Newsticker

Fußball-Bundesliga pausiert bis zum 30. April
  1. Startseite
  2. Sport
  3. FC Augsburg
  4. Trotz Videobeweis: Elfmeter-Entscheidung für den FCA erzürnt Mainz

FC Augsburg

08.12.2019

Trotz Videobeweis: Elfmeter-Entscheidung für den FCA erzürnt Mainz

Die entscheidende Szene des Spiels: Florian Niederlechner beim Elfmeter, den er eiskalt zum 2:1 verwandelte.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Die Entscheidung fiel per Videobeweis - dennoch kritisierten die Mainzer am Samstag den Elfmeter für den FCA. Dabei hätte Augsburg früh alles klar machen können.

Es lief die 65. Minute, als sich Schlitzohr Ruben Vargas den ungestümen Verteidigungsversuch von Pierre Kunde Malong zu Nutze machte. Der FCA-Stürmer, ein körperliches Leichtgewicht, kam nach einer Berührung des Gäste-Mittelfeldspielers im Mainzer Strafraum ins Straucheln und fiel dann außerhalb des 16-Meter-Vierecks zu Boden. Kein Foul also?

Schiedsrichter Markus Schmidt sah es anders. Er gab zuerst Freistoß. Doch der Video-Schiedsrichter in Köln hatte den Tatort richtigerweise im Strafraum gesehen, Schmidt korrigierte daraufhin seine Entscheidung. Es gab Elfmeter, den Florian Niederlechner eiskalt zum 2:1-Siegtreffer für den FC Augsburg gegen den FSV Mainz 05 verwandelte.

FCA vs. Mainz: Beierlorzer hadert mit dem Elfmeter-Pfiff - und kritisiert den Videobeweis

Danach war der neue Mainzer Trainer Achim Beierlorzer bedient. Nicht, weil er nach zwei Siegen in Folge die erste Niederlage nach seiner Amtsübernahme vor drei Wochen hinnehmen musste."Die war verdient", stellte er später klar.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nein, er schüttelte schon während der Partie immer wieder den Kopf, weil Schiedsrichter Schmidt die entscheidende Szene nicht selbst betrachtet hatte. "Mit dieser Entscheidung des Schiedsrichters ist es schon wirklich schwer zu leben", sagte er dann nach den aufregenden 90 Minuten in der nicht ausverkauften WWK-Arena. "Dass ein Schiedsrichter bei einer spielentscheidenden Situation nicht rausgeht und sich das anschaut..." Bei Ansicht der Wiederholung wäre man wohl zu der Entscheidung gekommen, "dass das kein Elfmeter ist", schimpfte Beierlorzer.

Nach der Begegnung bezog der so gescholtene Schiedsrichter Schmidt in der Mixed-Zone Stellung: "Wenn ich Elfmeter entscheide, hat der Video-Assistent zwei Dinge zu klären: Zum einen, liegt ein Foul vor? Und zum zweiten, wenn ja, ist es innerhalb oder außerhalb. Das erste konnte er bejahen, ein Foul liegt vor."

Dann erklärte er auch, warum er sich nicht selbst die Szene noch einmal in der Review-Area anschauen durfte: "Und beim zweiten: Wenn der Kontakt innerhalb ist, ist es eine faktische Entscheidung." Die werde aus Köln auf Strafstoß revidiert. Schmidt weiter: "Ein Review wird vom Protokoll nur vorgesehen, wenn es ein klarer und offensichtlicher Fehler ist - und der lag hier nicht vor." Für Beierlorzer unverständlich. "Wir müssen diesen Videoschiedsrichter doch verbessern und optimieren."

Beide Trainer hatten nach dem Abstiegskracher Redebedarf - besonders wegen der Elfmeterentscheidung: Mainz-Coach Achim Beierlorzer im Gespräch mit FCA-Trainer Martin Schmidt.
Bild: Stefan Puchner, dpa

FCA-Offensive vergibt gegen Mainz 05 viele Großchancen

Dass die FCA-Verantwortlichen diese Szene anders bewerteten, war nicht unerwartet. "Ich habe mir die Szene mindestens zehn Mal angeschaut und für mich gibt es einen Kontakt am Oberschenkel und der Kontakt ist klar im Sechzehner. Von daher ist die Entscheidung folgerichtig", erklärte FCA-Geschäftsführer Sport Stefan Reuter. "Man konnte doch fast spüren, wie Kunde da hin ging. Er ist da mit einer Aggressivität hingelaufen und ist nicht ruhig geblieben. Wenn er wegbleibt, läuft Vargas weg vom Tor. So ist es ein Kontakt im Sechzehner, Vargas ist im Tempo, darum ist es für mich ein Elfmeter."

Dass es überhaupt zu diesen hitzigen Diskussionen kam, lag aber an der katastrophalen Chancenverwertung der Augsburger Stürmer in der ersten Hälfte vor 26.950 Zuschauern. "Wenn wir mit einem 1:3 in die Pause gehen und verlieren, machen wir einfach einen Haken dran", musste auch Beierlorzer eingestehen.

Schon vor dem 0:1 durch Levin Öztunali (15.) hätte es 2:0 für den FCA stehen können, fast müssen. Nach nur zwei Minuten hatte Fredrik Jensen den Innenpfosten getroffen und in der zehnten Minute verfehlte Marco Richter völlig freistehend das Mainzer Gehäuse. "Das Tor stand an der falschen Stelle, sonst hat er alles richtig gemacht", konnte Trainer Martin Schmidt nach dem vierten Saisonsieg scherzen. Richter wird mit diesem Fehlschuss sicher in jedem Bundesliga-Jahresrückblick auftauchen.

Fast genauso fahrlässig vergab er in der 32. Minute die große Chance zum Ausgleich, ehe er in der 41. Minute dann doch noch den hochverdienten Ausgleich vor der Pause erzielte. Die Frage nach dem Warum für seinen Blackout konnte Richter nach dem Spiel nicht beantworten. "Normalerweise mach ich die blind. Keine Ahnung. Dass mir das passiert, ist scheiße."

FCA-Stürmer Richter: "Da habe ich gemerkt, was ich für ein geiles Team im Rücken habe"

Doch er machte seinen Fehler wieder gut. Auch mit Hilfe der Fans und seiner Mitspieler. Die verziehen ihm seinen Schnitzer und munterten ihn auf: "Da habe ich gemerkt, was ich für ein geiles Team ich im Rücken hab und was für geile Fans. Die haben mich trotzdem gepusht. Als ich an der Außenlinie war, habe ich immer wieder gehört, 'Weiter, weiter, die nächste Chance kommt'." Und als sie kam, nützte er sie in der 41. Minute.

Groß jubeln wollte er nach seinem dritten Saisontor aber nicht. Selbstkritisch merkte er an: "Geil, dass ich das Tor erziele, dass es dann 1:1 steht, doch ich hätte auch einen Dreierpack machen können."

Der war am Samstag glücklicherweise nicht nötig. Dafür hatte vor allem Ruben Vargas gesorgt. Darüber sprechen wollte der 21-Jährige geduscht auf dem Weg in den VIP-Bereich aber lieber nicht. Es war schon genug über die Szene in der 65. Minute geredet worden.

Lesen Sie dazu auch: FCA-Spieler in der Einzelkritik: Ein Feldherr führt Augsburg zum Sieg

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren