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FC Augsburg

12.02.2020

Nach FCA-Pleite in Frankfurt: Schmidt kündigt Konsequenzen an

Ein neuer Blickwinkel: FCA-Trainer Martin Schmidt blickt durch ein Loch in der Sichtschutzwand hindurch, das Sturmtief „Sabine“ hinterlassen hat.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Die Pleite in Frankfurt hat bei FCA-Trainer Martin Schmidt Spuren hinterlassen. Das hat Folgen für sein Team - auf einer Position setzt er aber auf Kontinuität.

Sturmtief „Sabine“ hat auch auf dem Trainingsgelände des FC Augsburg seine Spuren hinterlassen. Direkt in und an der WWK-Arena nicht, doch an den Trainingsplätzen wurden einige Sichtschutzteile weggerissen. Ähnlich zerzaust wurde der FCA auch bei der 0:5 (0:1)-Niederlage bei Eintracht Frankfurt gerade in der zweiten Halbzeit, als das Team mit zwei Gegentoren in den letzten zwei Minuten sogar Auflösungserscheinungen zeigte, was Trainer Martin Schmidt gar nicht passte.

Trotzdem gab er der Mannschaft Sonntag und Montag frei. „Das ist eine Sache der Belastungssteuerung. Es war schon im Januar ausgemacht, dass wir dieses Wochenende zwei Tage durchschnaufen und dieses Versprechen habe ich auch nicht zurückgenommen“, erklärte Schmidt. Zudem trainierte ein Drittel der Mannschaft am Montag individuell in der Arena und die anderen hatten auch Hausaufgaben mitbekommen.

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Klartext wurde schon bei der Analyse am Samstag geredet. „Da haben wir klar angesprochen, was uns nicht gefallen hat, da war auch sehr viel Einsicht dabei bei den Spielern.“

Nach FCA-Pleite in Frankfurt: Schmidt kündigt Konsequenzen an

Ins Detail wollte Schmidt aber nicht gehen. „Es gibt Erklärungen, aber die bleiben intern, da geht man nicht auf die Straße und brüllt es rum.“ Er vertraut auf den Charakter seiner Mannschaft nach dem 0:5-Debakel am Main: „Wir werden gegen Freiburg eine andere Mannschaft sehen wie in Frankfurt in der zweiten Hälfte. Diese Reaktion hatten wir schon zwei, drei Mal in dieser Saison.“

Wie zum Beispiel nach dem 2:3 in Bremen, als man zu Hause gegen Frankfurt 2:1 gewann, oder als man nach dem 1:5 in Gladbach gegen die Bayern ein 2:2 erkämpfte. Oder als man nach dem 0:2 bei Union Berlin Werder zu Hause mit 2:1 niederkämpfte. Doch warum gibt es solche Einbrüche selbst während eines Spieles immer wieder? „Weil wir nicht der FC Bayern sind, sondern ein Team, das in der Liga mit seinen vorhandenen Spielern kämpft und das noch nicht so gefestigt ist, dass wir durch eine ganze Saison durchsegeln können wie im zweiten Teil der Hinrunde“, blickt Schmidt auf das große Ganze, in dem der FCA immer noch zu den Kleinen der Liga gehört.

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Dennoch war er am Freitag so angefressen, dass er erklärte, dass so „eine zweite Hälfte innerhalb des Teams“ Folgen haben müsse. Dabei dachte er allerdings nicht in erster Linie an personelle Folgen, sondern an eine andere Einstellung. „Es kann nicht sein, dass uns in einem Spiel direkt nach der Pause durch eine Ecke der Stecker gezogen wird. Da brauchen wir eine andere Mentalität.“

Gut möglich, dass Schmidt auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu Hause gegen den SC Freiburg dennoch den einen oder anderen personellen Impuls setzen wird. Vielleicht auch schon gezwungenermaßen. Denn neben Jan Moravek mussten zu Beginn der Woche mit Jeffrey Gouweleeuw und Philipp Max auch zwei Stammspieler mit grippalen Infekten pausieren. Es ist bei weitem noch nicht sicher, ob die beiden Defensivakteure am Samstag auflaufen können. „Gerade wenn das auch Richtung bronchiale Geschichten geht, müssen wir schauen. Es kommt darauf an, was an unserem Hochbelastungstag, am Mittwoch, passiert. Da sollten sie trainieren können, sonst wird es eng.“

Sollte Gouweeleuw nicht spielen können, wird Tin Jedvai wieder in die Innenverteidigung rücken, als rechter Verteidiger stünden Stephan Lichtsteiner und Raphael Framberger, der gegen die Eintracht krank fehlte, parat. Als linker Verteidiger könnte der Brasilianer Iago einspringen, der nach erfolgreicher Olympia-Qualifikation heute Nachmittag wieder ins Training einsteigen wird. „Iago ist topfit“, bestätigt Schmidt.

FCA-Trainer Schmidt vertraut gegen Freiburg auf Torwart Tomas Koubek

Keine Rotation wird es allerdings auf der Position geben, die in den letzten Wochen so viel Diskussionsstoff lieferte. Und das nicht nur in den Fan-Kreisen. Auch gegen Freiburg vertraut Schmidt im Tor auf Tomas Koubek. „Auf Samstag hin glaube ich nicht, dass ich zu viele Experimente in diesem Bereich mache. Vor allem hat er sich bei dem Spiel auch nicht viel zuschulden kommen lassen. Im Gegenteil. Er hat uns noch vor einer höheren Niederlage bewahrt.“

Trotzdem nimmt er Koubek, bei dem Licht und Schatten extrem schnell abwechseln, in die Pflicht. „Er muss die Eins jetzt in jeder einzelnen Trainingseinheit verteidigen, wie die Feldspieler auch. Er ist die Nummer eins, aber der Druck wächst.“

Das könnte aber auch auf Schmidt zutreffen, wenn sein Team am Samstag nicht liefert. Denn nach dem Freiburg-Spiel warten mit Leverkusen, Gladbach und Bayern Teams, die durchaus noch schlimmer über den FCA hinwegfegen könnten wie Sturmtief „Sabine“.

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13.02.2020

Martin Schmidt sagt ... „Er (...Tomas Koubek...) muss die "Eins" jetzt in jeder einzelnen Trainingseinheit verteidigen, wie die Feldspieler auch..." Die Formulierung ..."jetzt...auch"... läßt für mich den Schluß zu, daß T. Koubek bisher im Training wohl immer davon ausgehen konnte, daß er als Nr. 1 in der Startelf immer gesetzt ist, unabhängig auch von seiner Trainingsleistung. Wenn Torwarttrainer Zdenko Miletić das bisher auch so sehen durfte oder mußte, wundert mich die für uns Fans unbefriedigende und kaum bundesligataugliche Situation auf der Nr. 1 beim FCA, nicht mehr.
Bleibt zu hoffen, dass alle Spieler am kommenden Samstag durch eine Reaktion auf dem Feld, unterstützt durch eine ligataugliche Taktik und Auswechslungsstrategie des Trainerstabs, für alle Fans das Frankfurt-Debakel vergessen machen.

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12.02.2020

Kam von oben wieder die Keule? Koubeck spielt auf jeden Fall?
Ich bin durchaus der Meinung, dass in der Regel der Trainer, der ja näher am Team ist, die Leistung der einzelnen Spieler besser beurteilen kann als Außenstehende.
Was unser "Stammtorhüter" aber Woche für Woche abliefert sieht jeder Zuschauer hautnah. Und damit müssen alle, die den Finger in die Wunde legen, also keine Ahnung haben. Anders ist es nicht zu erklären.
Und die Aussage, dass Koubeck eine höhere Pleite in Frankfurt verhindert hat, ja gehts noch. Vielleicht wäre aber die Pleite gar nicht oder zumindest nicht in dieser Höhe ausgefallen, wenn die ersten beiden Tore nicht gefallen wären. Zudem habe ich nie den Eindruck, dass der Torwart der Hintermannschaft Sicherheit verleiht. Wie auch immer, schlechter kann Luthe auch nicht sein. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass er der Abwehr die notwendige Sicherheit gibt und damit zur Stabilität beiträgt.

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12.02.2020

Die Nibelungentreue zu Koubek ist unbegreiflich...wieviel muss noch passieren, damit endlich die Torwartposition optimiert wird....scheinbar hat hier ein Berater eine sensationelle Stammplatzgarantie vereinbart....so eine hat wohl nicht einmal Manuel Neuer.

Nobby Die Stimme der Rosenau

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