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FC Augsburg

24.11.2020

Uduokhai: "Hatte gehofft reinzukommen - egal, bei welchem Spielstand"

FCA-Spieler Felix Uduokhai (vorne) hat sich im Kreis der deutschen Nationalmannschaft gut aufgenommen gefühlt, zu einem Länderspieleinsatz kam er bei seiner ersten Berufung jedoch nicht.
Foto: Tim Groothuis, Witters

Plus FCA-Spieler Felix Uduokhai war fürs Nationalteam nominiert, wurde aber nicht eingewechselt. Er spricht über das 0:6 gegen Spanien - und was er mitgenommen hat.

Jeder junge Fußballer träumt davon, einmal in der A-Nationalmannschaft zu spielen. Sie wurden jetzt erstmals berufen und waren bei dem Testspiel gegen Tschechien sowie bei den Nations-League-Spielen gegen die Ukraine und Spanien dabei. Wie haben Sie diese Tage erlebt?

Uduokhai: Auch wenn ich keinen Einsatz im Spiel bekommen habe, war es für mich eine gute Zeit und eine sehr lehrreiche Erfahrung. Auch von den anderen Spielern konnte ich viel dazulernen, weil das Niveau noch einmal höher ist und die Besten der Besten zusammenkommen. Ich habe mir viel abgeschaut, viel beobachtet und die Zeit genossen.

War es von Anfang an abgesprochen, dass Sie erst einmal nur dabei sind, oder hatten Sie schon auf einen Einsatz im Spiel gehofft?

Uduokhai: Das Trainerteam hat mit uns neuen Spielern gesprochen und uns den Plan aufgezeigt, wie sie uns ans Team und die neue Umgebung heranführen möchten. Von daher war es ganz gut, erst einmal diese Einblicke zu bekommen. Natürlich habe ich gehofft, dass ich meine Minuten bekomme. Keine Frage, es ist schade, dass es noch nicht geklappt hat, aber trotzdem bin ich dankbar und froh, dass ich das erleben konnte.

Ist man als junger Spieler nicht vielleicht sogar ein bisschen froh, am 0:6 nicht beteiligt gewesen zu sein?

Uduokhai: Nein, da kommt der Wettkampftyp raus. Wenn ich da als junger Spieler die Möglichkeit hätte, mein Debüt feiern zu können. Natürlich hatte ich gehofft reinzukommen. Egal bei welchem Spielstand.

Spanier waren in Kommunikation und Körpersprache einen Tick weiter

Wie bewerten Sie dieses letzte, viel diskutierte Ergebnis der deutschen Nationalmannschaft?

Uduokhai: Ich denke, dass man das Spiel gegen Spanien nicht als Maßstab für die Entwicklung nehmen sollte. Natürlich darf das 0:6 so nicht passieren, das weiß jeder. Aber die Mannschaft an sich ist meiner Meinung nach auf einem guten Weg. Die Qualität ist in allen Bereichen da. Aber es sind Kleinigkeiten, die entscheiden, wie die Körpersprache oder die Kommunikation untereinander. Das war vielleicht der Schlüssel, da waren die Spanier einen Tick weiter und präsenter.

Wie haben Sie den Bundestrainer Joachim Löw persönlich erlebt?

Uduokhai: Man bekommt natürlich mit, dass wahnsinnig viel über ihn geschrieben und diskutiert wird. Ich habe ihn ganz entspannt und ganz ruhig erlebt, mit vollem Fokus auf das Team, die Mannschaft und den Erfolg. Ich finde, dass man da jetzt keine Panik von außen machen sollte.

Bei der Länderspielreise mit der deutschen Nationalmannschaft traf FCA-Spieler Felix Uduokhai (links) wieder auf seinen ehemaligen Teamkameraden Philipp Max, der jetzt beim PSV Eindhoven unter Vertrag steht.
Foto: Timgroothuis

Ex-Mitspieler Philipp Max war mit im Team

Wie wurden Sie als Neuling im Kreis der Nationalspieler aufgenommen?

Uduokhai: Klar ist es einfacher, wenn man ein paar Spieler kennt. Und ich kannte ja einige aus der U21 wie etwa Florian Neuhaus. Oder auch Philipp Max, meinen ehemaligen Mitspieler vom FC Augsburg. Da war es eigentlich ganz einfach. Aber auch die Spieler, die ich noch nicht kannte, und das Betreuerteam haben mich gut aufgenommen.

Wie hatten Sie von Ihrer Nominierung erfahren?

Uduokhai: Co-Trainer Marcus Sorg hat mich angerufen.

Nationaltrikot bekommen die Eltern

Die ersten Nationalmannschaftstrikots sind doch sicher etwas Besonderes. Was haben Sie damit gemacht?

Uduokhai: Meine Eltern haben eins bekommen. Und gute Freunde. Da finden sich schon gute Abnehmer.

Wie geht es jetzt mit Ihrer Karriere in der Nationalmannschaft weiter?

Uduokhai: Der nächste Lehrgang ist erst wieder im März. Ich sehe das ganz entspannt. Natürlich hoffe ich auf einen Einsatz im Nationalteam, das ist keine Frage. Aber es hängt eben immer von der aktuellen Form und der Leistung ab, und wie ich mich in den nächsten Monaten entwickle. Aber momentan mache ich mir darüber keine Gedanken.

Ein "kniffliges Spiel" gegen Freiburg

Dann werden Sie sich in den nächsten Wochen intensiv auf Ihre Einsätze beim FC Augsburg konzentrieren können. Als Nächstes steht am Samstag das Bundesliga-Heimspiel gegen Freiburg an. Was erwarten Sie?

Uduokhai: Man muss sagen, dass Freiburg eine sehr gute Mannschaft ist. Die Freiburger machen aus wenig sehr viel. Auch wenn sie die ersten Spieltage nicht zufrieden mit ihrer Punkteausbeute sind, spielen sie einen guten Fußball. Uns muss klar sein, dass sie richtig mutig spielen. Und sehr konzentriert. Auch wenn sie jetzt eine 1:3-Niederlage gegen Mainz kassiert haben. Das Ergebnis täuscht. Von daher erwartet uns ein richtig kniffliges Spiel. Die Freiburger sind taktisch immer gut aufgestellt und sehr variabel.

Wie stabil sehen Sie den FC Augsburg mittlerweile nach acht Spieltagen?

Uduokhai: Ich tue mich immer noch schwer, nach dieser Zeit zu sagen, wo wir stehen. Natürlich kristallisieren sich die Ergebnisse in der Tabelle langsam heraus, aber wir haben noch nicht mal die Hälfte der Saison um. Viele Spiele sind so eng.

Wird sich dann bis Weihnachten entscheiden, wo der FCA steht, wenn man nun verstärkt auf Mannschaften aus dem hinteren Bereich der Tabelle trifft?

Uduokhai: In die Spiele gegen die höher platzierten Mannschaften sind wir eher als vermeintlicher Underdog reingegangen. Jetzt bekommen wir eine etwas andere Rolle. Es kommen Spiele, die wir gewinnen wollen. Aber wir müssen immer an unsere Grenzen gehen.

Wie soll das genau aussehen?

Uduokhai: Wir sind nicht Bayern München oder Leipzig, die Tikitaka spielen. Wir müssen auf unsere Tugenden setzen, Herz und Mentalität.

In welchem Bereich muss sich der FCA dafür noch steigern?

Uduokhai: Wir müssen die einfachen Dinge gut machen und in brenzligen Situationen Ruhe bewahren. Das ist meistens aber am schwierigsten.

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