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Interview

18.04.2018

Tinnitus bei Daniel Baier: "Ein Ball kann das auslösen"

Beim Spiel gegen Leverkusen hat FCA-Kapitän Daniel Baier einen Ball ins Gesicht bekommen. Jetzt kann der FCA-Profi wegen eines Tinnitus nicht am Training teilnehmen.
Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Der Kapitän des FC Augsburg muss aufgrund von Störgeräuschen im Ohr beim Training aussetzen. Was ein HNO-Spezialist zu Daniel Baiers Tinnitus sagt.

FCA-Profi Daniel Baier leidet an einem Tinnitus, im Spiel in Leverkusen hat er den Ball ins Gesicht bekommen. Möglich, dass das der Auslöser des Geräuschs im Ohr ist?

Dr. Olaf Müller: Durch eine Erschütterung kann so ein Ohrgeräusch auftreten. Wir haben das häufiger bei Traumata, wenn der Schädel stark geprellt wird. Durch einen festen Schuss mit dem Fußball kann das auch passieren. Trifft er einen Knochen, ist die Erschütterung umso stärker. Ob diese der Auslöser war, kann man messen. Teilweise hat man in der Folge eine schlechtere Hörleistung im Frequenzbereich von 4 bis 5 Kilohertz.

Olaf Müller, 43 Jahre alt, leitet das HNO Zentrum im Schlössle. Zu seinen Fachgebieten zählt die Behandlung eines Tinnitus.
Bild: Tinnitus Zentrum Augsburg

Kann so etwas verzögert auftreten?

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Müller: Eigentlich nicht, in der Regel ist das Ohrgeräusch sofort da. Möglich ist, dass andere Beschwerden zunächst im Vordergrund stehen und man dem Geräusch weniger Bedeutung beimisst. Nach Verkehrsunfällen ist das manchmal der Fall. Zudem hängt das von der Umgebung ab. Ich könnte mir vorstellen, dass im Stadion das Geräusch nicht wahrgenommen wird, in einer leisen Situation ist es dann aber auffällig.

Kann das schlimmer werden?

Müller: Ohrgeräusche werden subjektiv bewertet. Wenn ich mich darauf fokussiere, ist es durchaus lauter. Teil einer Therapie ist es, die Gedanken von dem Geräusch wegzulenken und eine geringere Lautstärke wahrzunehmen.

Wie wird ein Tinnitus behandelt?

Müller: Empfohlen wird eine Behandlung mit Cortison, teilweise intravenös, teilweise per Injektion direkt ins Mittelohr. Von dort aus sickert das Medikament ins Innenohr, dort wird der Schaden bei einem akuten Geräusch vermutet.

Wie lange wird behandelt?

Müller: Nach rund einer Woche Behandlung wird es besser. Teilweise bleiben Ohrgeräusche bestehen, die man mit der Zeit nicht mehr wahrnimmt, teilweise bleiben Ohrgeräusche dauerhaft. In der Frühphase verschwinden Geräusche manchmal aber auch von alleine. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose jedenfalls gut.

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