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FC Augsburg

10.12.2014

Freispruch für Alexander Esswein im Prozess wegen Körperverletzung

FCA-Spieler Alexander Esswein musste sich vor Gericht verantworten - und wurde freigesprochen.
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FCA-Spieler Alexander Esswein musste sich vor Gericht verantworten - und wurde freigesprochen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

FCA-Profi Alexander Esswein musste sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Körperverletzung. Es stand Aussage gegen Aussage. Am Ende bleiben zu viele Zweifel für ein Urteil.

Sportlich läuft es gut für FCA-Stürmer Alexander Esswein, 24, genauso wie privat. Er hat seine Freundin Franziska geheiratet. Er schoss im Spiel gegen Köln das Siegtor zum 2:1. Der Termin am Mittwoch ist dagegen unangenehm. Er muss vor Gericht erscheinen, weil die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, er habe im März auf einer Party in einem Augsburger Autohaus einem Sicherheitsmann die Nase gebrochen. Doch erneut geht die Sache für den Fußballspieler gut aus: Er wird freigesprochen.

Alexander Esswein trägt im Gerichtssaal einen dunklen Pulli und ein weißes Hemd, bis nach oben hin zugeknöpft. Er sitzt die meiste Zeit mit gefalteten Händen da und verfolgt das Geschehen äußerlich ruhig. Er beteuert, niemanden geschlagen zu haben. Als Amtsrichter Ralf Hirmer ihn, wie jeden Angeklagten, nach dem Einkommen fragt, übernimmt sein Verteidiger für ihn. „Er lebt in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen“, erklärt Anwalt Andreas Müller.

Freunde entlasten Alexander Esswein

Das Gericht nimmt sich mehrere Stunden Zeit, um herauszufinden, was in jener Nacht im VIP-Bereich der Party geschah. Fest steht, dass Esswein dort mit anderen Spielern des FC Augsburg feierte. Fest steht auch, dass es irgendwann einen Tumult gab. Und es gibt einen 20-jährigen Security-Mann, der danach eine gebrochene Nase hatte und der sich sicher ist, dass Esswein es war, der zugeschlagen hat.

Doch andere Zeugen tragen nicht viel zur Aufklärung bei. Freunde, die Esswein an jenem Abend begleitet haben, beteuern, er habe sich ruhig verhalten. Andere Sicherheitsleute haben nur den großen Tumult, nicht aber einen Schlag gesehen. Als Zeuge geladen ist auch der Ex-FCA-Spieler Bajram Nebihi, 26, der inzwischen beim Zweitligisten Union Berlin kickt und der sich, wie er sagt, an Details des Abends nicht mehr genau erinnern kann. Gab es Schläge? Davon weiß er nichts.

Zum wichtigen Indiz werden am Ende rote Schuhe, die der Schläger nach Angaben des Opfers anhatte. Tatsächlich soll Esswein bei der Party solch auffälliges Schuhwerk getragen haben. Aber nicht als Einziger. Denn rote Schuhe waren damals offenbar in Mode bei FCA-Spielern. Teamkollege Marcel de Jong habe die schicken Schuhe besorgt, wird erzählt. Und damit wackelt auch dieses Indiz.

Staatsanwaltschaft fordert Geldstrafe für Esswein

Staatsanwalt Andreas Straßer hält an der Anklage fest. Er fordert eine Geldstrafe von 60.000 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die entlastenden Aussagen mehrerer Freunde Essweins hält er für vorab abgesprochen – und für falsch. Die Aussagen sieht auch der Richter kritisch, dennoch folgt er dem Antrag des Verteidigers und spricht den Fußballspieler frei. Es stehe Aussage gegen Aussage, sagt er. Für einen Schuldspruch blieben zu viele Zweifel. Alexander Esswein seufzt erleichtert. Manager Stefan Reuter, der den ganzen Prozess verfolgt hat, gibt dem Spieler die Hand und sagt lächelnd: „Jetzt wird trainiert.“ Später erklärt er: „Wir hatten keinen Zweifel an seiner Unschuld.“

Offen ist dagegen noch der Ausgang eines weiteren Verfahrens gegen einen FCA-Spieler: Raúl Bobadilla, 27, soll im November auf dem Augsburger Presseball einen Gast geschlagen haben. Es liegt eine Anzeige vor. Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob und wie sie den Argentinier bestrafen will.

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