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FCA

30.05.2020

Niederlage in Berlin: Der FCA verschläft die erste Hälfte

Augsburgs Rani Khedira in Aktion gegen Herthas Marko Grujic
Bild: Hannibal Hanschke, dpa

Bei der 0:2-Niederlage gegen Hertha BSC wacht die neu formierte Mannschaft erst nach dem Wechsel auf und nutzt dann seine Chance nicht.

Als Heiko Herrlich wenige Minuten vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC vor die Sky-Mikrofone trat, da hatte der Trainer des FC Augsburg einiges zu erklären. Gleich sechs Wechsel in der Startelf hatte er gegenüber dem 0:0 gegen den SC Paderborn vorgenommen. „Wir haben sehr viel Aufwand in dieser englischen Woche betrieben, da wollte ich frische Leute bringen, denn auch heute ist es wichtig, dass wir die Räume zulaufen“, erklärte Herrlich. Doch er reagierte auch auf die schwankenden Leistungen der bisherigen Stammakteure.

So eine Generalsanierung war dann aber doch nicht erwartet worden. Und sie verfehlte auch ihre Wirkung. Der FCA verlor nach einer völlig verschlafenen ersten Halbzeit und vielen vergebenen Chancen in der zweiten Hälfte mit 0:2 (0:1). Damit bleibt der FCA nach der englischen Woche mit 31 Punkten weiter gefährlich nahe an der Abstiegszone.

In der Offensive hatte Herrlich zwei Spieler ersetzt. Noah Sarenren Bazee schaffte erstmals der Sprung in die Startelf und verdrängte damit den schwächelnden Marco Richter. Und erstmals in dieser Saison musste Top-Torjäger Florian Niederlechner auf die Bank. Für ihm kam Sergio Cordova. Auch in der Abwehr hatte Herrlich Hand angelegt. Dass Iago den verletzten Philipp Max, der gleich in Augsburg geblieben war, ersetzte, war nötig, doch dass die erfahrenen Stephan Lichtsteiner und Marek Suchý gegenüber Raphael Framberger und Tin Jedvaj den Vorzug erhielten, überraschte doch. Auch Kapitän Daniel Baier musste wie schon auf Schalke auswärts wieder für Carlos Gruezo weichen.

Labaddias Hertha kommt stark aus der Corona-Pause

Es war das Duell der beiden neuen Bundesliga-Trainer Herrlich und Bruno Labbadia. Labbadia hatte den Großstadtklub an Ostern übernommen und nach den heftigen Turbulenzen mit dem Abgang von Jürgen Klinsmann mit sieben Punkten aus drei Spielen (nur Bayern war besser) aus der Gefahrenzone geführt. Lohn war ein gesicherter Mittelfeldplatz mit 35 Zählern. Nicht ganz so gut lief es Herrlich mit vier Punkten nach der Corona-Zwangspause. Gerade das mühsamen 0:0 zu Hause gegen den Tabellenletzen SC Paderborn hatte für viel Enttäuschung gesorgt. Und wohl auch für die heftige Rotation.

Der Großteil des Personals war ausgetauscht, doch neuen Schwung brachte das in der ersten Hälfte nicht in das FCA-Spiel. Ganz im Gegenteil. Hertha, Labbadia hatte nur auf zwei Positionen gewechselt, brauchte nur eine knappe Viertelstunde, um sich auf die Gäste einzustellen. Dann wurde der zu Beginn noch engmaschige FCA-Defensivverbund immer öfters ausgehebelt. Die Hertha-Führung in der 23. Minute war verdient. Der schwache Iago konnte eine Flanke von der linken Außenbahn nicht verhindern. In der Mitte herrschte Unordnung, Luthe konnte noch einmal abwehren, doch gegen den nachsetzenden Javairo Dilrosun, der Felix Uduokhai narrte, war er chancenlos. Mit dem 1:0 ging es dann auch in die Halbzeit. Und das hatte der FCA Torhüter Luthe zu verdanken, der zweimal noch in höchster Not rettete.

In der Halbzeitpause reagierte auf den offensiven Totalausfall, ganz drei Ballkontakte hatte der FCA im Hertha-Strafraum in der ersten Hälfte, und ersetzte die enttäuschenden Eduard Löwen und Sergio Cordova durch Marco Richter und Florian Niederlechner.

Richter trifft in der Verlängerung die Latte

Und die brachten frischen Schwung mit aus der Kabine. Nach nur zwei Minuten zwang Sarenren Bazee Hertha-Torhüter Rune Jarstein zu einer Glanzparade, in der 59. Minute verfehlte Niederlechner mit einem wuchtigen Kopfball das Hertha-Tor nur knapp. Der FCA war nun ein gleichwertiger Gegner, stresste die Berliner mit Pressing und in der 82. Minute schien der Ausgleich nahe. Der eingewechselte Raphael Framberger passte von rechts flach in den Hertha-Strafraum und traf den grätschenden BerlinerJordun Torunarigha an der Hand, doch für Schiedsrichter Sven Jablonksi aus Bremen und sein Team war dies sehr zum Ärger der Augsburger nicht ahndungswürdig.

Und es ging weiter. Der eingewechselte Georg Teigl verpasste knapp und in der 89. Minute traf Marco Richter mit einem fulminanten Linksschuss die Querlatte. Der Ausgleich wäre längst verdient gewesen, doch er wollte nicht fallen. 45 Minuten Tiefschlaf darf man sich in der Bundesliga nicht leisten. Das 0:2 in der Nachspielzeit durch Piatek war da nicht mehr ausschlaggebend.

Hertha BSC gegen FC Augsburg: Mit dieser Aufstellung startete der FCA

Hier finden Sie unseren Liveticker zum Spiel Hertha gegen FC Augsburg.

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31.05.2020

Wie sehr verfolgst du noch den FCA?

Fragte Walter Sianos Marcel de Jong bei seinem Telefongespräch für den Stadion Kurier!

Sehr intensiv, ich verfolge alle News auf
Facebook und Instagram und wenn es
möglich ist, schaue ich auch Spiele an.
Augsburg war meine schönste Zeit bisher,
hier ist mein Kind auf die Welt gekommen,
ich habe dort geheiratet und hatte sportliche Erfolge. Vor eineinhalb Jahren waren
wir zum letzten Mal dort und haben viele
Bekannte und Freunde besucht. Der FCA
wird immer in meinem Herzen bleiben.

Ob eine solche Antwort auch Spieler wie Iago, - Khedira , Gruezo , Vargas , Löwen , Sarenren Bazee oder Cordova geben, 5 Jahre nachdem sie den FCA verlassen haben?
Eine Einheit, wie die in dem Gespräch beschriebenen Niederländer, bildet die jetzige Mannschaft jedenfalls nicht.
Im Doppelpass Gespräch am Donnerstag, meinte Reuter dass so ein gewaltiger Umbruch wie heuer bei uns Zeit braucht und Spieler sich zusammen weiter entwickeln müssen. Er hat die Hoffnung also bei Einkäufen wie Koubek, Jensen, Götze oder sonst noch wen auch immer, noch lange nicht aufgegeben.
Auch wenn das tatsächlich so eintreffen sollte, damit hast du noch lange nicht den unheimlichen Zusammenhalt der damaligen Aufstiegsmannschaft, die sich dann bis Europa hin weiter entwickelt hat.
Du brauchst eine funktionierende Einheit, die sich gemeinsam aus dem Abstiegssumpf zieht.
Sie müssen zusammen den Kampf annehmen.
Wir haben das leichteste Restprogramm aller Abstiegskandidaten, aber genau das kann zum Stolperstein werden. Dessen sollten sich alle bewusst sein und müssen sich endlich über 90 Minuten zusammen reißen und auch mal das Tor treffen.
Nur wenn die Truppe das erfolgreich übersteht, kann sich diese Einheit unter Herrlich weiter entwickeln, denn ein Abstieg birgt gewaltige Gefahren. Das hat man an vielen anderen Absteigern bereits gesehen.
Also reißt euch zusammen und gemeinsam den Popo auf, dann sehen wir auch das 10. Bundesliga Jahr und das wollen alle hier!

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31.05.2020

Zu Inge oder K. Brenner

Lächerlich ist zwar drastisch ausgedrückt, aber in der Situation in der sich der FCA im Moment befindet sind es genau die richtigen Worte.
Ansonsten müsste man dann wohl schreiben: ohne Worte!

Am 1. Spieltag zu Re Start schon die Mannschaft durch Zahnpasta und Duschgel verloren. Zwar am 2. Spieltag gegen ein momentan sehr schwaches Schalke gewonnen. Am Mittwoch gegen das Schlusslicht Paderborn mit viel Glück und einem gut aufgelegten Luthe gerade noch ein Unentschieden geschafft. Und nun gestern 6 neue Spieler in die Mannschaft „eingebaut“ und sang- und klanglos die erste Halbzeit absolviert. In der zweiten Halbzeit wurde es dann besser, aber dann drauflos schwadronieren wie toll doch diese zweite Halbzeit war und man doch ein Unentschieden verdient hätte.
Wie sollte man dies sonst bewerten als lächerlich. Denn eines ist gewiss, sollte der FCA absteigen zieht die Karawane weiter, zurück bleibt der Verein, die Mitglieder und die Fans! Und dann?

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31.05.2020

Mit der Taktik ..."wir mauern in der ersten Halbzeit und rennen dann in der 2. Halbzeit erfolgreich einem höchstwahrscheinlichen Rückstand hinterher"... sind schon einige Trainer des FCA gescheitert. Herr Herrlich ist auf dem besten Weg das gleiche Schicksal zu erleiden. Auch wenn man seitens Herrn Reuter nicht müde wird über den sogenannten breiten Kader zu schwadronieren, zeigen die Ergebnisse, dass man zwar quantitativ einen wohl ausreichenden Kader hat, der aber qualitativ für die 1. Liga zu wenige Spieler aufweist. Die Möglichkeit 5 Spieler auszuwechseln macht dieses Manko im Spielerkader derzeit noch deutlicher.

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31.05.2020

Hertha war in allen Belangen, auf allen Positionen und taktisch haushoch überlegen. Jetzt muss man hoffen, dass der drohende
Relegationsplatz noch abgewendet werden kann. Trainer Herrlich und Manager Reuter müssen um ihren Job zittern.

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30.05.2020

Lächerlicher Trainer, lächerliche Aufstellung, lächerliche Vorstellung in der ersten Halbzeit!
So marschiert der FCA direkt in die zweite Liga. Herr Reuter, dieser Trainer ist ein Griff in die Toilette.
Und vielleicht noch ein Tipp, gebt dem Trainer doch endlich eine Erstausstattung aus dem FCA Fanshop
oder ist momentan alles ausverkauft?

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30.05.2020

K. Brenner

Den Trainer als lächerlich zu bezeichnen, finde ich, geht zu weit. Mir hat die Mannschaft Leid getan. Schade, ein Unentschieden hätten sie sich aufgrund der auch spielerisch guten 2. HZ verdient.

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