Torwart-Entscheidung gefallen: Giefer hat eine Chance verdient

24.08.2018

Augsburg-Trainer Manuel Baum trifft eine unpopuläre Entscheidung. Sorgen muss das den FCA-Fans nicht bereiten.

Fabian Giefer wird künftig in der Bundesliga das Tor des FC Augsburg hüten. Dies hat unsere Redaktion vor dem Ligaauftakt gegen Fortuna Düsseldorf erfahren. Sorgen muss diese Entscheidung den Fans des FCA nicht bereiten. Baum hat sich nicht gegen Andreas Luthe entschieden, er hat sich für Giefer entschieden. Das ist Ausdruck dessen, dass beide Torhüter eine gute Wahl gewesen wären. Wiederholt hatte Baum in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, wie schwer ihm diese Entscheidung fallen werde, er sprach von "schlaflosen Nächten".

Hätte sich Baum für Luthe entschieden, wäre das die vermeintlich populärere Entscheidung gewesen. Luthe hat sich in den vergangenen zwei Jahren als herausragender Teamplayer präsentiert. Der besonnene Profi weiß sich auszudrücken, engagiert sich sozial und genießt innerhalb und außerhalb der Mannschaft hohes Ansehen. Zudem wusste der 31-Jährige in seinen bisherigen fünf Pflichtspielen für den FCA zu überzeugen, zuletzt erwies er sich in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal als zuverlässiger Rückhalt.

Giefer setzt sich durch - fürs Erste

Luthe trug in der Saison 2016/17 in den letzten beiden Bundesligaspielen dazu bei, dass der FCA die Klasse hielt. Gegen Ende der vergangenen Saison setzte ihn Trainer Baum zweimal ein, als der FCA die Klasse gehalten hatte und der Abschied von Stammtorhüter Marwin Hitz feststand. Luthe schien im Sommer die bessere Ausgangslage im Torwartduell zu besitzen, fürs Erste setzte sich aber Giefer durch.

Vor einem Jahr hat sich der 28-Jährige dem FCA angeschlossen. Als Giefer zum FCA kam, meldete er sogleich Ansprüche an. Er sagte, er sei geholt worden, um zu spielen. Und zwar in der Bundesliga. Letztlich fristete er ein Dasein als dritter Torwart und spielte in der Regionalliga. Von derartigen Kampfansagen nahm Giefer diesmal Abstand, seine forschen Töne kamen beim FCA, der sich stets Demut und Zurückhaltung auferlegt, nicht allzu gut an.

Luthe hätte ebenso eine Chance verdient gehabt, Giefer erhält diese jetzt. In der Vorbereitung hat der durchtrainierte Torwart sowohl in den Testspielen als auch in den Trainingseinheiten einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Er zeigte schnelle Reaktionen auf der Linie und beherrschte nicht zuletzt wegen seiner Körpergröße von knapp zwei Metern den Strafraum.

Was ihm indes fehlt, ist Wettkampfpraxis auf höchstem Niveau. Sein bislang letztes Bundesligaspiel hat Giefer vor dreieinhalb Jahren für Schalke 04 gegen Bayern München bestritten. Dem Profi ist aber zuzutrauen, dass er schnell wieder in den Spielrhythmus findet.

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