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FCA-Gegner Mönchengladbach

04.10.2019

Florian Neuhaus sagt, warum er nicht zum FCA gekommen ist

Florian Neuhaus (rechts) gehört zu den talentiertesten Spielern der Bundesliga.
Bild: Friso Gentsch, dpa

Plus Florian Neuhaus stammt aus Kaufering bei Landsberg. Zweimal hatte der FCA die Chance, das Fußball-Talent zu verpflichten. Doch der Klub wollte nicht.

Sie sind 2007 mit zehn Jahren aus der D-Jugend des VfL Kaufering zu den Löwen gewechselt, zehn Jahre später wechselten sie vom TSV 1860 zu Borussia Mönchengladbach. Hat der FCA ihr Talent nicht erkannt?

Florian Neuhaus: Bei den D-Junioren war der FCA kein Thema, meine Entscheidung fiel schnell auf die Löwen. Und auch nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga gab es kein ernsthaftes Interesse vom FCA. Da bin ich wohl etwas unter dem Radar geschwommen.

Warum der Wechsel nach Gladbach?

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Neuhaus: Max Eberl (Sportdirektor) und Steffen Korell (Direktor Scouting) haben sehr früh Kontakt zu meinem Berater Christian Nerlinger aufgenommen. Da stand der Abstieg mit 60 noch gar nicht fest. Gladbach wusste da schon sehr viel über mich. Sie konnten mir genau sagen, welche Spiele sie von mir beobachtet hatten, sie kannten meine Stärken und Schwächen. Ich habe gemerkt, dass sie unbedingt mit mir arbeiten wollten, deshalb ist mir die Entscheidung relativ leicht gefallen.

War der Abstieg mit den Löwen in der Relegation gegen Regensburg nicht unnötig? Das Team, unter anderem mit Sascha Mölders, war ja nicht so schlecht…

Neuhaus: Wir haben es zu keiner Zeit geschafft, eine Einheit zu werden. Ich bin ja aus der A-Jugend hochgekommen und gleich in meiner ersten Saison als Profi abzusteigen, ist schon wahnsinnig bitter, aber ich habe für mich persönlich das Beste daraus gemacht.

Nach ihrer Unterschrift in Gladbach wurden Sie direkt zum damaligen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. War das nicht komisch?

Neuhaus: Nein. Es war von Anfang abgesprochen, dass die einjährige Leihe mit beinhaltet ist. Für mich war das eine sehr sinnvolle Lösung. Zudem wollte mich Fortuna damals schon direkt selbst verpflichten. Deshalb gab es schon Kontakt zu Trainer Friedhelm Funkel und seinem Co-Trainer Peter Hermann. Es war eine super Lösung so.

Das kann man sagen. Sie stiegen mit der Fortuna auf und wurden in ihrer ersten Bundesliga-Saison unter Dieter Hecking gleich Stammspieler bei der Borussia…

Neuhaus: Es lief optimal und ich bin Friedhelm Funkel und Dieter Hecking sehr dankbar, dass sie mir so viel Vertrauen entgegen gebracht und Einsatzzeiten ermöglicht haben. Die beiden Trainer waren für meine Entwicklung sehr wichtig. Sie haben mit mir als junger Spieler regelmäßig gesprochen und mir gesagt, woran ich arbeiten muss

Sie rasen gerade im ICE-Tempo durch ihre Fußballkarriere. Aufstieg mit Düsseldorf, Stammspieler in Gladbach, Vize-Europameister mit der U21 in diesem Sommer. und jetzt auch wieder gesetzt. Hatten Sie eigentlich einmal Zeit, das alles zu realisieren?

Neuhaus: Das ist gar nicht so einfach. Als kleines Kind habe ich wie viele davon geträumt Fußball-Profi zu werden. Das jetzt Woche für Woche zu erleben, ist natürlich ein schönes Gefühl, aber ich weiß auch, was ich dafür getan habe. Es ist mir nichts zugeflogen, es steckt sehr viel Arbeit dahinter und ich will diesen Weg einfach weitergehen.

In Hoffenheim erzielten Sie ihr erstes Saisontor, gejubelt haben Sie danach aber nicht. Warum?

Neuhaus: Zwei Minuten vorher gab es ja den Elfmeter, der wieder zurückgenommen wurde. Und ich war mir nicht zu 100 Prozent sicher, ob nicht doch einen Schritt im Abseits stand.

Sind Sie für den Videobeweis?

Neuhaus: Der Videobeweis macht den Fußball ein Stück weit fairer. Seit es ihn gibt, sind die Fehlentscheidungen auf jeden Fall zurückgegangen. Man muss einfach noch an der Abstimmung arbeiten, damit das alles einen Ticken schneller geht und damit die Handhabung konsequent durchgezogen wird. Das sieht man an der Handregel oder auch daran, dass es unterschiedlich ausgelegt wird, was eine klare Fehlentscheidung ist. Wir haben den Videobeweis in der Bundesliga und müssen es so akzeptieren.

Sie haben mit Marco Rose einen neuen Trainer bekommen, der einen anderen Spielstil bevorzugt als sein Vorgänger Dieter Hecking...

Neuhaus: Es ist ein anderer Ansatz und wir als Mannschaft stehen voll hinter dieses Idee. Wir wollen wahnsinnig aktiv auf dem Platz sein, wir wollen aktiv verteidigen, schnell den Ball erobern und dann aber auch schnell nach vorne spielen, Aktionen und Torchancen kreieren.

Der Saisonstart ist mit 13 Punkten aus sechs Spielen gelungen…

Neuhaus: Wir sind auf einem guten Weg. Mit der Punkteausbeute können wir zufrieden sein, aber die Spiele zeigen schon, dass wir noch Luft nach oben haben. Darum müssen wir Woche für Woche an unser Limit gehen.

Ist das beim 0:4 gegen den Außenseiter Wolfsberger AC in der erste Runde in der Euro-League zu Hause nicht gelungen?

Neuhaus: Das war bitter für mich in meinem ersten Euro-League-Spiel. Wir hatten uns so viel vorgenommen. Aber Wolfsberg war wahnsinnig effizient. Man hatte das Gefühl, dass jeder Torschuss drin war. Wir haben es dann auch nicht geschafft ruhig zu bleiben und viele einfache Fehler gemacht, die Wolfsberg bestraft hat. Aber das Schöne am Fußball ist ja, dass man es schnell wieder gut machen kann. Wir haben danach zweimal in der Bundesliga gewonnen. Wir haben schon eine Reaktion gezeigt.

Der FCA kommt ja auch als krasser Außenseiter am Sonntag nach Gladbach. Sollten die Augsburger das Spiel gegen Wolfsberg noch einmal genau anschauen?

Neuhaus (lacht): Augsburg ist eine gute Mannschaft und mit Martin Schmidt haben sie einen guten Trainer. Gladbach hat sich mit dem FCA schon immer schwer getan. Aber was wir gegen Wolfsberg falsch gemacht haben, haben auch wir analysiert. Diese Fehler werden wir nicht mehr machen.

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