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Bild: Ulrich Wagner
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Philipp Max hat die Nichtnominierung gut weggesteckt. Der Abwehrspieler bot eine starke Partie und bereitete auch die 1:0-Führung vor.

FC Augsburg
03.09.2018

Keine Nationalelf-Nominierung: Das sagt Philipp Max dazu

Von Robert Götz

Der Verteidiger gibt die Antwort auf seine Nichtnominierung. Er will in die Nationalmannschaft. Wenn nicht mit dem FCA, dann wohl mit einem anderen Klub.

Irgendwie hatte es Stefan Reuter, 51, schon Tage vor der offiziellen Bekanntgabe der Nominierung geahnt, dass Philipp Max beim Neustart der deutschen Nationalmannschaft nach der WM-Pleite nicht dabei sein würde. „Es hat uns keiner kontaktiert, deshalb bin ich davon ausgegangen, dass er nicht nominiert wird“, erklärte der Geschäftsführer Sport des FC Augsburg am Samstag. „Wenn ein Spieler das erste Mal nominiert wird, dann wird wahrscheinlich der Trainer oder ich informiert, dass man den Spieler auch behutsam darauf vorbereiten kann.“

Doch das Smartphone von Reuter und auch das von Max blieb stumm. Bundestrainer Joachim Löw hatte nicht in Augsburg, sondern in Hoffenheim bei Nico Schulz angerufen. Wohl auch unter dem Eindruck dessen, was er von Max am ersten Spieltag in Düsseldorf höchstpersönlich gesehen hatte. Es war eines der schwächeren Spiele des 24-jährigen Max gewesen.

Der gab sich nach dem 1:1 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach in der Mixed-Zone der WWK-Arena gefasst und überhaupt nicht eingeschnappt. „Wenn man liest und hört, dass viele einem die Daumen drücken, hofft man natürlich, dass dein Name da auftaucht. Aber für mich ist gar nichts selbstverständlich“, sagte er und fügte an: „Es ist das Höchste, was man als deutscher Fußballer erreichen kann, da dabei zu sein.“ Er selbst habe sich hohe persönliche Ziele gesetzt, er wolle hungrig bleiben, an seinen Schwächen arbeiten.

Reuter: Die Nichtnominierung stachelt Max noch zusätzlich an

Das tat er dann schon die Woche über, verwandelte seinen sicher vorhandenen Frust über seine Nichtnominierung in Energie. Was Reuter als fleißiger Trainingsbeobachter wohlwollend zur Kenntnis nahm: „Man hatte das Gefühl, dass er noch einen Prozentpunkt mehr gieriger und fokussierter war.“

Und wäre Löw am Samstag nach Augsburg gekommen – Platz war in der nicht ausverkauften WWK-Arena genug –, hätte er sich vielleicht anders entschieden. 82 Prozent seiner Zweikämpfe hatte Max gewonnen, das FCA-Führungstor von Michael Gregoritsch mit einer gefühlvollen Flanke vorbereitet, 34 Sprints angezogen, sechs Torschussvorlagen gegeben und 79 Prozent seiner Pässe an den eigenen Mann gebracht. Max hatte da angeknüpft, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hatte. Er war beim 1:1 (1:0) gegen Gladbach in einer starken FCA-Elf gegen eine starke Borussia in einem Spitzenspiel einer der besten Augsburger.

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Das ist der aktuelle FCA-Kader
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TOR: Nach dem Abgang von Marwin Hitz in Richtung Dortmund macht sich Andreas Luthe Hoffnungen auf den Stammplatz im FCA-Tor.

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TOR: Der 28-jährige Fabian Giefer kam vor einem Jahr von Schalke 04. In der kommenden Spielzeit will er ebenfalls Augsburgs neue Nummer Eins werden.

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TOR: Benjamin Leneis unterzeichnete beim FC Augsburg einen Profivertrag bis 2023.

Foto: Stefan Puchner, dpa

ABWEHR: Martin Hinteregger ist eine der Säulen in der Augsburger Abwehr. Der Vertrag des Österreichers läuft noch bis 2021.

Foto: Stefan Puchner, dpa

ABWEHR: Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw, 26, war in der abgelaufenen Saison einer der Besten im Team von Manuel Baum.

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ABWEHR: Kevin Danso ist zwar erst 19 Jahre alt, zählt aber bereits jetzt zu den Leistungsträgern in der FCA-Abwehr.

Foto: Huebner/taeger

ABWEHR: Christoph Janker war in der vergangenen Saison lange Zeit abgeschrieben. Dennoch hat der 33-jährige Innenverteidiger um ein Jahr bis 2019 verlängert.

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ABWEHR: Am 34. Spieltag der vergangenen Saison debütierte Simon Asta für den FCA und war der erste Spieler in der Bundesliga aus dem Jahrgang 2001. Asta kommt aus Augsburg.

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ABWEHR: Innenverteidiger Tim Rieder war an Slask Wroclaw ausgeliehen. In der Saison 2018/19 spielt er für Darmstadt. Sein Vertrag in Augsburg geht noch bis 2021.

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ABWEHR: Noch bis Juni 2019 läuft der Vertrag von Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Der 33-Jährige war an den 1. FC Kaiserslauern ausgeliehen.

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ABWEHR: Viele wollten ihn sogar bei der WM für Deutschland spielen sehen: Philipp Max überzeugte auf der linken Außenverteidiger-Position als Vorlagengeber.

Foto: Tobias Hase, dpa

ABWEHR: Felix Götze, der Bruder von Mario Götze, kommt vom FC Bayern München.

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ABWEHR: Kilian Jakob kam 2017 vom TSV 1860 München. Derzeit laboriert der 20-jährige Außenverteidiger an einem Kniescheibenbruch.

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ABWEHR: Raphael Framberger verpasste große Teile der Rückrunde aufgrund einer Bänderverletzung. In der kommenden Saison will der 22-Jährige wieder die rechte Außenbahn beackern.

Foto: Hendrik Schmidt, dpa

ABWEHR: In Richtung Augsburg geht es wieder für Georg Teigl. Der 27-jährige Österreicher kehrt von einer Leihe bei Eintracht Braunschweig zurück.

Foto: Andreas Gebert, dpa

ABWEHR: Außenverteidiger Konstantinos Stafylidis ist einer der vielen Leihspieler, die nach AUgsburg zurückkehren. Er spielte auf der Insel bei Stoke City.

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ABWEHR: Jozo Stanic stammt aus der Jugend des FCA. Der 19-jährige Deutsch-Kroate hat einen Vertrag bis 2022 unterschrieben.

Foto: Matthias Balk, dpa

MITTELFELD: Noch bis 2021 läuft der Kontrakt des 24-jährigen Rani Khedira. Er spielt beim FCA im defensiven Mittelfeld.

Foto: Stefan Puchner, dpa

MITTELFELD: Daniel Baier ist aus dem Mittelfeld des FCA nicht wegzudenken. Der Kapitän spielt seit über acht Jahren für Augsburg.

Foto: Matthias Bitzl

MITTELFELD: Der 18-jährige Felix Schwarzholz hat einen Profi-Vertrag bis 2022 unterschrieben.

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MITTELFELD: Der 28-jährige Tscheche Jan Morávek spielt im zentralen Mittelfeld.

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MITTELFELD: Takashi Usami war in der vergangenen Saison an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. Nach einer Verlängerung bis 2021 geht es erneut leihweise zur Fortuna.

Foto: Stefan Puchner, dpa

MITTELFELD: Ja-Cheol Koo ist einer der WM-Fahrer des FC Augsburg. Für Südkorea ging der offensive Mittelfeldspieler in Russland auf Torejagd und gewann gegen die DFB-Elf.

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MITTELFELD: Hans Fredrik Jensen kommt von Twente Enschede. Der 20-jährige Finne gilt als großes Talent.

Foto: Stefan Puchner, dpa

MITTELFELD: Caiuby ist beim FCA meistens gesetzt. Der 29-Jährige Linksaußen mit der auffälligen Frisur hat noch bis 2020 Vertrag.

Foto: Uwe Speck, Witters

MITTELFELD: Jonathan Schmid geht in seine dritte Spielzeit mit dem FCA. Der Franzose ist auf der rechten Außenbahn zu Hause.

Foto: Klaus Rainer Krieger

MITTELFELD: Romario Rösch spielt im offensiven Mittelfeld und kommt aus der eigenen Jugend des FCA.

Foto: Stefan Puchner, dpa

ANGRIFF: Sergio Córdova aus Venezuela geht in seine zweite Spielzeit beim FCA.

Foto: Tim Groothuis

ANGRIFF: Viel zu jubeln hatte Michael Gregoritsch in der abgelaufenen Saison. Die Fans und der FCA hoffen auch 2018/19 auf Tore des Österreichers.

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ANGRIFF: Marco Richter aus Ried (Kreis Aichach-Friedberg) kommt aus der Jugend des FC Augsburg.

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ANGRIFF: Alfred Finnbogason steht bis 2020 beim FCA unter Vertrag.

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ANGRIFF: Südkoreas Nationalspieler Dong-Won Ji kehrt nach einer Leihe bei Darmstadt zurück. Der 27-Jährige hat noch ein Jahr Vertrag beim FCA.

Foto: Karl-josef Hildenbrand

ANGRIFF: Julian Schieber war Augsburgs erster Neuzugang für die kommende Saison. Der Stürmer kommt von Hertha BSC Berlin.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

ANGRIFF: André Hahn spielt in der kommenden Saison wieder für den FC Augsburg. Dort spielte er bereits vor vier Jahren, wechselte dann aber nach Gladbach und Hamburg.

Warum Löw bisher Max nicht nominiert hat, wurde dem Verschmähten bisher nicht mitgeteilt. „In der Richtung gab es nichts“, erklärte Max. Er klang, als erwarte er auch keine Erklärung. Lieber lieferte er selbst gleich nach, an was er derzeit arbeite. „Ich versuche selbst torgefährlicher zu sein, mich besser in den Räumen zu bewegen und auch in der Fünferkette häufiger im gegnerischen 16er aufzutauchen.“  Lernwillig ist Max. Vielleicht liegt es einfach an der fehlenden internationalen Erfahrung. Ob er die beim FCA bekommen wird, kann ihm niemand sicher versprechen.

Wie lange bleibt Max noch beim FC Augsburg?

Wohl auch deshalb kann man davon ausgehen, dass Max sein Vertragsende in Augsburg 2022 nicht erleben wird. Schon in dieser Saison wäre er einem Wechsel zu einem Topklub nicht abgeneigt gewesen. Max: „Natürlich war das immer wieder ein Thema, aber ich hab mich immer auf den Moment fokussiert. Ich war nicht so in der Thematik drin, dass ich sagen muss hopp oder top. Ich fühle mich ja wohl, ich will ja nicht auf Biegen oder Brechen weg.“

Es gab auch noch keine konkreten Angebote, weil der FCA von Beginn an klarmachte, dass Max wohl unter 25 bis 30 Millionen Euro nicht zu haben sein würde. Und so viel wollte niemand ausgeben.

Jetzt hat Max erst einmal ein Jahr Zeit zu zeigen, dass er diesen Preis durchaus wert ist. Er macht keinen Hehl daraus, dass er für den nächsten Schritt bereit ist. Deshalb hat er auch seine Beraterfirma ISCM verlassen. Die hatte ihn als 21-Jährigen vom damaligen Zweitligisten Karlsruher SC zum FCA gebracht. Dort ist er gereift. Als Mensch und auch als Spieler. Die nächste Stufe will er jetzt mit Sportstotal erklimmen, deren Aushängeschild Toni Kroos ist. Das Zeichen ist unmissverständlich. „Ich wollte einfach einen neuen Input“, sagt er. Erst einmal durch einen neuen Berater. Irgendwann auch durch die Nationalmannschaft und irgendwann auch wohl durch einen neuen Verein.

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