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FC Augsburg

07.12.2016

In den FC Augsburg wird kräftig investiert

Am Mittwoch findet die Jahreshauptversammlung des FC Augsburg statt.
Bild: Tobias Hase (dpa)

Bei der Jahreshauptversammlung wird ein Rekordumsatz für die Saison 15/16 erwartet. Die neuen Aufsichtsräte stehen im Fokus, zu denen auch der Berater von Franz Beckenbauer gehört.

Als im April der FC Augsburg die Namen der vier neuen Aufsichtsräte der GmbH & Co KGaA veröffentlichte, war die Überraschung groß. Marcus Höfl, der Berater von Franz Beckenbauer und Ehemann von Ski-Ass Maria Höfl-Riesch war der prominenteste Name auf der Liste des Kontrollgremiums der Profi-GmbH.

Kommen die neuen Aufsichtsräte zur Jahreshauptversammlung?

Die anderen, Stefan Frederking (Vorsitzender), sowie Thilo Sautter und Detlef Dinsel waren gänzlich unbekannt. Ob sie sich heute (19 Uhr, WWK-Arena) bei der Jahreshauptversammlung den FCA-Mitgliedern erstmals präsentieren, war gestern noch ungewiss.

Drei der vier neuen Aufsichtsräte bringen nicht nur ihre Kompetenz und ihr Netzwerk in den Bundesligisten ein. Marcus Höfl, Thilo Sautter und Detlef Dinsel haben auch viel Geld in den Bundesligisten investiert. Sie bilden zusammen mit FCA-Chef Klaus Hofmann die Hofmann Investoren GmbH, die im Oktober 2015 die KGaA-Anteile von Walther Seinsch und dessen Investoren GbR übernommen hat. 8,2 Millionen Aktien im Nennwert von einem Euro hatte Hofmann vor gut 14 Monaten von Seinsch übernommen.

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Nur 50.000 Aktien besitzt die FCA-Beteiligungs GmbH, die dem e.V. gehört. Durch die 50+1-Regelung hat der Verein, dessen Vorstandsvorsitzender Hofmann ist, aber immer die Stimmenmehrheit.

Während die angeblichen Co-Investoren von Seinsch nie in der Öffentlichkeit genannt wurden, sind die Namen der neuen FCA-Investoren kein Geheimnis.

Wie hoch der Kaufpreis der 8,2 Millionen Seinsch-Aktien war, den Hofmann und seine Mit-Investoren zahlten, aber schon.

Hofmann selbst ist Geschäftsführer der Hofmann Investoren GmbH, hat auch dort das Sagen. Das Stammkapital beläuft sich auf 11,75 Millionen Euro. Klaus Hofmann selbst brachte 3,75 Millionen Euro ein.

Marcus Höfl ist mit 1,5 Millionen Euro am FCA beteiligt

Marcus Höfl hat sich über seine MHM Group GmbH mit Sitz in Kitzbühel mit 1,5 Millionen Euro am FCA beteiligt. MHM steht für „Marcus Höfl Management“. Mit seiner Firma entwickelt der 43-Jährige Marken und erwirbt und verwertet Rechte von Persönlichkeiten, Verbände, Firmen, Events aber auch von Vereinen. Seine prominentesten Klienten sind seine Frau Maria und Franz Beckenbauer.

Thilo Sautter, 46, Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Cinven, hat 750 000 Euro in den FCA investiert.

Detlef Dinsel brachte über seine Maja Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH zwei Millionen Euro ein. Der 51-Jährige ist Partner der IK Investment Partners, den früheren Mit-Eigentümer an Hofmanns Unternehmen Minimax-Viking.

Michael Reuss, der über die Project Green GmbH wie Hofmann 3,75 Millionen Euro investiert hat, hat keine Funktion beim FCA. Der 47-Jährige ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen in München.

Der einzige Zweck der Hofmann Investoren GmbH ist, so steht es in der Satzung, die Verwaltung der Aktien an der FCA GmbH & Co. KGaA. Ausdrücklich ist in Paragraf 2, Absatz 2 vermerkt, dass die Gesellschaft keine anderen Geschäfte betreibt und sich insbesondere nicht an anderen Fußball-Klubs beteiligt. In Paragraf 3 erklären die Gesellschafter, dass sie ihre Beteiligung als langfristig, nachhaltig und nicht spekulativ ansehen.

Deshalb hat auch Michael Ströll, der neue FCA-Geschäftsführer Finanzen, keine Angst davor, dass die Investoren direkt Einfluss auf die Geschäfte des Bundesligisten nehmen wollen. Er sagt: „Klaus Hofmann hat die weiteren Gesellschafter mit sehr viel Augenmaß ausgesucht. Es ist aus Vereinssicht eine sehr gute Kombination von Persönlichkeiten, die uns mit ihren Netzwerken und ihrem Know-how weiterhelfen können.“ Ströll, 32, trat im August die Nachfolge von Peter Bircks an, der als Geschäftsführer in den Bereich Marketing wechselte.

Umsatz der vergangenen Saison könnte bei 90 Millionen Euro liegen

Diplom-Sportökonom Ströll ist schon seit 2006 beim FCA tätig und bereitete nun zum ersten Mal in seiner neuen Position die Zahlen der GmbH & Co. KGaA für die Jahreshauptversammlung auf. Zu genauen Beträgen für die Saison 15/16 schweigt sich Ströll im Vorfeld der Jahreshauptversammlung aus, doch es wird ein Rekord-Jahr sein. Europa League und der Baba-Transfer spülten zusätzlich viel Geld in die Kassen. 14/15 lag der Umsatz bei fast 60 Millionen Euro. In der vergangenen Saison, so munkelt man, könnte der Umsatz bei geschätzten 90 Millionen Euro liegen.

Der FCA boomt, doch Ströll sieht natürliche Grenzen. „Im Sponsoring-Bereich sind wir grundsätzlich gut ausgelastet. Hier sind deutliche Zuwächse eher schwer zu erzielen.“ Er beschäftigt sich auch mit anderen Finanzierungsmethoden: „Wenn man signifikant weiterkommen will, muss man über Alternativen nachdenken, die man erschließen kann. Wir sind jetzt erst im elften Jahr im professionellen Fußball vertreten, Wir haben noch in vielen Bereichen Nachholbedarf und wollen ein solider und stabiler Erstligist in allen Bereichen werden.“

Die Möglichkeit, dass neues Geld über neue Investoren erschlossen wird, schließt Ströll nicht aus. „Wir sind nicht aktiv auf der Suche nach weiteren Gesellschaftern, aber wir wollen auch auf Dauer konkurrenzfähig sein. Wenn am Ende jemand da sein sollte, der Interesse am FCA hat und kleine Anteilspakete erwerben möchte, dann müssen wir uns zumindest damit auseinandersetzen.“ Eines betont er: „Wichtig ist für uns, dass die Entscheidungen beim FCA immer in Augsburg getroffen werden. Egal, was in der Zukunft passiert.“

Darum ist der Geschäftssitz der Hofmann Investoren GmbH auch Augsburg. Nach dem bevorstehenden Einstieg eines chinesischen Groß-Investors hört sich das nicht an. Eher nach einer behutsamen Verbreiterung der Kapitalbasis. Eine Möglichkeit wäre es zum Beispiel, dass die GmbH & Co. KGaA direkt ihr Kapital erhöht, oder dass die Hofmann Investoren GmbH ihre Reserve von 5,875 Millionen Euro genehmigtes Kapital anzapft.

Vielleicht legen die jetzigen Investoren ja selbst nach. Geld müsste vorhanden sein. In der Satzung erklären sie, dass ihre Beteiligungen an der Investoren GmbH „nicht ihr ganzes oder auch nur wesentliche Teile ihres Vermögens darstellen“.

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