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FC Augsburg

14.12.2019

Florian Niederlechner ist ein Glücksgriff für den FC Augsburg

Philipp Max (rechts) feiert beim Spiel gegen Hoffenheim seinen Vorbereiter Florian Niederlechner.
Bild: Uwe Anspach, dpa

Plus Sieben Tore und acht Vorlagen entsprechen in der Bundesliga einem Topwert. Nicht nur wegen seiner Torgefahr ist Florian Niederlechner für den FC Augsburg wichtig.

Bislang galt Florian Niederlechner als Vollstrecker. Als einer, der die Arbeit seiner Kollegen mit Treffern veredelt. Sie leisten die Vorarbeit, er die Vollendung. Dass der bullige Angreifer sich nicht allein auf Abschlussqualität reduzieren lässt, bewies er indes gegen die TSG Hoffenheim. Querpässe, wie vor dem ersten und vierten Augsburger Treffer, sind jedem Fußballprofi zuzutrauen. Auch strafstoßwürdig gefoult werden kann man mal. Aber einen derart präzisen Steilpass zwischen Gegenspieler hindurch, wie Niederlechner ihn vor Fredrik Jensens Tor praktizierte, beherrschen nur wenige Berufskicker.

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Niederlechner gefiel sich nach dem 4:2 (1:1) gegen die TSG Hoffenheim in dieser Rolle. „Heute war ich einfach mal der Vorbereiter“, sagte er. In den vergangenen Jahren sei dies eher selten der Fall gewesen, fügte er hinzu. Ausdrücken lässt sich diese Entwicklung in Zahlen: Vor der abendlichen Begegnung mit Hoffenheim hatte Niederlechner sieben Treffer erzielt und vier Tore vorbereitet. Nach dem 4:2 verschob sich das Gewicht, die Statistik weist nun acht Vorlagen auf. Vier Vorlagen in einer Bundesligapartie waren zuletzt dem damaligen Hannoveraner Huszti vor siebeneinhalb Jahren gelungen.

FC Augsburg: Florian Niederlechner gilt schon jetzt als Glücksgriff

Schon jetzt gilt Niederlechner als Glücksgriff. Der Angreifer steht für einen jener Transfers, die Sportgeschäftsführer Stefan Reuter gerne tätigt. Ein Profi, der seine Qualitäten bewiesen hat, dessen Bundesligakarriere aber aus unterschiedlichen Gründen ins Stocken geraten ist. Augsburg und das Angebot des FCA, so scheint es, kamen genau zum richtigen Zeitpunkt.

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Beim SC Freiburg wirkte Niederlechner nicht mehr gänzlich glücklich, beim FCA blüht er regelrecht auf. Nicht nur sportlich überzeugt er. Mit seiner offenen, herzlichen Art ist er ein Typ, den man einfach mögen muss. Innerhalb des Teams fand er von Beginn an Anschluss, er fühlt sich in Augsburg zuhause, Frau, Baby und ein intaktes Familienleben komplettieren sein Glück. Der Weg in die oberbayerische Heimat Hohenlinden (Kreis Ebersberg) ist zudem nicht weit. In Summe wirkt sich die Gesamtsituation auf dem Platz aus. Niederlechner betont: „Ich habe momentan ungemein viel Selbstvertrauen, das ist absolut das Wichtigste.“ 

Auf die Schulter klopfen darf sich Sportgeschäftsführer Stefan Reuter für Niederlechners Verpflichtung, die im zweiten Anlauf glückte. „Ich habe ihm enorm viel zugetraut, weil er schon immer mit Einsatz und Laufstärke auf sich aufmerksam gemacht hat.“ Genau dort sieht Martin Schmidt den Ansatz, seinen Angreifer zu loben. Trainer neigen gemeinhin dazu, den Weg als Ziel zu sehen. Heißt: Übernehmen Spieler gemeinschaftliche Aufgabe, schätzen  dies die Coaches beinahe höher als die Tatsache des Treffers. Daher hob Schmidt weniger die Torjägerqualitäten hervor, vielmehr Niederlechners Defensivarbeit.

Wertvoll mache ihn vor allem sein Anlaufverhalten, schilderte Schmidt. „Das ist unheimlich wichtig. Er ist an vorderster Linie unser erster Verteidiger.“ Permanent nervt Niederlechner gegnerische Abwehrspieler mit seiner Penetranz. Statt in Ruhe Spielaufbau zu betreiben, müssen sie stets mit einem heranstürmenden Niederlechner rechnen. Unter Stress passieren Fehler, Herthas Torwart Jarstein brachte dies gar eine Rote Karte ein.

Niederlechners körperliche Spielweise wird beim FC Augsburg geschätzt

Allein seiner körperlichen Spielweise wegen dient Niederlechner als Anführer. Als einer, der die Teammitglieder mitreißt. Als Mentalitätsspieler. Schmidt beschreibt bildlich: „Wenn einer vorneweg geht und nie müde wirkt, kann hinten keiner die Hand heben und sagen: Ich kann nicht mehr.“ 

Während Nebenleute im Angriff wechselten - Gregoritsch, Finnbogason, Cordova sowie Jensen versuchten sich -, ist Niederlechner seit Saisonbeginn im Angriff gesetzt. Bleibt der 29-Jährige gesund, wird sich daran in den Begegnungen mit Düsseldorf (Dienstag, 20.30 Uhr) und Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr) nichts ändern. Niederlechner könnte wieder als Nervensäge und Vorlagengeber glänzen. Wobei er eines dann doch nach dem Hoffenheim-Spiel einräumte: „Ich hätte gerne selbst ein Tor gemacht.“

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