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FC Augsburg

25.11.2011

Michael Thurk räumt mit Gerüchten auf

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Kontakte muss man pflegen, gerade als Profifußballer auf Abruf. Stürmer Michael Thurk ist vom Kader des FC Augsburg ausgeschlossen und wartet auf ein gutes Angebot eines anderen Vereins.
Bild: Wagner

Michael Thurk ist gelassen trotz seiner unsicheren sportlichen Zukunft. Ein paar Gerüchte möchte er aber aus dem Weg räumen - und vielleicht hier sesshaft werden.

Am Sonntag hat Michael Thurk (35) wieder mitgefiebert, in einer VIP-Lounge in der Mercedes-Benz-Arena. Zusammen mit Frau Mina und Sohn Leon-David. Geholfen hat das kollektive Daumendrücken der Familie Thurk nicht. Der FCA verlor 1:2 beim VfB. "Wir waren in der ersten Hälfte klar die bessere Mannschaft", bilanzierte er enttäuscht.

Torchancen waren da. Nur einer der sie nützt, fehlt derzeit. Thurk wäre so einer. Doch er darf nicht. Wenige Tage vor dem Saisonstart warfen ihn Anfang August die FCA-Verantwortlichen aus dem Kader. Nicht wenige FCA-Fans würden den Torjäger hingegen gerne wieder auf dem Platz sehen.

Verantwortliche reagieren allergisch

Und Thurk würde wohl liebend gerne wieder spielen. Kurz nach seinem Rauswurf bat er in einem Gespräch um Gnade. Doch die Akte Thurk ist beim FCA bis auf die monatliche Gehaltsüberweisung fest verschlossen. Auf dem Torjäger a.D. angesprochen, reagieren die Vereinsverantwortlichen allergisch.

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So sitzt Thurk bei den Heimspielen "nur" im VIP-Bereich, reist "seiner" Mannschaft kreuz und quer zu den Auswärtspartien in der Republik nach. Egal ob Dortmund, Mainz oder jetzt Stuttgart - Thurk sieht zu. Und wer gesehen wird, bleibt im Gespräch und dies ist für einen Fußball-Profi im Standby-Modus wichtig.

Doch viel wichtiger ist Thurk den Kontakt zu seinem Mitspielern zu halten. Der ist trotz seiner angeblichen Verfehlungen weiterhin gut. Das Wort "wir" fällt oft, wenn man mit Thurk über den FCA redet.

Möglich, dass das Verfahren bald eingestellt wird

Und es ist keine Floskel. Im September organisierte er einen Wiesn-Besuch. Fast alle FCA-Profis waren dabei. Allerdings kam es dabei zu einer Rangelei, die in der Medienwelt für großes Echo sorgte. Thurk wurde angezeigt. Die Ermittlungen werden aber nicht mit Hochdruck geführt. „Mit mir wurde einmal telefoniert, seitdem habe ich nichts mehr gehört“, sagt Thurk.

Die zuständige Staatsanwaltschaft München I erklärte auf Nachfrage: „Gegen eine Person mit dem Namen Michael Thurk ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft München I kein Verfahren anhängig. Es ist damit aber nicht auszuschließen, dass bei einer Polizeibehörde eine Anzeige vorliegt und bearbeitet wird.“ Gut möglich, dass das Verfahren bald eingestellt wird.

Thurk sieht es gelassen. Wie auch seine persönliche Zukunft. Wechselgerüchte gab und gibt es immer wieder. Konkret waren im Sommer aber nur Verhandlungen mit einem Klub in der amerikanischen Profiliga, der Major League Soccer (MLS). Doch man konnte sich nicht einigen. Kurz vor Ende der Wechselfrist versuchte der FCA dann Thurk noch bei Alemannia Aachen unterzubringen. Doch Thurk lehnte dankend ab: "Ich schätze Alemannia, aber meinen Verein suche ich schon noch selbst aus."

Nun rückt die Winterpause näher und damit auch wieder die Wechselperiode. Darum kochen auch die Spekulationen um Thurk wieder hoch. Zuletzt soll Hansa Rostock interessiert gewesen sein. Thurk sagt: "Es gab nie Gespräche." Jetzt könnte aber sein Wunsch, in der USA seine Karriere ausklingen zu lassen, vielleicht doch noch wahr werden. Zuletzt machte Thurk im Sommer nach einer Kreuzfahrt noch eine Woche Urlaub in New York. Zuvor war er schon in San Francisco, Los Angeles oder Las Vegas. "Die USA gefallen uns generell gut", sagt er.

Kontakte in die MLS bestehen

Sein Berater Klaus Gerster bestätigt, dass man mit drei Vereinen der MLS in Kontakt steht – darunter unter anderem Meister LA Galaxy. Eine Entscheidung könnte möglicherweise noch im November fallen. Die Verhandlungen seien aber nicht einfach: "Es ist anders als in Deutschland. In den USA schließt du einen Vertrag mit der Liga und nicht direkt mit den Vereinen." Man müsse abwarten. Es kann schnell gehen, muss es aber nicht.

In Kissing (Kreis Aichach-Friedberg), dort lebt Thurk mit seiner Familie, wie auch Sascha Mölders und Torhüter Simon Jentzsch, erzählt man, dass die Thurks Sohn Leon-David (4) schon aus dem Kindergarten abgemeldet hätten. Stimmt nicht, sagt Thurk. Er fühlt sich dort richtig heimisch. Leon-David spielt beim Kissinger SC Fußball und jetzt auch beim AEV Eishockey. Die Thurks wollen in Kissing vielleicht sogar sesshaft werden. "Unabhängig von meiner beruflichen Zukunft, denken wir sogar darüber nach, dort ein Grundstück zu kaufen und zu bauen", so Thurk.

Sein Vertrag läuft noch bis Ende Juni. Im Falle des Klassenerhaltes verlängert sich um ein Jahr. Aber nicht deswegen drückt er seinen Kollegen am Samstag (15.30 Uhr) beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg die Daumen. Er wird wieder im Stadion sein. Er fühlt sich immer noch ein wenig als Teil des Teams.

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