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FC Augsburg

18.08.2020

Leihe nach Bielefeld: Sergio Córdova packt seine Sachen

Sergio Córdova wird an Arminia Bielefeld ausgeliehen.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Der FCA leiht Sergio Córdova für ein Jahr an Arminia Bielefeld aus. Doch zuvor verlängert Manager Stefan Reuter den Vertrag mit dem Venezolaner.

Sergio Córdova färbt seine Haare gerne in schrillen Farben. Seit 2017 steht der Fußballprofi aus Venezuela beim FC Augsburg unter Vertrag und seitdem zeigte er schon einige auffallende Kreationen. Zum Start der Saisonvorbereitung hatte er sich diesmal sein schwarzes Haar krachend pink gefärbt. Am Samstag, als der FCA beim 1. FC Nürnberg testete, war der auffallende Haarschopf nicht zu sehen.

Er war nicht mehr im Kader, weil sich der FCA und Armina Bielefeld über eine Ausleihe einig geworden waren. Am Montagvormittag kam die Vollzugsmeldung. Der 23-Jährige wird ein Jahr versuchen, beim Bundesliga-Aufsteiger Spielpraxis zu sammeln. Zuvor hat der FCA aber den Vertrag mit dem Mittelstürmer um drei Jahre bis 2025 verlängert.

„Wir haben gemeinsam mit Sergio eine Lösung gesucht, mit der wir ihn langfristig an uns binden, ihm aber gleichzeitig die Chance auf regelmäßige Spielpraxis auf Top-Niveau geben können“, erklärte Stefan Reuter, der FCA-Geschäftsführer Sport. Das Risiko, dass Córdova bei einem Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt einschlagen könnte, nimmt man nach etwas Zögern nun doch in Kauf.

Sergio Córdova mit 62 Spielen für den FC Augsburg

62 Bundesligaspiele hatte Córdova bisher für den FCA absolviert und sieben Treffer erzielt. Er selbst fühle sich in Augsburg sehr wohl, benötige für seine weitere Entwicklung aber Spielpraxis. Er sei dankbar, dass er die Möglichkeit bekomme, „weiterhin in der Bundesliga zu spielen, um möglichst viel auf dem Platz stehen zu können“.

Das tat er beim FCA nicht. In drei Jahren gelang ihm nur bei zehn Punktspielen der Sprung in die Startelf. Córdova spielte zwar immer mit viel Einsatz und Wucht und Leidenschaft. Doch mit den taktischen Vorgaben nahm er es nicht so genau. Mit einstudierten Laufwegen, dem richtige Timing zum Pressing oder dem Abspiel hatte der Südamerikaner auch im dritten Jahr Bundesliga so seine Probleme.

Trotzdem glaubt man beim FCA weiter an sein Potenzial, sonst hätte man seinen Vertrag nicht verlängert. Zudem hat Manager Reuter vor kurzem in einem Interview mit unserer Redaktion betont, mit langfristigen Verträgen „Werte schaffen“ zu wollen. Mit Arbeitspapieren, die nur noch ein oder zwei Jahre laufen, könne man keine entsprechenden Transfer-Erlöse erzielen.

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Bild: Tim Groothuis, Witters

Sturmtalent Malone ebenfalls ausgeliehen, weitere Veränderungen geplant

Auch das Sturmtalent aus dem eigenen Nachwuchs, Maurice Malone, hatte Reuter erst seinen ersten langfristigen Profivertrag unterschreiben lassen, ehe er den 19-Jährigen für eine Saison an den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden auslieh. Es scheint, als arbeite Reuter immer mehr nach der Maxime von Johan Cruyff. Der niederländische Weltklasse-Fußballer und Trainer, der 2016 im Alter von 68 Jahren verstarb, soll gesagt haben, dass man Spielerverträge nicht auf der Basis vergangener Meriten verlängern dürfe, sondern nur aufgrund der Dinge, die sie einem in der Zukunft bieten können.

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Bild: FC Bayern, dpa (Archiv)

Sonst können lang laufende Verträge auch dazu führen, dass ein Kader aufgebläht wird. Beim FCA gibt es mit Julian Schieber und Georg Teigl dazu zwei Beispiele. Doch langsam kommt Reuter mit der Reduzierung der Kadergröße voran. Nach den Transfers der Torhüter Fabian Giefer (Würzburger Kickers) und Andreas Luthe (Union Berlin), der Vertragsauflösung mit Daniel Baier und den Leihen von Malone und Córdova stehen jetzt noch 34 Spieler unter Vertrag.

Kevin Danso: Dienstag Medizincheck bei Fortuna Düsseldorf

Und es kündigt sich eine weitere Ausleihe an. Kevin Danso, 21, wird für ein Jahr beim Absteiger Fortuna Düsseldorf Spielpraxis sammeln. Am Montagabend einigten sich die Parteien, am Dienstag wird er in Düsseldorf den Medizincheck absolvieren. Bei der Fortuna soll der Innenverteidiger die Lücke schließen, die Kaan Ayhan, 25, nach seinem Wechsel zu Sassuolo Calcio hinterlassen hat.

Als Danso 2017 aus dem FCA-Nachwuchsleistungszentrum zu den Profis wechselte, galt er als eines der Beispiele für die vereinseigene Entwicklung von Talenten. Trainer Manuel Baum förderte den Innenverteidiger. Doch unter Baum-Nachfolger Martin Schmidt fielen seine Aktien immer mehr. Die sportliche Leitung baute vor der vergangenen Saison auf andere. Holte Tin Jedvaj, Reece Oxford, Marek Suchy und Felix Uduokhai.

Kevin Danso steht vor einem Wechsel zu Fortuna Düsseldorf 
Bild: Ulrich Wagner

Danso resignierte und ließ sich zum FC Southampton in die englische Premier League ausleihen. Für den FCA mit vier Millionen Euro Leihgebühr eine lohnende Sache, für Danso eher nicht. Nur sechs Punktspiele absolvierte er, eine Kaufoption über elf Millionen Euro ließen die Engländer verstreichen.

Auch in dieser Saison sieht Danso keine Möglichkeit, in Augsburg ausreichend Spielpraxis zu kommen. Das Duo Jeffrey Gouweleeuw und Felix Udokhai ist gesetzt. Gouweleeuw ist der Platzhirsch und die Festverpflichtung von Uduokhai vom VfL Wolfsburg hat sich der FCA selbst in der Corona-Krise sieben Millionen Euro kosten lassen. Uduokhai ist gerade mal ein Jahr älter als Danso.

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