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FC Augsburg

30.07.2018

Philipp Max will durchstarten - in allen Bereichen

Philipp Max bringt seinen Körper für die nächste Bundesliga-Saison wieder in Schwung.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Der Verteidiger gilt als Kandidat für die Nationalelf und hat seinen Vertrag in Augsburg verlängert. Dennoch schließt der 24-Jährige einen Wechsel nicht aus.

Mitunter ist es von Vorteil, nicht dem Kreis der Auserwählten anzugehören. Während an den Nationalspielern, die in Russland das geschichtsträchtige Vorrunden-Aus zu verantworten hatten, weiterhin das Verliererimage haftet, zählen jene zu den Gewinnern, die Bundestrainer Joachim Löw unberücksichtigt ließ. Leroy Sané etwa. Aber auch Philipp Max.

Entspannt sitzt der Linksverteidiger des FC Augsburg in der Lobby des Wellnesshotels Aqua Dome. In der Bergidylle des Ötztals bereitet sich der Bundesligist dieser Tage auf die kommende Pflichtspielsaison vor. Max hat die Beine überschlagen, nippt an der Kaffeetasse. Er erzählt von erholsamen Tagen mit der Freundin auf der griechischen Insel Mykonos, von einem weiteren Urlaub an der Côte d’Azur in Saint-Tropez.

Bundestrainer Jogi Löw hat sich bislang noch nie bei Max gemeldet

Die Weltmeisterschaft hat er als Fan erlebt, er habe mitgefiebert, Deutschland die Daumen gedrückt. Auf die Frage, ob er vom frühen Scheitern profitieren könne, ist Max vorbereitet. Bereits vor der WM wurde er wiederholt mit dieser Thematik konfrontiert. Einmal mehr gibt sich der 24-Jährige diplomatisch. Er weiß, allzu forsch darf er nicht an die Sache herangehen, das kam in der Vergangenheit beim Deutschen Fußball-Bund nie gut an. Noch hätte sich der Bundestrainer nicht bei ihm gemeldet, sagt Max. Er würde sich aber sehr freuen, ergänzt der Blondschopf mit einem Grinsen.

Während Max sich zurückhält, hat sich Lothar Matthäus zuletzt für einen Umbruch mit Max ausgesprochen. Ebenso halten Augsburgs Sportgeschäftsführer Stefan Reuter und Trainer Manuel Baum ihren Außenverteidiger für einen geeigneten Kandidaten. „Er ist wirklich einer, den man sich intensiv anschauen sollte“, urteilt Baum. Max’ Name sei nicht ohne Grund im Umlauf, schiebt der 38-Jährige hinterher.

Beim Trainingslager Längenfeld stand Philipp Max unserem FCA-Reporter Johannes Graf Rede und Antwort.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Anfang September bestreitet die Nationalmannschaft in der Nations League in München gegen Weltmeister Frankreich das erste Länderspiel nach dem blamablen Auftreten in Russland. Seine Chancen auf eine Berufung kann Max schwerlich einschätzen. „Ich versuche, das nicht an mich heranzulassen, sonst setzt man sich selbst zu sehr unter Druck und spielt nicht so befreit wie sonst“, sagt er und fügt hinzu: „Ich versuche, die Leistungen der vergangenen Saison zu bestätigen und an meinen Schwächen zu arbeiten.“

Philipp Max will durchstarten - in allen Bereichen
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FCA-Trainingslager in Längenfeld: Tag 3 in Bildern
Foto: Klaus Rainer Krieger

Im Trikot des FC Augsburg hat der Linksverteidiger eine überzeugende Spielrunde gezeigt, in Erinnerung bleiben wird seine außergewöhnliche Vorlagenstatistik, 13 Treffer hat er vorbereitet, allein zehn in der Hinrunde. Europaweit sorgte er damals für Aufsehen, Wechselgerüchte ließen nicht lange auf sich warten. Top-Klubs aus England, Spanien und Italien sollen an Max interessiert gewesen sein. Der 24-Jährige musste lernen, mit dieser Erwartungshaltung umzugehen. „Wenn man im Winter liest, welche Vereine an einem Interesse haben, ist das keine einfache Situation. Das gebe ich offen zu.“

Der Glaube hat Philipp Max geholfen

Geholfen hat ihm in dieser Karrierephase wohl auch sein Glaube. Auf dem linken Oberarm prangt ein auffälliges Tattoo, es zeigt eine Hand mit Rosenkranz und den Schriftzug „Habe keine Angst, Gott geht mit“. Als er noch in Karlsruhe spielte, habe er diese Form der Besinnung für sich entdeckt. Max: „Ich kann das jedem empfehlen. Für mich ist das etwas sehr Bedeutsames, das mich den ganzen Tag über begleitet.“

Im Nachhinein wertet der Profi die Erfahrungen in der Winterpause positiv. „Ich habe das gut hinbekommen und war mit der Rückrunde zufrieden.“ Frühzeitig hat sich der FCA um eine Vertragsverlängerung bemüht, der Kontrakt läuft bis Sommer 2022. Der Klub kennt den Marktwert seines Spielers. Auf 15 Millionen Euro taxiert transfermarkt.de die Ablösesumme – mischen Klubs aus der Premier-League mit, dürfte sie diesen Betrag weit übersteigen.

Einen Wechsel schließt Max nicht aus

Zuletzt wurde Max mit Manchester United und Paris St. Germain in Verbindung gebracht. Solange das Transferfenster geöffnet ist, schließt der Spieler nichts aus. In England sind Wechsel noch bis 9. August möglich, im Rest Europas meistens bis zum 31. August. Für ihn sei es immer ein Traum gewesen, bei einem großen Verein zu spielen und sich mit den Besten zu messen. Max betont: „Deshalb habe ich angefangen mit dem Fußballspielen.“

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