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FC Augsburg

17.02.2020

Koubek und Co.: Das Tor ist beim FC Augsburg der Problembereich

Tomas Koubek wurde 2019 von Stade Rennes verpflichtet. Die Ablösesumme lag bei sieben Millionen Euro.
Bild: Jordan Raza, dpa

Plus Seit eineinhalb Jahren sucht der Bundesligist nach einem beständigen Rückhalt. Torwart Koubek sollte dieser sein, doch der Tscheche enttäuscht wie seine Vorgänger.

Seit Marwin Hitz den FC Augsburg verlassen hat, bemühen sich die Klubverantwortlichen um einen adäquaten Nachfolger. Gefunden haben sie ihn selbst eineinhalb Jahre später noch nicht. Hitz, inzwischen in Dortmund unter Vertrag, hat eine Baustelle hinterlassen, die bislang nicht geschlossen wurde. Vier Torhüter versuchten sich daran, unumstritten war keiner. Und so werkelt der Fußball-Bundesligist weiterhin an einer Ideallösung für diese so bedeutsame Position. Wir zeigen, wer sich nach dem Hitz-Abgang bisher im FCA-Tor versuchen durfte - und mit welchem Erfolg.

Fabian Giefer

Im Sommer 2017 verpflichtete der FCA den 29-Jährigen, um sich für einen vorzeitigen Abschied von Hitz zu wappnen. Giefer machte in seinem ersten öffentlichen Auftritt eine klare Ansage, als Nummer eins sei er geholt worden, so der Torwart. Die Realität indes sah anders aus: Hitz blieb bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit, Andreas Luthe saß auf der Ersatzbank, Giefer ergänzte das Duo als dritter Mann.

Fabian Giefer kam 2017 zum FC Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Nach dem endgültigen Hitz-Abschied lieferten sich mit einem Jahr Verzögerung Giefer und Luthe einen Zweikampf um den Platz im Gehäuse. Der damalige Trainer Manuel Baum votierte für Giefer. Lange Zeit hatte der Schlussmann auf diese Chance hingearbeitet, doch bereits nach vier Spieltagen musste er den Platz zwischen den Pfosten wieder räumen. Gegen Mainz unterliefen ihm Fehler, die in eine 1:2-Niederlage mündeten, gegen Bremen flutschte ihm der Ball durch die Beine. Trainer Baum, selbst als aktiver Spieler im Tor, nahm tränenreich Anteil an den bitteren Momenten, die Giefer erlebte. Im nächsten Spiel bot Baum dennoch einen anderen Keeper auf.

Andreas Luthe wechselte 2016 vom VfL Bochum nach Augsburg.
Bild: Peter Fastl

Andreas Luthe

Nach Giefers Fehlgriffen durfte er sich mit Verspätung als Stammkraft beweisen. In München zeigte der 32-Jährige sogleich eine überzeugende Leistung und ließ die Stars des FC Bayern verzweifeln. Luthe zeigte, was er konnte. Er steht weniger für spektakuläre Paraden, stattdessen agierte er besonnen und strahlte Ruhe aus. Luthe, ein kluger Kopf und sozial engagiert, wird abseits des Rasens als Ratgeber geschätzt, die Verantwortlichen betonen stets seine Bedeutung fürs Binnenklima des Teams. Sportlich erfüllte er nicht deren Erwartungen, bereits in der Winterpause tauschte die sportliche Leitung erneut den Torhüter.

Gregor Kobel spielte 2019 auf Leihbasis beim FC Augsburg, hütet mittlerweile bei der TSG Hoffenheim den Kasten.
Bild:  Peter Steffen, dpa

Gregor Kobel

Der hochtalentierte Schweizer saß bei Bundesligakonkurrent TSG Hoffenheim auf der Ersatzbank, in Augsburg sollte er als Stammtorhüter für Stabilität sorgen. Dies gelang dem damals 21-Jährigen mitnichten, in 16 Bundesligapartien kassierte er 42 Gegentreffer. Er zeigte Stärken auf der Linie, mitunter aber Schwächen im Verteidigen des Luftraums. Augsburgs Verantwortliche wollten Kobel dennoch nach der Saison langfristig an sich beinden. Doch der Schweizer bevorzugte ein Engagement beim Zweitligisten VfB Stuttgart.

Augsburgs Torwart Tomas Koubek ist immer wieder für einen Patzer gut.
Bild: Jan Woitas, dpa

Tomas Koubek

Zunächst standen bei den FCA-Verantwortlichen andere Torhüter höher im Kurs. Weil jedoch Transfers nicht zustande kamen und das Ende der Wechselperiode näher rückte, lotste Sportgeschäftsführer Stefan Reuter kurz vor dem ersten Pflichtspiel Tomas Koubek zum FCA. Knapp 7,5 Millionen Euro ließen sich die Augsburger die Dienste des Tschechen kosten und statteten ihn mit einem Vertrag bis Juni 2024 aus. Der 27-Jährige wusste seitdem selten zu überzeugen, wirkte etliche Male unsicher und offenbarte Schwächen. Auch mit dem neunmaligen Nationaltorhüter ist die Baustelle im FCA-Tor bislang nicht geschlossen worden.

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19.02.2020

Hier stellt sich für mich aber die Frage, ob unser Problem wirklich die Torwartposition ist oder nicht doch vielleicht schon davor beginnt? Denn wie Sie schon geschrieben haben, Kobel 42 Tore in 16 Spielen und aktuell 45 Gegentore aus 22 Spielen. Klar ist für mich, die Mannschaft schafft es nicht schon davor, die Chancen vom Gegner zu unterbinden. Der Torwart ist dann nur derjenige, der diese Fehler bzw Schwächen seiner Vorderleute ausbaden muss und immer in den Kritikpunkt gerät. Denn es wird selten davon geschrieben, wie schlecht die Abwehr, das Mittelfeld oder der Sturm war, es wird immer nur geschrieben, der Torwart hat soundsoviel Tore kassiert. Ja Koubek hat einige Tore verschuldet, aber wie viele der 45 gehen wirklich nur allein auf seine Kappe? Eine Handvoll, die anderen waren kollektives Versagen der gesamten Mannschaft inkl Trainer.

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