufen, sondern sich auch "mit guten Momenten belohnen, wenn wir mit viel Aufwand den Ball erobern". Das spricht eher für den ballsicheren Alfred Finnbogason. Denn gute Ansätze gegen Leverkusen wurden von den FCA-Spielern mit fahriger Passausführung besonders im letzten Drittel des Weges immer wieder selbst abgewürgt.

Dass die Borussia am Donnerstagabend noch in der Türkei spielte, könnte ein Vorteil sein. "Wenn wir darauf hoffen wollen, dass denen zum Spielende die Körner ausgehen, müssen wir von Anfang an darauf hinarbeiten", sagt Schmidt. Er will die Borussen nicht zur Ruhe kommen lassen, um dann vielleicht am Ende die größeren Reserven zu haben. Dafür muss sein Team von der ersten Minute an auch hellwach sein und deshalb heißt es am Sonntag angesichts der ungewöhnlichen Anstoßzeit um 13.30 Uhr früh den Wecker stellen. "Um 7.30 Uhr ist Aufstehen, dann wird gefrühstückt, wir gehen spazieren, machen eine Kurzanalyse, gehen noch einmal kurz raus und werden so um 10 Uhr oder 10.30 Uhr Mittagessen. Brunch mit Nudeln und anderem kohlehydrathaltigem Essen", erzählt Schmidt.

Er will mit einem Erfolgserlebnis die aufkommende Unruhe im FCA-Umfeld bekämpfen. Dass er mit fünf Punkten aus sechs Spielen nicht im Soll liegt, sei klar. Dennoch hält er nichts von Hochrechnungen: "Es ist gefährlich, wenn man jetzt schon von 40 Punkten träumt, wenn man erst fünf hat. Da denkt man: Weiß Gott, da fehlt ja ein Haufen."

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06.10.2019

"der robuste Jan Moravek"
<ROFLMAO>

Bei diesem Spieler ist man wohl eher geneigt, sinngemäß den großen Giovanni Trappatoni zu zitieren: "Was erlaube Moravek, isse immer verletzt!"

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06.10.2019

Den Niederlechner kann man nicht draußen lassen. Der spielt engagiert und ist sehr wichtig für die Mannschaft.

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