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FCA II gegen 1860

15.10.2017

Hochrisikospiel in Augsburg: Polizei setzt Pfefferspray gegen Fans ein

In Augsburg ist das Polizeiaufgebot wegen des Spiels zwischen dem FCA II und 1860 München heute groß.
Bild: Peter Fastl

Schon vor dem Hochrisikospiel zwischen dem FC Augsburg II und 1860 München musste die Polizei die verfeindeten Fanlager trennen. Am Abend eskalierte die Situation.

Es war am Sonntag kurz vor 19 Uhr, als die Einsatzleitung der Augsburger Polizei glaubte, durchatmen zu können. Der Tag mit dem Hochrisikospiel zwischen dem FC Augsburg II und dem TSV 1860 München schien glimpflich zu Ende gegangen zu sein. Der Zug mit fast allen Löwen-Ultras hatte gerade den Augsburger Hauptbahnhof verlassen, ohne dass es zu einem Aufeinandertreffen der beiden verfeindeten Fanlager gekommen war, als es in der Nähe der Maxstraße doch noch einen Zusammenstoß gab.

Ultras beider Lager waren auf der Augsburger Flaniermeile aneinandergeraten. Die Polizei ging dazwischen, es kam zu einer kurzen Verfolgungsjagd, bei der auch Beamte tätlich angegangen wurden. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Am Ende gab es acht Verletzte, hauptsächlich durch das Pfefferspray. Die Polizei stellte bei rund 40 Personen, vor allem aus der Augsburger Ultraszene, die Personalien fest. Die Maxstraße war von Einsatzfahrzeugen der Polizei und der Sanitäter längere Zeit blockiert.

„Leider kam es am Ende doch noch zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, auch gegen Polizeibeamte“, bedauerte der Augsburger Polizeidirektor Peter Trippmacher. Der genaue Hergang müsse aber erst noch rekonstruiert werden.

Am Abend war die Polizei im Bereich der Maxstraße im Einsatz, als es zu einer Rangelei zwischen den Fanlagern kam.
Bild: Michael Hochgemuth

FCA II gegen 1860: Schon vor dem Derby gab es 17 Festnahmen

Es war das unrühmliche Ende eines Tages, der bei der Polizei ganz im Zeichen des Hochrisikospieles gestanden hatte und bis zum Abend halbwegs in friedlichem Rahmen abgelaufen war. Beide Fanszenen sind traditionell verfeindet und nutzten das Aufeinandertreffen in der vierten Liga, um vor dem Spiel Stimmung zu machen. Die Löwen sprachen von einer Invasion in Augsburg. Der harte Kern der Münchner hatte im Vorfeld angekündigt, sich am Vormittag am Königsplatz zu treffen. Die Augsburger Ultras wollten das verhindern, indem sie diesen ab 10.30 Uhr besetzt hielten.

Das Großaufgebot der Polizei hatte dann auch einiges zu tun, um die Fan-Lager auseinanderzuhalten. Die rund 350 Löwen-Ultras, die mit dem Zug angereist waren, wurden am Hauptbahnhof festgehalten. Allerdings gelang es immer wieder kleinen vereinzelten Gruppen aus beiden Lagern, in einem Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei sich doch zu Schlägereien zu treffen. Insgesamt kam es vor dem Spiel zu 17 Festnahmen.

Trotzdem zog Einsatzleiter Bernd Waitzmann um 14 Uhr ein positives Zwischenfazit. „Obwohl wir einige Straftaten und Sicherheitsstörungen zu verzeichnen hatten, ist unser Konzept der konsequenten Fan-Trennung größtenteils aufgegangen.“

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Großes Polizeiaufgebot vor Spiel FCA II gegen 1860
Bild: Peter Fastl

Die 60er-Fans wurden mit Bussen und Straßenbahnen zum Stadion gebracht, die FCA-Ultras sammelten sich und marschierten zur Arena. Die Bilanz der Anreise: ein lahmgelegter Bus durch die Münchner, ein Flaschenwurf auf eine Straßenbahn, die mit Löwen-Ultras besetzt war, durch die Augsburger.

FC Augsburg II siegt gegen die Löwen - vor einer Rekordkulisse

Im Stadion hatten die rund 10.000 Löwen unter den 21.219 Zuschauern weitestgehend das Sagen. Es war ein neuer Zuschauerrekord für die Regionalliga Bayern. Der alte mit 15.224 Besuchern stammt aus dem Jahr 2015, der Partie zwischen Jahn Regensburg und dem FC Bayern II.

So gut die Stimmung im Stadion auch war, so ärgerlicher waren Aktionen der 60er-Ultras, die nicht darauf verzichten wollten, zahlreiche Pyrostäbe im Gästeblock abzubrennen. Grund zum Jubeln hatten am Ende aber die FCA-Fans. Efkan Bekiroglu (41./65.) und Artur Mergel (61.) erzielten beim 3:2-Sieg die Augsburger Tore, für die Löwen trafen Markus Ziereis (64.) und Nicholas Helmbrecht (82.). Den Spielbericht lesen Sie hier.

Nach dem Spiel hielt die Polizei die Löwen-Ultras im Gästeblock zurück, brachten sie dann hauptsächlich mit Shuttle-Bussen direkt zum Augsburger Hauptbahnhof, verhinderte so ein Aufeinandertreffen mit den Augsburgern. Die Taktik der Polizei war aufgegangen, bis es Abend wurde.

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