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FC Augsburg

09.04.2019

Fünf Gründe, warum es beim FCA gerade nicht läuft

Enttäuschte Gesichter – hier verarbeiten Alfred Finnbogason, Jeffrey Gouweleeuw und Sergio Córdova (von links) die Pleite des FCA gegen Hoffenheim.
Bild: Ulrich Wagner

Plus In der Rückrunde hat der FCA lediglich zehn Punkte in elf Spielen geholt und steckt nun wieder mitten im Abstiegskampf. Das kommt nicht von ungefähr.

Auf den schwachen Auftritt in Nürnberg folgte der ebenso schwache Auftritt zu Hause gegen Hoffenheim. In der Rückrunde gibt die Mannschaft des Trainers Manuel Baum mit wenigen Ausnahmen ein erschreckendes Bild ab. Vor allem die Unzulänglichkeiten anderer Klubs sind dafür verantwortlich, dass der FC Augsburg noch nicht auf den Relegationsplatz oder einen direkten Abstiegsplatz gerutscht ist. Fünf Gründe für Augsburgs Misere.

1. Gegentore: In der Vergangenheit zeichnete den FC Augsburg aus, dass er Niederlagen in Grenzen hielt. Wenn sich die Augsburger geschlagen geben mussten, gönnten sie den Konkurrenten selten einen größeren Vorsprung als ein, zwei Tore. Der Tordifferenz kommt im Abstiegskampf mitunter entscheidende Bedeutung zu. Bei Punktgleichheit kann sie darüber entscheiden, ob eine Mannschaft besser oder schlechter platziert ist. In der Winterpause war eine Baustelle der Augsburger die Anfälligkeit für Gegentreffer. Im Schnitt kassierten die Augsburger in der Vorrunde 1,7 Tore pro Partie. Doch auch nach der Verpflichtung des Co-Trainers Jens Lehmann – als aktiver Profitorwart ein Fachmann im Toreverhindern – hat sich nichts verbessert. Im Gegenteil: In der Rückrunde stieg der Schnitt auf 2,3 Tore pro Spiel.

Der FCA ist kein verschworener Haufen mehr

2. Geschlossenheit: In den blutleeren Auftritten verfestigt sich der Eindruck, dass die Spieler nicht an einem Strang ziehen. Über Jahre hinweg zeichnete die Augsburger Mannschaft aus, dass sie sich als verschworener Haufen präsentierte, die exzentrische Ausreißer im Kollektiv auffing. In dieser Spielzeit hingegen fehlt diese Geschlossenheit. In einer Mannschaft muss nicht jeder Spieler mit jedem Spieler befreundet sein, auf dem Platz allerdings müssen sie als Einheit auftreten. Beim FCA ist das nicht der Fall. Stattdessen erkennt Kapitän Daniel Baier „Auflösungserscheinungen“ und Spieler wie Rani Khedira oder Jeffrey Gouweleeuw üben Kritik an Mitspielern und Trainer.

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3. Kader: Über die gesamte Saison hinweg bereitet der Kader Sorgen. Auf der Torhüterposition hat der FCA inzwischen drei Spieler eingesetzt. Auf Fabian Giefer folgten Andreas Luthe und Gregor Kobel. Der Weggang von Marwin Hitz wiegt immer noch schwer. Nicht nur im Tor fehlt Qualität und Konstanz, ebenso in den anderen Mannschaftsteilen. Der FCA verfügt über eine nominell starke Stammelf. Was indes fehlt: ein richtiger Konkurrenzkampf. Die Ergänzungsspieler verfügen nicht über die Leistungsstärke, die arrivierten Stammkräfte in Bedrängnis zu bringen.

4. Verletzungen: Wiederholt fielen in dieser Saison wichtige Spieler aus, unter anderem plagten sich Jeffrey Gouweleeuw oder Alfred Finnbogason mit langwierigen Blessuren. Neuzugang Julian Schieber hat von möglichen 28 Partien vier bestritten. In Leipzig etwa musste Trainer Manuel Baum auf ein Drittel seines Kaders verzichten. Der unterschiedliche Fitnesszustand der Spieler erschwert einen geregelten Trainingsbetrieb mit der kompletten Mannschaft, den Rückkehrern fehlt überdies Spielrhythmus.

Die Fälle Hinteregger und Caiuby haben beim FCA für Unruhe gesorgt

5. Unruhe: Den Bundesligastandort Augsburg zeichnete aus, dass dort Ruhe herrscht. Egal, wie der FCA in der Tabelle steht. In dieser Spielzeit allerdings ist von besagter Ruhe wenig zu spüren. Die Causa Caiuby zog sich eine gefühlte Ewigkeit hin, mit reichlich Verzögerung trennte sich der FCA von seinem Problem-Brasilianer. Doch auch danach wollte keine Ruhe einkehren. Martin Hinteregger kritisierte den Trainer, wurde suspendiert und an Eintracht Frankfurt verliehen. Seine Worte erhalten umso mehr Gewicht, weil sich jüngst auch andere Spieler aus Augsburgs Reihen kritisch äußerten. Rani Khedira unterstellte seinen Mitspielern nach der Nürnberg-Pleite ein Eigenleben auf dem Rasen, Gouweleeuw machte dem Trainer nach dem Hoffenheim-Spiel Vorwürfe wegen dessen permanenter Taktikwechsel.

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09.04.2019

Ich wiederhole mich da gern von der Vorwoche nochmals, es ist leider nur so, dass wir uns hier die Finger wundschreiben können und diskurrieren, die Vereinsführung nimmt das, wenn überhaupt, zur Kenntnis und "wurschtelt" weiter, in der Hoffnung das H96, Nürnberg und Stuttgart (ach ja die kommen ja noch nach Augsburg und nehmen sicher auch drei Punkte mit), am Ende gerade noch hinter uns stehen!

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09.04.2019

Die Gründe sind klar, die braucht man nicht zu beschreiben, die sieht jeder. Was sind die Ursachen dafür?
Viele Verletzte: falsches Training?
Kader: teilweise falsche Ein- bzw Verkäufe/Verleihe?
Geschlossenheit: der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr, falsches (kein) Konzept, Taktik für die meisten unverständlich?
Das sind die Fragen, die sich die Vereinsführung stellen und schnellstmöglich handeln muss; ohne Rücksicht auf Personen!

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09.04.2019

ind der Winterpause hätte nicht der sehr erfolgreiche Spieler Hinterberger weg Gemobbt werden müssen !!! sondern sich genau Überlegt werden sollen was er eigentlich gesagt hat !!! er hat nicht den Trainer beleidigt sondern nur gesagt was viele Spieler leider nur gedacht
haben . wenn der Trainer wären einem spiel 3 mal die Tacktick Ändert !!! wie soll dann ein Spieler wissen was er genau will ??? also laufen sie wie ein Hühnerhaufen Durcheinander !!! aber bin ja mal gespannt wie sich der FCA in der 2 Liega Bewährt ??? wahrscheinlich folgt der nächste abstieg gleich auf dem direkten weg

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09.04.2019

Sehr gut und treffend recherchiert Herr Graf.

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