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Sergio Cordova (Bildmitte, Nummer neun) hat derzeit nicht nur in der Nationalmannschaft einen schweren Stand.

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Überholspur: Marco Richter debütierte in der U21-Nationalmannschaft.

FC Augsburg
10.09.2018

So entwickeln sich Sergio Cordova und Marco Richter

Von Robert Götz

Während Sergio Cordova zurzeit nur mit Venezuela Spielpraxis bekommt, hat sich Marco Richter mit seinen Leistungen in der Bundesliga sein U21-Debüt verdient.

Endlich kann Sergio Cordova wieder das tun, was der Stürmer des FC Augsburg am liebsten macht. Fußball spielen. Allerdings musste der 21-Jährige aus Venezuela dafür einige tausend Kilometer weit um die halbe Welt fliegen. Während Cordova beim Bundesligisten nicht erste Wahl ist, zählt er bei der Nationalmannschaft, „La Vinotinto“ nach ihren weinroten Trikots genannt, zum Stammpersonal. Bei der 1:2-Niederlage gegen Kolumbien in Miami, dort befindet sich Venezuela im Trainingslager, stand Cordova in der Startelf, wurde allerdings in der 57. Minute ausgewechselt. Am Mittwoch (3 Uhr) spielt Venezuela in Panama-Stadt gegen Panama.

Beim FCA hingegen bleibt für Cordova derzeit nur die Ersatzbank. Zuletzt wurde er in der Bundesliga am 12. Mai bei der 0:2-Niederlage in Freiburg eingewechselt. Seit einem Jahr steht Cordova nun beim FCA unter Vertrag, doch es scheint als würde die Entwicklung von Cordova stagnieren.

Manuel Baum wünscht sich mehr Konstanz von Sergio Cordova

FCA-Trainer Manuel Baum will das so nicht stehen lassen. „Er hat extreme Spitzen im Training, dann aber auch wieder einen Leistungsabfall. Da müssen wir schauen, dass wir Konstanz reinbekommen.“ Dabei schien der muskulöse Jungprofi, der dem FCA bei der Junioren-WM aufgefallen war, nach seinem Wechsel von Caracas im Juli 2017 die Bundesliga im Sturm erobern zu wollen. Gleich im zweiten Spiel gegen Gladbach erzielte er seinen ersten Bundesligatreffer. Doch der Sprung zum Stammspieler gelang ihm bisher nicht. In dieser Saison kam er noch gar nicht zum Einsatz.

Dabei hatte Cordova in der Vorbereitung Baum nicht enttäuscht: „Gegen Gladbach hat er in der ersten Hälfte super gespielt“, sagt Baum. Für ihn sei das der Durchbruch gewesen, weil Cordova eine „spezielle taktische Aufgabe hatte, die er richtig gut gemacht hat“. Auch das Sprachproblem würde immer kleiner, versichert Baum: „Er nimmt Unterricht und spricht mittlerweile schon richtig gut und ich spreche schon ein bisserl Spanisch.“

Trotzdem muss sich Cordova noch gedulden. Wie lange? Baum sagt: „Auch wenn er zwei-, dreimal nicht eingewechselt wird, ist er nicht abgeschrieben. Er steht jede Woche auf dem Zettel, von Beginn an zu spielen.“ Doch anscheinend hat Cordova noch nicht ganz verinnerlicht, dass Fußball-Profi beim FC Augsburg im Spätsommer 2018 ein Sieben-Tage-Job ist, bei dem Trainingsschwankungen nicht mehr drin sind. Denn der wichtigste Grund, warum Cordova bisher noch nicht gespielt habe, sei, sagt Baum: „Im Vergleich zur letzten Saison ist die Konkurrenzsituation größer.“

Bei Marco Richter läuft es

Marco Richter, 20, ist so ein Konkurrent. Während die Karriere von Cordova derzeit in einer Sackgasse zu stecken scheint, ist Richter auf der Überholspur unterwegs. Einer, der zurzeit an Cordova vorbeigezogen ist, ist Marco Richter. Das Eigengewächs nützte seine Chance bisher und stand sowohl im Pokal als auch in den beiden Bundesligapartien in der Startelf. Genauso selbstbewusst und unbeschwert agierte er jetzt bei seinem Debüt bei der U21-Nationalmannschaft. Beim Test gegen Mexiko (3:0) am Freitag spielte er wie abgesprochen die erste Hälfte. Gut möglich, dass Trainer Stefan Kuntz Richter auch beim EM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Irland einsetzen wird. Richter und Cordova – unterschiedlicher könnten die Leistungskurven derzeit nicht sein. Aber es sind nicht die einzigen FCA-Spieler, die international unterwegs sind.

Österreich: Mit Martin Hinteregger, der durchspielte, und Michael Gregoritsch, der in der 59. Minute eingewechselt wurde, gewann Österreich den Test gegen Schweden mit 2:0. Am Dienstag wird es für Österreich in der Nations League im ersten Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina ernst.

Österreich U21: Wie Marco Richter mit Deutschland, kämpft Kevin Danso mit der U21-Nationalmannschaft um die EM-Qualifikation. Beim 2:1-Heimsieg gegen Armenien spielte Danso als Innenverteidiger durch. Am Dienstag spielt Danso mit Österreich noch auf Gibraltar.

Südkorea: Zwei Freundschaftsspiele bestreitet Dong-Won Ji mit Südkorea. Beim 2:0-Sieg gegen Costa Rica wurde Ji nach 67 Minuten ausgewechselt. Am Dienstag spielt Südkorea gegen Chile. Beide Tests finden in Südkorea statt.

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