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FC Augsburg

29.06.2020

So verabschiedet sich Stephan Lichtsteiner aus Augsburg

Stephan Lichtsteiner sagt „Servus“ FC Augsburg 
Bild: Ulrich Wagner

Nach einem Jahr gehen der FCA und der 36-jährige Rechtsverteidiger wieder getrennte Wege. Der Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft konnte nicht Fuß fassen.

Sein letztes Spiel für den FC Augsburg verfolgte Stephan Lichtsteiner wie zuletzt des Öfteren von der Tribüne aus. Zwar hatte Rechtsverteidiger Raphael Framberger gegen RB Leipzig mit muskulären Problemen passen müssen, doch anstatt auf den 36-jährigen Schweizer zu setzen, ließ Trainer Heiko Herrlich lieber Tin Jedvaj auflaufen. Am nächsten Tag dann bestätigte der Schweizer dann auf Instagram, dass er nach einem Jahr Augsburg verlassen wird. Das Jahr in Augsburg dürfte für ihn mit gemischten Gefühlen verbunden sein.

Unter einem Video, das aus Bildern seiner FCA-Zeit erstellt wurde, schreibt er unter anderem. "Servus FCA... Hat Spaß gemacht mit Euch." Und verabschiedet sich mit "Hopp FCA...weiter immer weiter! Un abbraccio (eine Umarmung)."

Unter Heiko Herrlich spielte Lichtsteiner beim FC Augsburg keine große Rolle mehr

Es war keine Überraschung mehr, dass der Ein-Jahres-Vertrag zum 30. Juni auslaufen würde. War der Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft unter Trainer Martin Schmidt meist noch gesetzt, vertraute Herrlich lieber auf den jüngeren Framberger. Dem 24-jährigen Eigengewächs stand in der Rückrunde nur noch vier Mal von Beginn an auf dem Feld. Die Zukunft in der defensiven Viererkette soll stattdessen Raphael Framberger gehören, der von Trainer Heiko Herrlich zumeist den Vorzug erhielt und noch einen Vertrag bis 2024 besitzt.

Dabei erregte der FCA mit dem ablösefreien Transfer Lichtsteiners vom FC Arsenal nach Augsburg enormes Aufsehen. Denn dass der Abwehrspezialist nach sieben Meistertiteln mit Juventus Turnier und dem Europa-League-Finale mit dem Londoner Klub ausgerechnet zum kleinen FCA in die Bundesliga kam, überraschte viele.

Der Routinier sollte mit seiner Erfahrung die Abwehr stabilisieren und den jungen Spielern als Vorbild dienen. Im Training und in der Kabine war er auch der Vorzeigeprofi, der vorlebte, was es braucht, um auf höchsten Niveau Fußball spielen zu können. Er war oft der Erste bei den Stabilitätsübungen vor und oft der Letzte bei den Regenrationsübungen nach den Einheiten. Doch auf dem Spielfeld hatten sich beide Parteien sicher mehr erhofft.

Lichtsteiner wirkte beim FC Augsburg oft frustriert

Lichtsteiner wollte sich neben der italienischen Serie A und der englischen Premier League in einer weiteren europäischen Top-Liga beweisen, was nur bedingt gelang. Denn im oft rustikal vorgetragenen Augsburger Umschaltspiel war es Lichtsteiner nicht mehr möglich, die rechte Außenbahn mit jugendlichem Tempo zu beackern. Dazu kam es auch, dass es Lichtsteiner jahrzehntelang gewöhnt war, mit Topstars zusammenzuspielen, denen die beiden Worte "unnötige Ballverluste" vollkommen fremd waren. Dann im Gegensatz dazu in Augsburg immer wieder schnell umzuschalten oder viele Wege einfach umsonst zu gehen, fiel Lichtsteiner immer schwerer. Er wirkte oft frustriert, was er auch immer wieder an den Schiedsrichtern ausließ.

Nun verlässt der ehemalige Weltklassespieler Augsburg mit einem unbefriedigenden Gefühl und kehrt vorerst zu seiner Familie in die Schweiz zurück. Gut möglich, dass der in Adligenswil (Kanton Luzern) geborene Innerschweizer in seiner Heimat seine Karriere fortsetzt wird. Der FC Zürich und Grasshoppers Zürich sollen schon Interesse bekundet haben.

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