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FC Augsburg

20.12.2020

Marco Richter: "Den hätte ich einfach reinbolzen müssen"

Alte Freundschaft rostet nicht. Martin Hinteregger spielt zwar seit geraumer Zeit für Eintracht Frankfurt, nach dem Spiel gegen seinen Ex-Klub tröstete er aber Marco Richter.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Beim 0:2 gegen Eintracht Frankfurt vergibt der FCA zu viele Chancen und trauert einem nicht gegebenen Elfmeter hinterher. Deshalb hat Geschäftsführer Stefan Reuter einen Weihnachtswunsch.

Es war nicht klar, welche der beiden entscheidenden Szenen bei der 0:2 (0:0)-Niederlage des FC Augsburg gegen Eintracht Frankfurt für mehr Diskussionsstoff sorgte. Das unglückliche Eigentor durch den versehentlich getroffenen Raphael Framberger, das zum 0:1 führte (53.). Oder der nach Einschätzung der Gastgeber offenkundige Elfmeter, der von Schiedsrichter Daniel Siebert aber weder überprüft noch gegeben wurde (74.). Tuta hatte FCA-Spieler Iago ungesühnt an der Frankfurter Strafraumkante niedergezogen, als dieser einen Pass an einen aussichtsreich stehenden Mitspieler abgeben wollte.

Entsprechend groß war die Entrüstung im Lager der Augsburger, wie etwa bei Stefan Reuter, dem FCA-Geschäftsführer Sport. „Die Niederlage ist extrem ärgerlich, speziell wegen so einer Situation. Wir sind Befürworter des Videobeweises. Aber warum man die Möglichkeiten, die einem geboten werden vonseiten der Schiedsrichter, nicht in Anspruch nimmt, ist mir ein Rätsel“, fand Reuter klare Worte. Wie man nach fünf Sekunden eine solche Entscheidung treffen könne, wenn es doch unzählige Kameras im Stadion gebe, erschließe sich ihm nicht. Auch Trainer Herrlich ärgerte sich über die Entscheidung: „Es hätte Elfmeter geben müssen.“

FCA und Frankfurt gehen fahrlässig mit ihren Chancen um

Das vielstimmige Lamentieren über den nicht gegeben Strafstoß wäre aber wohl ausgeblieben, hätte der FCA in der Zeit davor und danach eine bessere Effektivität bei den Torchancen an den Tag gelegt. 30 teils hochkarätige Möglichkeiten verzeichnete die temperamentvolle Partie zweier Mannschaften, die ihre Chancen aber fahrlässig reihenweise vergaben. Auch wenn sich Frankfurt mit zunehmender Spieldauer Vorteile erarbeitete. Die offensiv ausgerichteten Augsburger zeigten zwar eine deutliche Leistungssteigerung und kamen mitunter zu gefährlichen Kontern, trafen beim Abschluss aber einmal mehr die falschen Entscheidungen. Wie etwa Marco Richter, der es zum zweiten Mal in Folge in die Anfangself geschafft hatte. Dass sein Versuch, den Ball über Kevin Trapp zu spitzeln, ein sicherer Fang des Keepers wurde (50.) und das Augsburger Führungstor verhinderte, ärgerte Richter maßlos. „Den hätte ich einfach reinbolzen müssen.“

Raphael Framberger (rechts) kämpft mit Frankfurts Filip Kostic um den Ball. Durch das unglückliche Eigentor wurde der Abwehrspieler des FCA zum Pechvogel des Spiels.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Wie Richter war auch dem nominellen Augsburger Offensivduo Florian Niederlechner und Alfred Finnbogason mal wieder kein Erfolgserlebnis vergönnt. Weder als Niederlechner einen vertändelten Ball von Tuta verwerten wollte (22.), noch als Finnbogason vor Trapp aus der Drehung abzog – und auch Niederlechners Nachschuss das Ziel verfehlte (28.). Trotzdem wollte Reuter nicht den Stab über seine Angreifer brechen: „Es gibt solche Phasen. Stürmer werden immer an den Toren gemessen. Aber für mich ist es schon mal super, wie viele Chancen wir uns erspielt haben. Wenn man da dranbleibt, werden die Tore irgendwann fallen.“

Raphael Framberger wird beim Eigentor zum Pechvogel

Dass auf Augsburger Seite lange die Null stand, war bei den zunehmend dicken Chancen der Eintracht durch Kostic, Durm und Younes entweder dem erneut starken FCA-Tormann Giekiewicz oder dem Pfosten zu verdanken. So stellte sich nur die Frage, wer den ersten folgenschweren Fehler machen würde. Es war der FCA in Person von Pechvogel Raphael Framberger. Als Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw einen Schuss von Silva klären wollte, schoss er seinen Teamkollegen so direkt an, dass der Ball zum 0:1 ins Tor sprang. Dabei wusste der bedröppelte Framberger gar nicht so recht, wie ihm geschah.

Rafal Gikiewicz zeigt im Tor des FC Augsburg bislang starke Leistungen.
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Bild: Tim Groothuis, Witters

Eintracht-Keeper Trapp verschenkt Xbox-Konsolen an seine Teamkollegen

Einmal mehr schien der FCA auf die Schlussviertelstunde zu setzen, in der man zuletzt schon mehrfach einen „Lucky Punch“ setzen konnte, und forcierte seine Bemühungen. Das Tor aber erzielte Frankfurt. In der 86. Minute bediente der eingewechselte Hrustic den ebenfalls eingewechselten Ilsanker und der traf zum endgültigen 2:0. Damit beendete die Eintracht ihre Serie von neun Bundesligaspielen ohne Sieg. Weil endlich auch wieder die Null stand, verkündete Kevin Trapp, sein Weihnachtsversprechen einzulösen und seiner Mannschaft drei Xbox-Konsolen zu schenken.

Eine solch gelöste Festtagsstimmung will sich beim FCA hingegen noch nicht einstellen – schließlich steht am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) das Pokalspiel gegen RB Leipzig an. Und dafür hat Reuter seinen Weihnachtswunsch schon mitgeteilt: „Es kommt einer der Hochkaräter mit viel Tempo, viel Geschwindigkeit und viel Klasse. Aber unsere Mannschaft hat gezeigt, dass wir die Großen ärgern können. Unser Ziel ist es, eine Runde weiterzukommen.“

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago (78. Strobl) – D. Caligiuri, R. Khedira, Gruezo (78. Gregoritsch), M. Richter – Finnbogason, Niederlechner (66. Vargas)

Frankfurt: Trapp – Tuta, Hasebe, Hinteregger – Durm, Sow, Rode (70. Ilsanker), Kostic (88. Chandler) – Barkok (76. Hrustic), Younes (77. Dost) – A. Silva (77. Zuber)

Tore: 0:1 Framberger (53./Eigentor), 0:2 Ilsanker (87.) Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

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21.12.2020

Ihr Wort in Gottes (Fußball) Ohr...leider bis dato einen katastrophale Offensivleistung von Niederlechner, der total von der Rolle ist und eine mentale Pause nötig hat...auch Finbogason, der Dauerpatient, ist maximal bei 50/60 %, dazu Richter, lange verletzt und vom Trainer geschnitten und nun solche Kullerbälle. Dies muss dringend und sehr, sehr zeitnah besser werden, auch sollte man sich auf dem Markt mal umsehen, um den Druck auf unseren 1-Tore Sturm zu erhöhen. Wir spielen nicht in einer Freizeitliga mit unendlicher Zeit.

Nobby Die Stimmer der Rosenau

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21.12.2020

Für Richter war das eine große Lehre, die er nicht so schnell vergessen wird und ihn sicher weiter bringt.

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