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FC Augsburg

11.08.2019

Tomas Koubek war bei seinem Debüt "die ärmste Sau"

Die Szene vor dem 0:1: FCA-Keeper Tomas Koubek pariert einen Schuss von Verls Matthias Haeder. Tim Rieder schaut zu. Der Abpraller geht vom Fuß von Suchy aber als Eigentor ins Netz.
Bild: Friso Gentsch, dpa

Plus FCA-Neuzugang Koubek zeigt in Verl eine ordentliche Partie, dennoch erlebt der Torwart einen unglücklichen Einstand. Gregoritsch will gar nicht sprechen.

Robin Brüseke wartete geduldig vor der Kabine des FC Augsburg. Der 25-jährige Torwart des Fußball-Regionalligisten SC Verl erinnerte dabei an einen Autogrammjäger, der sehnsüchtig auf sein Idol wartet. Eigentlich schon eine bizarre Situation, denn Brüseke hatte sich Minuten zuvor gerade selbst einen Heldenstatus erworben. Der junge Keeper war schließlich nicht unwesentlich am sensationellen 2:1-Pokalerfolg seiner Mannschaft gegen den Bundesligisten FC Augsburg beteiligt.

Dennoch wollte Brüseke, bevor er sich zum Feiern verabschiedete, noch das Trikot vom gegnerischen Torwart Tomas Koubek holen. Der Augsburger Betreuer Salva Belardo vertröstete Brüseke erst, dass er noch ein paar Minuten warten müsse. Dann erschien Koubek. Nach einem freundschaftlichen Schulterklopfen überreichte der tschechische Nationaltorwart dem 25-Jährigen sein verschwitztes Trikot und verschwand gleich wieder in der Kabine.

 

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Koubek hielt im FCA-Kasten, was zu halten war

Der Torwart des FC Augsburg, der erst vor einigen Tagen vom französischen Erstligisten Stade Rennes gewechselt war, bekam mit der bitteren Auswärtsniederlage in Westfalen schon einmal einen Vorgeschmack, was ihn in dieser Bundesliga-Saison erwarten könnte. An Koubek lag es jedenfalls nicht, dass der FC Augsburg in der ersten Runde des DFB-Pokals auf der ganzen Linie enttäuschte. Koubek hielt, was zu halten war, wenngleich man schon noch merkte, dass er noch Anpassungsschwierigkeiten hat.

In seinem ersten Pflichtspiel für den FC Augsburg erlebte der tschechische Torhüter Tomas Koubek einen unglücklichen Einstand. Der Bundesligist verlor gegen den Regionalligisten SC Verl im DFB-Pokal mit 1:2.
Bild: Dammaschke-Gerstmeyr, kolbert-press

Kapitän Daniel Baier bedauerte dann auch den unglücklichen Einstand von Koubek: "Das war für mich die ärmste Sau. Er hat uns in einigen Situationen sogar noch gerettet. Leider konnte er nicht alles halten." Baier war über den Auftritt sichtlich verärgert: "Das müssen wir spielerisch einfach viel besser lösen. Das war heute nichts. Der Pokal ist jetzt schon mal weg. Wir sollten gewarnt sein. Dortmund ist am Samstag noch ein ganz anderes Kaliber." Baier wollte auch gar nicht groß nach Ausreden suchen: "Wir haben schlecht gespielt und Verl hat verdient gewonnen."

Auch für André Hahn war es ein gebrauchter Nachmittag: "Wir haben die ersten 20 Minuten völlig verschlafen. Dann haben wir viel zu oft Bälle leichtfertig ins Zentrum gespielt, obwohl wir genau wussten, dass Verl ein schnelles Umschaltspiel pflegt und nur darauf wartet", sagte der Augsburger Elfmeterschütze nach der Partie.

Auch André Hahn hatte Mitleid mit dem neuen FCA-Keeper

Genau konnte sich Hahn diese Niederlage dennoch nicht erklären: "Wir hatten uns so viel vorgenommen, aber es hat kaum was geklappt. Zudem hat uns die Durchschlagskraft gefehlt." Wie sein Kollege Daniel Baier hatte auch Hahn Mitleid mit dem neuen Torwart Tomas Koubek: "Er hat souverän gehalten. Doch beim ersten Gegentor ist es blöd für ihn gelaufen. Zunächst pariert er überragend und dann fälscht unser eigener Spieler noch unglücklich zum 0:1 ab." Hahn bleibt jetzt nur die Hoffnung, dass bis zum ersten Punktspiel in Dortmund alles besser wird: "Wir müssen aus dieser Niederlage unsere Schlüsse ziehen. So dürfen wir uns in Dortmund nicht präsentieren."

Stocksauer war Hahns Teamkollege Michael Gregoritsch. Dem Stürmer war nicht nur die Niederlage auf den Magen geschlagen, auch seine Auswechslung in der 63. Minute machte ihm zu schaffen. Dabei zählte der Österreicher tatsächlich noch zu den besseren Angreifern an diesem Tag, wenn man das nach dieser Niederlage überhaupt so bezeichnen darf. Auf die Frage: "Haben Sie zwei Minuten für ein Interview?", schüttelte Gregoritsch nur wütend den Kopf: "Na, wirklich net."

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12.08.2019

"Die ärmste Sau" waren wohl eher jene Zuschauer, die den über 1100 km weiten Trip von Augsburg nach Verl (und zurück) auf sich genommen haben, um sich dann einen solchen Grottenkick der Berufsfußballer des FC Augsburg anschauen zu müssen.

Als TV-Zuschauer in einer Sky-Kneipe kam man/frau nach diesem extrem enttäuschenden FCA-Auftritt wenigstens schnell nach Hause.

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