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FCA

13.02.2015

Tobias Werner: Aufsteiger, Publikumsliebling, Erfolgsgarant

Tobias Werner bestritt gegen Eintracht Frankfurt sein 100. Bundesliga-Spiel. Für den FC Augsburg erzielte der 29-Jährige schon 21 Tore.
Bild: Ulrich Wagner

Tobias Werner steht für den Aufschwung des FC Augsburg. Trotz der jüngsten Erfolgsserie zügelt der 29-Jährige die Erwartungshaltung. Am Samstag geht es für den FCA nach Bremen.

Tobias Werner, 29, hatte am Sonntag keine große Lust, sein ganz persönliches Jubiläum zu feiern.

Gegen Eintracht Frankfurt hatte der Fußball-Profi des FC Augsburg sein 100. Bundesligaspiel absolviert, doch nach dem 2:2 knallten keine Sektkorken: „Ich habe ein bisschen getrauert, weil wir nur 2:2 gespielt haben und ich die Chance hatte, mich selbst mit einem Tor zu belohnen.“

In der 20. Minute war er alleine vor Eintracht-Torhüter Kevin Trapp aufgetaucht, doch im Duell eins gegen eins siegte Trapp. „Ich hatte einfach zu viel Zeit, zu viel überlegt und dann den Ball schlecht mitgenommen“, erinnert sich Werner.

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2008 debütierte Werner für den FC Augsburg in Liga zwei

Früher, da hätten die Augsburger Zuschauer das Vergeben einer Chance von Werner vielleicht mit einem leichten Kopfschütteln kommentiert, aber sich nichts weiter gedacht. Diesmal waren sie enttäuscht. Früher, das war, bevor sich Werner zu einem veritablen Bundesligaspieler entwickelte.

Im Sommer 2008 hatte der Zweitligist Werner vom Zweitliga-Absteiger FC Carl Zeiss Jena verpflichtet. Trainer war damals Holger Fach. Fach war bald Geschichte, Werner blieb und spielte. Selten spektakulär, und als der FCA 2011 in die Bundesliga aufstieg, glaubten viele, dass dieser Schritt für Werner eine Nummer zu groß sein würde.

Er selbst war auch skeptisch, dass es ihm gelingen würde, sich in einer der besten europäischen Ligen durchzusetzen. „Vor einigen Jahren wäre ich froh gewesen, 20 Bundesligaspiele zu haben. Jetzt habe ich 21 Bundesliga-Tore und 100 Spiele. Wie die letzten Jahre verlaufen sind, das war sehr, sehr schön, aber es soll so weitergehen, und ich werde mich nicht darauf ausruhen.“

Großer Anteil am Aufschwung des FC Augsburg

Der gebürtige Thüringer aus Gera personifiziert die Wandlung des FC Augsburg weg vom viel belächelten Aufsteiger, den kaum einer eine Haltbarkeitszeit von mehr als einer Saison vorhersagte, hin zum Europa-League-Kandidaten wie kein anderer.

In einem Interview mit der FAZ sagte er im Dezember: „Man wächst mit dem Verein mit. Ich bin als junger Spieler hergekommen, jetzt gehe ich auf die 30 zu. Das ist schon ein Reifeprozess. Aber die größte Veränderung habe ich privat durchgemacht. Als Vater von zwei Töchtern bin ich noch ruhiger geworden.“

Emily, 3, und Carla, 1, stehen außerhalb des Spielfeldes im Mittelpunkt bei Werner und seiner Freundin Chris, 26.

Werner über Weinzierl: "Der Trainer weiß genau, wie ich ticke"

Auf dem Platz ist Werner ein Spieler, der von den klaren Vorgaben von Trainer Markus Weinzierl profitiert. „Der Trainer weiß genau, wie ich ticke, und ich weiß auch genau, was er von mir verlangt.“ Die Aufgabenstellung ist durchaus komplex für den Außenstürmer. „Von uns in der Offensive erwartet er, dass wir torgefährlich sind“, sagt Werner.

Mit neun Toren in der Vorsaison und fünf Treffern in dieser Spielzeit liegt Werner da auf jeden Fall im Soll. Auch wenn er gegen Frankfurt noch gerne ein Tor hinzugefügt hätte.

Aber auch in die Defensivarbeit ist er voll eingebunden. „Wir sollen aber auch als erste Verteidiger agieren. Wir sollen höher verteidigen und möglichst schnell den Ball erobern. Das ist unser Spielsystem und das passt gut zu mir. Die Defensivstrategie ist perfekt abgestimmt, mit dem, der hinter mir spielt.“

Flexibilität und Teamgeist sind Trumpf beim FCA

Da hatte Werner in der Bundesliga schon einige Partner. Marcel de Jong, Matthias Ostrzolek, Abdul Rahman Baba und Markus Feulner. Werner kam mit allen zurecht. Er ist ein Mannschaftsspieler, der seine Befindlichkeiten zurückstellt. „Das macht uns stark, dass keiner rumnörgelt, wer wo spielt. Sondern wir das als Team auffangen.“

Trotzdem ist er mit jedem Spiel, mit jedem Tor, auch als Individualist, gereift, ist sein Selbstbewusstsein gestiegen. Werner spielt aggressiv, sieben Gelbe Karten zeugen davon. Und als der Frankfurter Kleiderschrank Zambrano nach einer halben Stunde Feulner brutal checkte, war Werner zur Stelle, um den Argentinier zur Rede zu stellen.

Werner (Vertrag bis 2017) ist einer der Leader im Team, einer, dessen Wort Gewicht hat. Kein Lautsprecher, aber einer, der seine eigene Meinung hat und die auch sagt. Das gestiegene mediale Interesse sieht er mit gemischten Gefühlen: „Es ist schon eine schöne Sache für uns, wenn du in den Fokus gerätst, weil es widerspiegelt, wie gut wir gerade sind. Mir wäre es aber lieber, wenn gar nicht so viel geschrieben würde über uns und wenn wir hier unsere Arbeit in Ruhe verrichten könnten, denn das hat uns in den letzten Jahren stark gemacht.“

Mit jedem Sieg wächst die Erwartungshaltung

Doch mit jedem Punkt, mit jedem gewonnenen Spiel, werden die Ansprüche höher und die Fragen nach der Europa League immer lauter. Werner bleibt bescheiden: „Die Zeitungen können schreiben, was sie wollen, und uns für Europa starkreden. Wir Spieler werden erst über neue Ziele reden, wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben und es der Trainer oder der Manager, dann auch so kommuniziert.“

40 Punkte ist die magische Grenze. Drei könnten am Samstag (15.30 Uhr) dazukommen, wenn der FCA bei Werder Bremen antritt. Werner sagt: „In Bremen treffen wir auf die Mannschaft der Stunde, aber wir fahren trotzdem mit einer breiten Brust dorthin.“ Das kann er auch. Der Mittelfeldspieler erzielte allein gegen Bremen schon vier Tore in der Bundesliga und verlor nur eine seiner sieben Partien gegen Werder. Keine schlechten Voraussetzungen.

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