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FC Augsburg

08.01.2020

Neuzugang Löwen sieht sich als Stammspieler beim FCA

Eduard Löwen möchte sich beim FC Augsburg einen Stammplatz erkämpfen. In Berlin hat der 22-Jährige zuletzt nicht die allerbesten Erfahrungen gemacht.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Seine Ausleihe zum FC Augsburg dient nicht dazu, erneut auf der Bank zu sitzen. Nach seiner strapaziösen Anreise wirkt der 22-Jährige äußerst aufgeräumt.

Eduard Löwen hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck. Seine Augen sind wach, seine Gedanken klar, seine Sätze bedacht. Zwingend zu erwarten war das nicht, schließlich hat der Neuzugang des FC Augsburg aufwühlende Tage hinter sich. Inklusive Zeitverschiebungen und Jetlag. Andererseits hatte der 22-Jährige aus diesem Grund ausreichend Zeit, sich zu sammeln. Etliche Stunden verbrachte er in Wartehallen von Flughäfen in den USA, den Niederlanden und Deutschland.

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Löwen trifft mit Verspätung im Trainingslager ein

Gemeinhin wird dem Profifußball Schnelllebigkeit nachgesagt, Löwen hat diese in ausgeprägter Form erfahren. Aufwendig, anstrengend, stressig – so beschreibt der Profi seine Reise von Florida über die Niederlande sowie Deutschland nach Malta. Vom Trainingslager von Hertha BSC ins Trainingslager des FCA. Löwen ist mit Verzögerung bei den Augsburgern angekommen, nicht nur mit Blick auf die vergangenen zwei Tage. Bereits im Sommer bemühten sich die FCA-Verantwortlichen um den Mittelfeldspieler, der damals noch beim Bundesligaabsteiger 1. FC Nürnberg unter Vertrag stand. Löwen und sein Berater entschieden sich aber für Berlin. Letztlich die falsche Entscheidung, wie Löwen jetzt einräumt. Berlin und Löwen – das passte nicht zusammen, weder auf noch neben dem Platz.

„Teilweise kam ich mir ungerecht behandelt vor“, betont er. „Das sind aber Dinge, die im Fußball und im Leben vorkommen. Damit muss man klarkommen.“ In einem Gespräch mit Herthas Trainer Jürgen Klinsmann schafften beide Parteien Klarheit. An der Ausgangslage hätte sich in der Rückserie wenig geändert: Der ehemalige U21-Nationalspieler hätte den Status eines Ersatzspielers behalten. „Ich bin an einen Punkt gekommen, an dem es keinen Sinn mehr gemacht hätte.“

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Eduard Löwen und seine Frau Ilona fühlten sich in Berlin unwohl

Zu den sportlichen Schwierigkeiten gesellten sich private Störfaktoren. Löwen und seine Frau Ilona, die er im Sommer geheiratet hat, fühlten sich in der wuseligen Weltstadt Berlin unwohl. Groß, laut, hipp – nicht unbedingt die Umgebung, die der gläubige Christ Löwen schätzt. Kurz vor seiner Geburt siedelten seine Eltern von Russland nach Deutschland um. In einem Ort in Rheinland-Pfalz wuchs der Bub auf, ruhig und beschaulich war es dort. Löwen ist bodenständig, geerdet. Er sagt Sätze wie diesen: „Ich bin Fußballer, stehe in der Öffentlichkeit. Das macht mich aber nicht zu einem besseren Menschen als andere.“ Ihm gefällt, dass er in Augsburg ein ähnliches Umfeld vorfinden wird wie drei Jahre in Nürnberg. Die Wohnungssuche läuft.

Zusammen mit Andreas Bäumler musste Eduard Löwen zunächst nur laufen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

In seiner ersten Trainingseinheit auf den Plätzen neben dem maltesischen Nationalstadion wird der 22-Jährige noch in seinem Tatendrang gebremst. Er selbst hätte gerne gleich den Konkurrenzkampf mit den Kollegen aufgenommen, die sportliche Leitung des FCA entschied sich am Mittwoch dagegen. Nach dem gemeinsamen Passen absolvierte Löwen unter Aufsicht von Athletiktrainer Andreas Bäumler ein Extraprogramm mit Stabilisationsübungen und Läufen. Konditionelle Rückstände sind nicht zu befürchten. Einerseits zeugt sein durchtrainierter Körper davon, andererseits hatte er mit seinem ehemaligen Klub am 29. Dezember das Training wieder aufgenommen.

FCA-Neuzugang Löwen ist ein flexibler "Box to Box"-Spieler

Nach der strapaziösen Anreise – wegen des Medizinchecks mit kurzem Stopp in Augsburg – wollte Trainer Martin Schmidt kein Risiko eingehen. Schließlich sieht er im Neuzugang einen Baustein, der ihm gefehlt hätte. Löwen ist in der modernen Fußballsprache ein flexibler „Box to Box“-Spieler. Einer, der sowohl den kompromisslosen Abräumer geben kann, aber auch Drang Richtung gegnerisches Tor entwickelt. Löwen kann mit den Platzhirschen Daniel Baier und Rani Khedira konkurrieren, ebenso kann er dieses Duo in einem 4-3-3-System ergänzen.

Löwen macht deutlich, dass er sich nicht für eineinhalb Jahre nach Augsburg verleihen hat lassen, um dort erneut nur auf der Bank zu sitzen. „Ich hoffe, dass ich schnellstmöglich meinen Stammplatz kriegen werde“, sagt er.

Bewusst hat sich der Profi für eine längere Ausleihe entschieden, zudem war ihm die Kaufoption wichtig. Er sieht sich längerfristig in Augsburg. Wobei wohl niemand derzeit besser weiß als Eduard Löwen, wie schnelllebig der Profifußball sein kann.

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