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FC Augsburg

22.11.2019

Julian Schieber will beim FCA Finnbogasons Lücke nutzen

So würde sich Julian Schieber (rechts, hier im Testspiel gegen Bologna) gerne häufiger sehen: In Aktion auf dem Platz. Bislang aber hat der 30-Jährige in dieser Saison kaum Einsatzzeiten bekommen, dabei fühlt er sich rundum fit.
Bild: Ulrich Wagner

Plus In der laufenden Runde wird der Angreifer des FC Augsburg kaum eingesetzt. Wie der 30-Jährige mit dieser Enttäuschung umgeht und was ihn zuversichtlich stimmt.

Julian Schieber ist schon da. Ein paar Minuten früher als vereinbart ist er zum Gespräch erschienen und wartet. Wobei er dieses Gefühl dieser Tage bestens kennt. Im übertragenen Sinn. Immer wieder warfen den Angreifer des FC Augsburg Verletzungen zurück. Seit einigen Monaten nun trainiert er regelmäßig, hat kaum eine Einheit verpasst. Es gehe ihm sehr gut, merkt der 30-Jährige an, mit Blick auf seine Verletztenhistorie sei er sehr zufrieden. Weitaus weniger zufrieden ist er mit seinen Einsatzzeiten.

Schieber ist es aus seinem Selbstverständnis heraus gewohnt zu spielen. Will machen, was er über weite Strecken seiner Karriere gemacht hat. Tore schießen. Spiele entscheiden. Seiner Mannschaft helfen. Die bisherigen 22 Minuten Spielzeit würden seinem Anspruch nicht gerecht, betont der Fußballprofi. "Ich bin unzufrieden, weil ich mich in einem Zustand fühle, in dem ich helfen kann. Die ganze Woche Gas geben und dann am Spieltag nur auf der Bank oder nicht im Kader zu sein, ist natürlich enttäuschend. Jeder Spieler tickt so."

Während Mitspieler Michael Gregoritsch diese Unzufriedenheit öffentlichkeitswirksam und drastisch äußerte , müht sich Julian Schieber um Geduld und Besonnenheit. Sein Dasein als Ergänzungs- und Ersatzspieler verbucht er als gewöhnliche Begleiterscheinung im Profifußball.

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Finnbogasons Verletzung verbessert Schiebers Position

Dem Spieler ist bewusst, dass ihm nur eine Möglichkeit bleibt: über Leistungen in Training und in Testspielen überzeugen. Zuletzt traf Schieber in der Länderspielpause gegen den FC Bayern München II, auch in den Tests zuvor war er erfolgreich. Schieber betont: "Letztendlich ist das immer eine Entscheidung des Trainers. Ich lasse mich nicht hängen und bin überzeugt: Ich werde meine Chance bekommen."

Womöglich früher als er für möglich gehalten hätte. Durch den mehrmonatigen Ausfall von Alfred Finnbogason eröffnen sich für die Konkurrenten im Angriff Möglichkeiten, Schieber oder Sergio Cordova könnten den Isländer nominell am Sonntag gegen Hertha BSC ersetzen. Niemand wünscht einem Mitspieler eine Verletzung – erst recht nicht Schieber, der sich in Finnbogasons Situation hineinversetzen kann. Dennoch haben sich die Aussichten auf Einsatzzeit für ihn erhöht. Julian Schieber zeigt Mitgefühl, sagt aber auch: "Einem Kollegen wünscht man nie eine Verletzung. Aber klar ist, dass dies nun eine Chance ist. Natürlich erhoffe ich mir, wieder mehr dabei zu sein", sagt er.

Wenn der FCA am Sonntag Berlin empfängt (15.30 Uhr), begegnen sich einmal mehr Schiebers Gegenwart und Vergangenheit. In Berlin stand der gebürtige Baden-Württemberger vier Jahre lang unter Vertrag. Gerne erinnert er sich an diese Zeit, auch wenn Verletzungen diese prägten. Die Hauptstadt verlassen hat Schieber unter anderem deshalb, weil er den Ruf eines Dauerpatienten ablegen wollte.

Seit April trainiert Schieber voll mit der Mannschaft

In Augsburg misslang dieser Versuch zunächst. Dort hatte er nach seinem Wechsel 2018 mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Erst warf ihn eine Knieverletzung zurück, große Teile der Rückrunde verpasste Schieber wegen einer Muskelverletzung. Früher, in den ersten Jahren seiner Karriere, hätten ihn derartige Rückschläge zweifeln lassen, meint der Spieler, heute nicht mehr. Letztlich kam Schieber in seiner Premierensaison auf neun Einsätze, seinen einzigen Treffer erzielte er beim denkwürdigen Saisonausklang in Wolfsburg (1:8).

Seit April trainiert Schieber vollumfänglich mit der Mannschaft. Seine Herangehensweise hat sich nicht zuletzt wegen seiner vielen Verletzungen verändert. Als 30-Jähriger weiß er, worauf er achten muss. In eine Schublade stecken lassen will er sich aber nicht, weder als Ernährungsguru noch als Fitnessfanatiker will er gelten. "Generell muss ich mich mehr pflegen als vielleicht andere Spieler. Ich habe aber einen guten Mix gefunden", sagt Schieber.

Drei Kinder hat der verheiratete Profi, im Alter von elf Monaten, drei sowie fünf Jahren. Seine Urlaube verbringt er gerne in Thailand, die flimmernde Metropole Bangkok zählt zu seinen Sehnsuchtsorten. Er macht sich Gedanken über das Leben nach dem Fußball, will mit der Familie in die Heimatregion Backnang in Baden-Württemberg ziehen. Noch ist ihm das Kicken aber zu wichtig und bereitet ihm zu viel Spaß. Mit Blick auf seinen Vertrag bis Sommer 2021 beim FC Augsburg sagt er: "Ich bin hier noch nicht fertig."

Aber: Nur auf Einsätze hoffen, ist ihm letztlich auch zu wenig. Sollte sich nach dieser Spielzeit nichts ändern, will er sich mit den Verantwortlichen des FCA zusammensetzen und nach einer Lösung suchen.

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