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FC Augsburg

07.04.2019

Kobel spricht von "besonderem Spiel" gegen Hoffenheim

„Bei mir waren die Emotionen auch hoch.“Gleich nach dem Pokalspiel gegen Leipzig steht für den Augsburger Torhüter Gregor Kobel das nächste emotionale Spiel an.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Ob Gregor Kobel über diese Saison hinaus das Tor des FCA hütet, bleibt ungewiss. Am Sonntag trifft der Leihspieler auf seinen Stammklub TSG Hoffenheim.

Pokalnächte bieten die Bühne, um Heldengeschichten aufzuführen. Hauptrollen nehmen wiederkehrend Torhüter ein, spätestens im Elfmeterschießen öffnet sich für die Schlussmänner der Vorhang. Gregor Kobel stand kurz davor, Teil einer Heldengeschichte zu werden. Der 21-Jährige hätte der Partie eine weitere Wendung geben können, ein Happy End blieb ihm indes verwehrt.

Mit einem parierten Strafstoß hätte Kobel dem FC Augsburg die Chance aufs Halbfinale erhalten können. Leipzigs Marcel Halstenberg hatte allerdings etwas dagegen, nervenstark schlenzte er den Ball links oben in den Knick. Kobel war chancenlos, hatte das Nachsehen.

Gregor Kobel: Spiel gegen Leipzig war nervenaufreibend

Seit der Winterpause hütet der Hüne das FCA-Tor. Im Augsburger Trikot erlebte er am Dienstagabend seine bisher emotionalste Begegnung, erzählte er im Nachgang. Das Auf und Ab. Erst der Rückstand. Dann der Ausgleich. Und in der letzten Minute der Verlängerung der Leipziger Siegtreffer. All das hatte Kobel aufgewühlt.

Dass das die Gefühle der Gewinner und Verlierer nach Schlusspfiff in eine Rudelbildung münden ließ, dafür zeigt Kobel ein Stück weit Verständnis. „Ich verstehe, dass die Emotionen nach so einem Pokal-Aus hoch sind. Bei mir waren die Emotionen auch hoch“, erklärt der Torhüter.

Voller Einsatz: FCA-Torhüter Gregor Kobel bei der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern.
Bild: Ulrich Wagner

Wie seine Mitspieler hatte Kobel gegen den Favoriten eine engagierte Leistung gezeigt. Hatte gehalten, was zu halten war. Glanzparaden waren nicht nötig, weil die Leipziger das Tor verfehlten oder Kobels Mitspieler brenzlige Situationen bereinigten.

Selten musste der Schweizer jene Qualitäten zeigen, die den FCA veranlassten, ihn als Leihspieler von der TSG Hoffenheim zu holen und sogleich als Stammkraft zu etablieren. Am Sonntag kommt es zum Wiedersehen, Augsburg empfängt Hoffenheim (15.30 Uhr).

Während sich die Gäste Hoffnungen machen, vor dem Abschied von Trainer Julian Nagelsmann die Europa League zu erreichen, kämpfen die Augsburger für den Ligaverbleib. Kobel geht davon aus, dass er spielen wird. Von einer Klausel, die einem Einsatz gegen Hoffenheim im Weg stehen könnte, weiß er nichts. Für ihn ist das Aufeinandertreffen kein Spiel wie jedes andere. „Auf jeden Fall ist das etwas Besonderes“, betont Kobel.

Das verlorene Pokalspiel ist abgehakt. Bundesliga ist wieder angesagt. Am Sonntag empfängt der FCA Hoffenheim - und hofft im Abstiegskampf auf Punkte.
Video: rt1.tv

Mit dem Schweizer steht innerhalb einer Saison bereits der dritte Torhüter zwischen Augsburgs Gestänge, nachdem weder Fabian Giefer noch Andreas Luthe die Erwartungen erfüllt hatten. Augsburgs Sportliche Leitung ging das Risiko ein, im Abstiegskampf auf einen unerfahrenen 21-Jährigen ohne Spielpraxis zu vertrauen. In Hoffenheim hatte Kobel am fünften Spieltag gegen Hannover im Tor gestanden, darüber hinaus kam er nicht zum Einsatz.

Kobel beim FC Augsburg: Schwankende Leistungen, viel Potenzial

Kobels Leistungen in Augsburg schwanken wie die der gesamten Mannschaft. Gegen Dortmund oder Leipzig half er, Zählbares mitzunehmen; gegen Hannover oder Nürnberg zeigte er Unsicherheiten. Allgemein sagt Kobel: „Wir haben Qualität in der Mannschaft. Wenn wir es konstant durchziehen würden, würden wir nicht so weit unten stehen.“

Augsburgs Trainer Manuel Baum überraschen Kobels Auftritte wenig. Der Trainer sieht in ihm viel Potenzial, sagt aber auch, Kobel müsse Erfahrung sammeln. „So ist erklärbar, dass ein junger Spieler nicht immer konstant richtig gut spielen kann“, fügt Manuel Baum hinzu.

Aufgrund der Verletzungen von Andreas Luthe und Fabian Giefer entwickelte sich in der Rückrunde kein Konkurrenzkampf. Vollkommen offen scheint, wie sich der FCA im Sommer auf der Torhüterposition aufstellt. Luthe hatte zweimal das Nachsehen: erst im Sommer, dann im Winter. Ob Giefer bleibt, ist ebenso fraglich. Im Sommer 2017 wechselte der 28-Jährige zum FCA mit dem Anspruch, Nummer eins zu werden.

Der FC Augsburg hat Torwart Gregor Kobel von 1899 Hoffenheim ausgeliehen und würde ihn gern länger halten.
Bild:  Stefan Puchner, dpa

Bliebe Kobel. Wobei die Transferrechte die TSG Hoffenheim hält (Vertrag bis Sommer 2020). Bleibt Augsburg erstklassig, wäre dies ein schlagkräftiges Argument für den Klub. Kobel hätte die Perspektive, sich als Nummer eins eines Bundesligisten zu etablieren. Seinen Marktwert taxiert der Branchendienst Transfermarkt.de aktuell auf 2,5 Millionen Euro.

Womöglich holt der FCA aber auch einen Torhüter des FC Bayern München. Der Bundesligist soll Gerüchten zufolge an Nachwuchsprofi Christian Früchtl, 19, interessiert sein.

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