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FC Augsburg

15.07.2019

#FreeHinti-Gründer: "Hinteregger passt als Typ einfach zur Eintracht"

Spektakuläre Aktion: Auf einer Bergetappe der Tour de France rollte das Feld über den Schriftzug „#FreeHinti“.
Bild: Bastian Roth

Der Gründer der Aktion #FreeHinti sagt, warum Martin Hinteregger bei den Frankfurt-Fans so ankommt – und warum er froh ist, dass die Eintracht noch nicht gezahlt hat.

Bastian Roth, Sie haben die Aktion #FreeHinti auf Twitter gestartet, mit der Martin Hinteregger zur Rückkehr nach Frankfurt bewegt werden soll. Nun trainiert er seit dieser Woche wieder in Augsburg. Wie geht es Ihnen dabei?

Roth: Es ist tatsächlich ein bisschen merkwürdig. Ich dachte, dass das schneller geht. Aber das gehört wohl zum Poker um einen Spieler dazu. Gegen das, was bei Griezmann und Neymar passiert, ist das ja noch harmlos. Jetzt geht es einfach nur darum, dass keiner das Gesicht verliert. Und dann gibt es eine Lösung, mit der alle happy sind.

Wie kam es denn überhaupt zu der #FreeHinti-Aktion?

Roth: Ich weiß gar nicht, ob ich der Erste war, der den Hashtag auf Twitter verwendet hat. Aber ich habe mal Eintracht Frankfurt damit angeschrieben und dann ging es los. #FreeHinti ist gewissermaßen die Fortführung der „Hinti Army“. Das Lied haben wir in unserem Video-Podcast „Fußball 2000“ für Hinteregger gemacht.

Sogar während der Tour de France war auf einer Bergetappe der Schriftzug #FreeHinti auf der Straße zu sehen. Wie kam es dazu?

Roth: Das war eher zufällig. Ein guter Freund von mir ist Präsident eines Radsportklubs und immer bei der Tour. Ich war jetzt drei Tage auch dabei, obwohl ich mit dem Radsport nichts zu tun habe. Ich habe aber dafür gesorgt, dass nicht nur das Gelbe Trikot, sondern auch eines der Eintracht auf der Straße zu sehen waren – und eben #FreeHinti.

Neuerdings schicken die Eintracht-Fans sogar Postkarten mit #FreeHinti an die FCA-Geschäftsstelle.

Roth: Ja, damit habe ich aber mal nichts zu tun. Das hat jemand auf Twitter angefangen und dann haben es alle übernommen.

Gab es denn mal Rückmeldungen der Eintracht? Die Aktion erhöht ja auch den Druck auf Manager Fredi Bobic, zu einem Abschluss zu kommen.

Roth: Ich glaube, die #FreeHinti-Aktion macht den Bock jetzt auch nicht mehr fett. Der Hinti-Army-Song hat die Verantwortlichen bei der Eintracht schon ziemlich genervt. Die Mannschaft hat ihn gefeiert, einige Spieler haben den Song auch selber gesungen. Aber klar, mit der Nummer ist es wie mit allem im Internet: Es wird ganz schnell übertrieben. Ich verstehe auch, wenn die Sache manche Leute nervt.

Warum zahlt Frankfurt eigentlich nicht einfach die Summe, die der FCA fordert? Geld wäre nach dem Jovic-Verkauf zu Real Madrid doch da.

Roth: Ich glaube, dass die Verantwortlichen sich nicht von Emotionen und Fan-Meinungen beeinflussen lassen – Gott sei Dank ist das so. Wenn ich Eintracht-Präsident wäre, würde ich wahrscheinlich nur Mist bauen. Dass die Eintracht da pragmatisch unterwegs ist, finde ich gut.

Bastian Roth ist Initiator der #FreeHinti-Aktion.

Aber für die Frankfurt-Fans wäre es doch ein Zeichen, wenn die Eintracht ihn verpflichtet. Vor allem, nachdem es sein kann, dass nicht nur Jovic, sondern auch Rebic den Klub verlässt.

Roth: Klar gibt es eine besondere Beziehung zwischen den Fans und Hinteregger. Aber er ist jetzt auch kein Maskottchen. Ich kann jeden Augsburg-Fan verstehen, der sagt: Dann zahlt doch einfach die Ablösesumme und fertig. Aber die Eintracht lässt sich genauso wenig auf der Nase herumtanzen wie der FC Augsburg. Zumal ich behaupte: Wenn wir Hinteregger im Winter gekauft hätten, wäre er deutlich billiger gewesen. Dass er nun diesen Marktwert hat, liegt daran, dass er bei uns so gut gespielt hat.

Und was passiert, wenn der Transfer nicht zustande kommt?

Roth: Das wäre schade. Hinteregger ist zwar nicht der beste Verteidiger, der jemals bei der Eintracht gespielt hat. Aber er passt als Typ einfach hierher. Ich bin zuversichtlich, dass das noch klappt. Zumal Augsburg ja auch nicht in der Position ist, dass man ihn unbedingt behalten will. Wenn das klappt, wäre das eine tolle Geschichte.

Was finden die Eintracht-Fans eigentlich so gut an Hinteregger?

Roth: Er ist der andere Profi – das war am Anfang das Klischee. Einer, der kein Smartphone hat und so weiter. Aber seine Spielweise, sich in jeden Zweikampf zu werfen, passt super hierher. Ich erinnere mich an ein bedeutungsloses Bundesligaspiel, in dem er eine Monstergrätsche ausgepackt hat, das war Wahnsinn. Die Krönung war das Euro-League-Halbfinale gegen Chelsea, als er den Franzosen Giroud komplett abgekocht hat. Als er dann noch den entscheidenden Elfmeter verschossen hat und von den Fans getröstet wurde, hat sich das dann verselbstständigt. Wir würden ihn jedenfalls mit offenen Armen empfangen.

Zur Person Der 36-jährige Bastian Roth alias "Basti Red" betreibt den Video-Podcast "Fußball 2000", in dem er wöchentlich die Geschehnisse bei Eintracht Frankurt beleuchtet. Im Rahmen des Podcasts entstanden ist das Lied "Hinti Army" und die Aktion #FreeHinti.

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15.07.2019

Na, dann spendet doch das restliche Geld, welches die Eintracht nicht zahlen will, damit "Hinti" zur Eintracht kann. Warum sollte der FCA von seinen Forderungen abgehen, wenn ihn die Eintracht unbedingt will? Da gibt's auch noch einige Spieler bei der Eintracht, welche voraussichtlich eine hohe Ablöse-Summe einbringen werden. Da sieht man ,wieviel der Spieler einem Verein wert ist, wenn er dann die Ablöse nicht zahlen will.

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