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Porträt
25.08.2018

Fabian Giefer - das ist die neue Nummer 1 im FCA-Tor

Fabian Giefer ist die neue Nummer 1 im Tor des FC Augsburg. Doch der Weg dahin war nicht immer einfach.
Foto: Ulrich Wagner

Bei Fortuna Düsseldorf sorgte Fabian Giefer in der Bundesliga für Furore. Jetzt will er als FCA-Torhüter an alter Wirkungsstätte durchstarten.

Wenn Fabian Giefer, 28, heute bei Fortuna Düsseldorf zum Saisonauftakt sein erstes Bundesliga-Spiel für den FC Augsburg bestreitet, dann ist es für den FCA-Torhüter eine Rückkehr in die eigene Vergangenheit. Dorthin, wo seine Profi-Karriere richtig Fahrt aufnahm. Eine Karriere mit einigen Höhen, aber auch Tiefen.

Fabian Giefer: In Düsseldorf nimmt seine Karriere richtig Fahrt auf

Dabei wäre Giefer anstatt in Düsseldorf beinahe beim FC Bayern gelandet. Im Sommer 2012 hätten die Münchner den damals 22-Jährigen gerne als Nummer zwei hinter Manuel Neuer verpflichtet. Doch Giefer hatte genug von der Bank.

Bei Bayer Leverkusen in der Jugend ausgebildet, galt er als Nachfolger von Rene Adler. Am ersten Spieltag der Saison 11/12 stand er gegen Mainz im Tor. Doch er spielte unglücklich, erlitt eine Gehirnerschütterung, fiel aus und Bayer holte Bernd Leno.

Nach nur sechs Bundesliga-Partien in über vier Jahren entschied sich der ehrgeizige Giefer am Ende der Saison gegen die Reserverolle bei den Bayern und für die zweite Alternative den Stammplatz zwischen den Pfosten beim damaligen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf.

Wie Giefer an Souveränität verloren hat

Und der 1,96 Meter große Giefer, der in Adenau bei Bonn in der Nähe des Nürburgrings geboren wurde, sorgte mit dem Aufsteiger in der Vorrunde für positive Schlagzeilen. Beim ersten Saisonspiel in Augsburg brachte er die FCA-Fans beim 2:0-Sieg der Fortuna zum Verzweifeln. Er blieb über 460 Minuten ohne Gegentor.

Doch dann kam die Rückrunde. Bei der 2:3-Auftaktniederlage patzte er zweimal, beim dritten Tor schoss er FCA-Stürmer Sascha Mölders sogar an den Hintern. Giefers Souveränität war weg, seine Unsicherheiten zogen sich wie ein roter Faden durch die zweite Halbserie. Fortuna stieg am Ende ab.

Doch Giefer blieb. Setzte sich gegen den neu verpflichteten Michael Rensing durch. Seitdem verbindet die beiden nicht gerade eine innige Freundschaft. Es birgt eine gewisse Brisanz in sich, dass sich beide heute wieder gegenüberstehen. Denn auch  bei der Fortuna gab es ein Torwart-Duell. Erst am Donnerstag hatte sich Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel für den 34-jährigen Rensing und gegen  Raphael Wolf entschieden.

Fabian Giefer - "Keine klassische Nummer zwei"

Nach einer guten Zweitliga-Saison, die aber nicht zum Aufstieg reichte, wechselte Giefer 2014 zu Schalke. Es sollte sein nächster Karriereschritt werden. Doch es kam anders. In den drei Jahren war er oft verletzt, machte nur zwei Ligaspiele, ließ sich zum englischen Zweitligisten Bristol City ausleihen, ehe ihn 2017 der FCA ihn für geschätzte 750.000 Euro aus seinem Vertrag kaufte und mit einem Vertrag bis 2021 ausstattete. „Fabi ist vom Charakter her keine klassische Nummer zwei“, sagte Schalkes Torwarttrainer Simon Henzler damals der WAZ.

So sah es auch Stefan Reuter, der FCA-Geschäftsführer Sport, der wohl mit einem Wechsel von Marwin Hitz rechnete. Doch die langjährige Nummer eins blieb, ging erst im Sommer ablösefrei zu Borussia Dortmund  Giefer war nach Andreas Luthe sogar nur noch die Nummer drei.  „Es ist klar, dass ich mit anderen Erwartungen hier her gekommen bin. Aber nichtsdestotrotz spricht so ein langfristiger Vertrag dafür, dass man langfristig auf mich baut und dass man will, dass ich auch hier meine Leistung irgendwann auch auf dem Platz bringe“, erklärte Giefer im Oktober. Jetzt, in der Woche vor dem Bundesligastart wollten weder Luthe noch Giefer ein Interview geben.

Fabian Giefers Geduld zahlt sich aus

Giefers Geduld hat sich ausgezahlt. In einem sportlichen fairen Zweikampf hat er sich durchgesetzt. „Da passt alles. Wir pushen uns gegenseitig hoch. Das habe ich auch noch nie anders kennengelernt. So wie man in den Wald rein ruft, so schallt es meist auch wieder heraus“, hatte Giefer schon im Oktober klargestellt, dass es zwischen ihm und Luthe kein vergiftetes Duell wie zum Beispiel zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn bei der WM 2006 geben würde.  

Jetzt ist Giefer endlich wieder dort zurück, wo er nicht nur aus seiner Sicht hingehört: ins Bundesligator. Hier in Düsseldorf verpasste der ehemalige Junioren-Nationaltorwart im Aufstiegsjahr keine einzige Bundesliga-Minute, hier begann ein Jahr später seine Berg- und Talfahrt, hier soll es für ihn wieder nach oben gehen.

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