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FC Augsburg

16.11.2019

Hat Gregoritsch überhaupt noch eine Perspektive beim FC Augsburg?

Michael Gregoritsch will den FCA im Winter verlassen. Ob ihn der Fußball-Bundesligist ziehen lässt, bleibt fraglich. Zunächst steht ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen an.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Der FCA-Profi kritisiert den Klub und will im Winter wechseln. Er sei "ordentlich liegen gelassen worden", sagt der Österreicher.

FCA-Trainer Martin Schmidt musste sich zunächst aufwärmen, ehe er Auskünfte erteilte. Eisig kalt war es im Verlauf des Nachmittags im kleinen Stadion des Münchner Nachwuchszentrums geworden. Im FCB-Campus hatte Fußball-Bundesligist FC Augsburg sein Testspiel gegen die U23 des FC Bayern 4:1 gewonnen. Wobei Spiel, Ergebnis und Torschützen flugs in Vergessenheit gerieten, ein anderes Thema forderte Schmidts Aufmerksamkeit.

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Einen Aufenthalt bei der österreichischen Nationalmannschaft hatte Michael Gregoritsch dazu genutzt, über Heimatmedien seinem Ärger Luft zu verschaffen. Nach dem Verlust seines Stammplatzes äußerte der Offensivspieler in einer Medienrunde seinen Unmut und seinen Wechselwunsch. Wobei seine Worte eher als Forderung denn als Wunsch zu verstehen waren. „Hauptsache weg“, erklärte der 25-Jährige. „Ich bin ordentlich liegen gelassen worden.“

Bereits im Sommer wollte Gregoritsch den FCA verlassen, Sportgeschäftsführer Stefan Reuter ließ ihn aber nicht zum SV Werder Bremen ziehen. Wobei Spieler und Verantwortlicher die Sachlage gegensätzlich darstellen: Laut Reuter gab es kein Angebot, laut Gregoritsch lag eines auf dem Tisch. Dies greift Gregoritsch nun auf, wenn er sagt: „Bei aller Liebe, aber ich habe jetzt ein halbes Jahr praktisch nicht gespielt. Da kann man sich nicht hinstellen und wieder eine zweistellige Millionensumme verlangen.“

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FC Augsburg müht sich um eine besonnene Reaktion auf Gregoritsch-Aussagen

Nach dem verbalen Angriff des Profis mühte sich der FCA um eine besonnene Reaktion. Reuter wollte ein persönliches Gespräch abwarten, ehe er urteilte. Ähnliches hat Trainer Schmidt im Sinn, der lediglich die Schlagzeilen gelesen hatte. Der 52-Jährige meinte, er wisse nicht, in welchem Zusammenhang Gregoritsch die Aussagen getätigt hätte und wolle diese daher nicht weiter kommentieren. Soviel sagte Schmidt dann aber doch. Er wundere sich, denn: „Wir haben intern anders geredet.“

Zu Beginn der Saison setzte Schmidt noch auf Gregoritsch. Seitdem Angreifer Alfred Finnbogason zurückgekehrt ist und der Trainer auf eine Doppelspitze mit dem Isländer und Florian Niederlechner setzt, kommt der Österreicher kaum noch zum Einsatz. Letztmals stand Gregoritsch beim desaströsen 1:5 in Mönchengladbach in der Startelf. Schmidt zeigt Verständnis für die Unzufriedenheit der ehemaligen Stammkraft. „Dass er zu wenig gespielt hat, darüber haben wir schon einige Male geredet“, berichtet der Coach. „Er weiß, was ich von ihm will.“

Mit der Auswahl Österreichs tritt Gregoritsch in der EM-Qualifikation gegen Nordmazedonien (Samstag) und Lettland (Dienstag) an, am Mittwoch wird er in Augsburg zurück erwartet. „Er soll sich auf die Nationalmannschaft konzentrieren und dort Leistung zeigen“, betont Schmidt. Ob sich in der Folge etwas an der Situation von Gregoritsch ändert, darf indes bezweifelt werden. Einerseits reagiert Reuter empfindlich auf öffentliche Kritik eines Spielers und wird ihn dafür kaum mit einem Startelfeinsatz belohnen, andererseits verschärft sich dieser Tage der Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders.

FCA-Trainer Schmidt: "Gibt immer Spieler, die unzufrieden sind"

Abgesehen von Carlos Gruezo und Felix Götze könnte Schmidt in einer Woche gegen Hertha BSC nahezu der komplette Kader zur Verfügung stehen. Im Test gegen Bayern II überzeugten unter anderem Iago sowie die Torschützen Mads Pedersen und Noah Sarenren Bazee. Schmidt muss sich zusehends als Moderator beweisen. Für ihn besteht die Kunst darin, Ergänzungsspieler bei Laune zu halten und zugleich Konstanz in seine Anfangsformation zu bekommen. „Wenn du einen solchen Kader hast, gibt es immer zwei, drei Spieler, die unzufrieden sind“, sagt der Schweizer.

Nicht nur Gregoritsch hat seinen Status als Stammkraft verloren, ebenso warten André Hahn oder Jeffrey Gouweleeuw auf ihre Chance. Während Hahn in München wegen einer Verletzung passen musste, absolvierte Gouweleeuw als Kapitän die komplette Spielzeit auf dem Rasen. Deshalb muss der Niederländer aber nicht zwingend gegen Berlin auflaufen, wie Schmidt verdeutlicht. Ohne Not werde er nach zwei Zu-Null-Spielen nichts ändern.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Gregoritsch hat beim FC Augsburg jeglichen Kredit verspielt

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17.11.2019

Was sollen diese dumpfen Angriffe gegen Gregoritsch? Regt euch doch lieber über den Manager auf, der ihn für eine realistische (!) Summe (s. "Weserkurier" v. Juli/August 2019, 7 bis 9 Millionen) hätte ziehen lassen können - und jeder wäre froh gewesen. Regt euch doch lieber auf, dass man Hitz kein Angebot gemacht hat und er dann für Null nach Dortmund ging oder dass Opare für Null den Verein verlassen konnte, obwohl er ein super Rechtsverteidiger war. Oder regt euch darüber auf, dass man über 30 Leute im Kader hat, wodurch zwangsläufig Unzufriedenheit und fehlende Leistungsbereitschaft entstehen. Also, nicht Hinteregger und Gregoritsch und wer demnächst sonst noch alles angepöbelt wird (Gouweleeuw, Finbogason, Max, Niederlechner, etc), sind das Problem!!

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16.11.2019

Man sollte auch eine Handhabe gegen absichtliche Arbeitsverweigerung im Spiel etablieren. Punktesystem o.Ä. mit finanziellen Konsequenzen. Durch ein vereinseigenes Gremium als Entscheidungsträger.

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16.11.2019

Immer dieses Gejammer von Spielern über irgendwelche Medien. Denen sollte vertraglich ein "Maulkorb" verpasst werden. Bei dem Gehalt in der ersten Liga sollte man ein wenig mehr Disziplin verlangen können. Und Leistung. (edit/mod)

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16.11.2019

Mir stinkt es seit einer ganzen Weile, wenn Profi-Spieler in mittlerweile bekannter Weise ihre Vereine "erpressen" wollen. Und da, meine ich, sollten sich die Juristen der Profiliga gemeinsam Gedanken machen über die Ausgestaltung künftiger Verträge. Von einigen der Profis ist anscheinend die Einsicht, durch ihr Fehlverhalten der übrigen Mannschaft und ihrem eigenen Marktwert zu schaden, nicht zu erwarten.

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16.11.2019

Mir ist der Begriff "Erpressung" zu hoch!
Druck ausüben - ja das ist es wohl.
Aber den Mund verbieten kann ja keine Lösung sein.
Wollen wir wirklich den noch-stromlinienförmigeren Akteur?
Wollen wir wirklich nur noch lesen, was seitens einer Presseabteilung zensiert ist?
Wollen wir nur noch geschönte Statements, die Friede-Freude-Eierkuchen zum Inhalt haben?
Wollen wir uns über Fussball, ich meine das Spiel, unterhalten oder über Strategien der Definition des Marktwerts aus Sicht der vermeintlichen Interessenslage?
Und so ganz nebenbei - auch Vereine haben Druckmittel die sie mal mehr mal weniger erfolgreich einsetzen. Darf ich an die Causa Hitz erinnern; da wurde ein Fabian Giefer verpflichtet um Hitz zum Weggang (eben noch mit Ablöse) zu "bewegen".

Und welch Wunder - da Bundesligafussball zuallererst ein Geschäft ist ist es doch naiv zu glauben, dass ausser money andere (ehrbarere) Motive die Handlungen der Spieler, der Trainer, der Vereine vorrangig beeinflussen.

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16.11.2019

Sehe ich ähnlich, völlig unabhängig davon, ob das Verhalten unter den Straftatbestand Erpressung zu subsumieren wäre. Jedenfalls kostet den FCA Gregoritschs Verhalten jede Menge Kohle und dagegen sollte sehr wohl ein Riegel vorgeschoben werden. Mir erschließt sich die Begeisterung für nicht stromlinienförmig agierende Angestellte eines Unternehmens nur bedingt. Vor allem, wenn sie nur dann so agieren, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passt.

Im Grunde wären die nationalen und internationalen Verbände gefordert. Entweder macht man es so wie in Spanien und Portugal und setzt bei jedem Vertragsabschluss eine fixe Abslösesumme fest oder man baut Vertragsstrafen ein, wenn der Spieler durch Verhalten wie Gregoritsch und Hinteregger ihren Marktwert senken oder noch viel besser, bei einem solchen Verhalten ist der Spieler beim aufnehmenden Verein das nächste halbe Jahr gesperrt. ;-)

Für feste Ablösesummen spräche, dass der Spieler sich nicht mehr beklagen könnte, dass man ihn mittels zu hoher Ablösesummen nicht ziehen lässt, dagegen, dass man ggf. einen Spieler auch weit unter aktuellem Marktwert abgeben müsste.

Also wird ein System der Sperre, das wirkungsvollste sein, um die Spieler halbwegs zu disziplinieren. Der Spieler will sein monatliches Gehalt ja auch bekommen, wenn er miese Leistungen abliefert. Insofern sollte Loyalität eine Selbstverstädnlichkeit sein.

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16.11.2019

"MICHAEL GREGORITSCH KÖNNTE FÜR WERDER BREMEN ZUM WINTER-TRANSFER-SCHNÄPPCHEN WERDEN."
Quelle: https://www.deichstube.de/news/werder-bremen-michael-gregoritsch-transfer-geruechte-fc-augsburg-bundesliga-wechsel-zr-12307801.html

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16.11.2019

Ein Artikel, der strotzt vor Fragezeichen und Konjunktiven und abschließt mit der Feststellung: >>Fraglich ist aber, ob die Grün-Weißen um Cheftrainer Florian Kohfeldt noch immer mit einem Transfer des Augsburg-Angreifers liebäugeln oder aber die Sommer-Pläne endgültig verworfen wurden.<<

Das täte ich mir an Bremens Stelle auch überlegen. Schließlich konnten sie im eigenen Stadion miterleben, welch lasche Performance Gregerl an den Tag legt, wenn ihm mal eine Laus über die Leber läuft.

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16.11.2019

Tolle Frage! Er will doch gar kein Perspektive beim FCA! Er will nur weg. Je weniger Perspektive, umso schneller ist (kann) er weg!

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