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FC Augsburg

31.01.2020

"Ulrich-Biesinger-Tribüne": Neuer Verein soll die FCA-Fans einen

Die großen Choreografien und die Unterstützung finden auf der Nord-Tribüne vor allem im M-Block statt. Das soll sich mithilfe eines neuen Vereines ändern.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Weil die Unterstützung bei den Heimspielen fast nur vom M-Block ausgeht, wollen die Anhänger mit dem "Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V." auch Vorurteile abbauen.

Als im August 2018 der FC Augsburg die Nordseite der WWK-Arena nach einer Abstimmung der Fans in die "Ulrich-Biesinger-Tribüne" umbenannte, da kam bei der aktiven Fanszene des Bundesligisten der Gedanke auf, unter diesem Namen eine Struktur aufzubauen, in der sich alle 8000 Stehplatzbesucher wiederfinden könnten.

Über zehn Jahre nach dem Umzug vom Rosenaustadion in das neue Stadion an der B17 mussten die Ultras, die in der Legio Augusta organisiert sind, und die anderen involvierten Fanklubs feststellen, dass die Anfeuerung der Mannschaft fast nur auf den M-Block beschränkt war. Darum wurde jetzt der "Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V." (UBT e.V.) gegründet. In ihm sollen neue Strukturen etabliert werden, in denen sich alle FCA-Fans der Tribüne wiederfinden und aktiv einbringen können.

Die "Szene Fuggerstadt" und das "M-Block Kollektiv" ziehen sich zurück

Als Vorstände für die ersten zwei Jahre stellten sich Jennifer Schnabel (Legio Augusta), Andy Birkfeld (Preußen Augsburg) und Dirk Weißinger (Burning Nuts) zur Verfügung. Die "Szene Fuggerstadt" und das "M-Block Kollektiv" werden ihr Wirken in den nächsten Monaten einstellen, um dem neuen Verein UBT Raum zur Entfaltung zu geben. Die Sonderzugfahrt nach Düsseldorf Anfang Mai wird aber noch von der Szene durchgeführt.

"Ulrich-Biesinger-Tribüne": Neuer Verein soll die FCA-Fans einen

"Der Support der Mannschaft ist nicht nur Aufgabe der Ultras, sondern der ganzen Tribüne", sagte Marco Porccia, der Moderator der Auftaktveranstaltung des neuen Vereins in der Stadiongaststätte. Rund 200 Interessierte waren gekommen. Porccia ist einer der Initiatoren, Mitglied der Legio und einer der Vorsänger im Stehplatzbereich. "Für uns ist das ein Neuanfang, wir wollen uns nicht nur auf den M-Block fokussieren, sondern auf die ganze Tribüne", sagte er.

Zwar gibt es schon eine Art Dachverband der sogenannten "aktiven" Augsburger Fanklubs: die Szene Fuggerstadt. Über sie werden fanklubübergreifend zum Beispiel aufwendige Choreografien oder gemeinsame Sonderzüge organisiert. Es gibt auch das weniger bekannte "M-Block-Kollektiv", doch diese Strukturen wurden von Außenstehenden bisher als sehr ultranah angesehen. "Dabei stimmt das nicht", versicherte Birkfeld auf der Versammlung. Er ist bei der Szene für die Finanzen zuständig.

Doch der Aufbau der Szene Fuggerstadt barg in der Vergangenheit einige Probleme in sich. In ihr konnten nur die aktiven Fanklubs Mitglied werden. Dass sich da viele Fans als Einzelperson nicht repräsentiert gefühlt hatten, ist nachvollziehbar. Zudem war immer wieder zu hören, dass die Ultras bei der Szene das Sagen hatten. Für viele "normale" Fans wohl eine Hemmschwelle, um sich einzubringen.

Die Fans des FC Augsburg sind für ihre Choreographien bekannt.
Bild: Robert Götz

Die Organisatoren werben: "Dies ist kein Ultra-Ding"

Denn die Ultras und ihre Art von Fan-Kultur stehen eben nicht nur für lautstarke Unterstützung des Vereins oder tolle Choreos, sondern auch für die Verwendung der umstrittenen Pyrotechnik. Zudem gibt es im Umfeld immer wieder Probleme mit der Polizei.

Um diese Ressentiments abzubauen, hat sich die aktive Fanszene entschlossen, den UBT e.V. zu gründen. "Hier kann jeder Einzelne Mitglied werden, sich einbringen, mitdiskutieren und mitbestimmen. Es zählt jede Stimme", warb Porccia um aktive Mitarbeit und stellte klar: "Dies ist kein Ultra-Ding."

Darum besteht der Vorstand aus Vertretern unterschiedlicher Fan-Gruppierungen. "Die Burning Nuts sind sicher keine Ultra-Vereinigung", sagt zum Beispiel UBT-Vorstand Dirk Weißinger. Auch die Preußen Augsburg zählen nicht dazu. Der Steuerberater steht seit Jahren auf der Stehplatztribüne und engagiert sich in der Szene. So trat er bei der vergangenen Jahreshauptversammlung als Kandidat der Fanszene bei der Wahl zum Aufsichtsrat des FCA e.V. an, unterlag aber seinen Mitbewerber Manfred Ringer.

Weißinger hat sich für das Amt als Vorstand zur Verfügung gestellt, weil er das große Engagement der Augsburger aktiven Fans sehr schätzt und unterstützen will. Außerdem, so sagt er, brauche das FCA-Team beim alljährlichen Projekt Klassenerhalt alle Fans im Stadion, nicht nur einige wenige: "Ich denke, die Idee des Miteinanders kann man in diesem e.V. sehr gut umsetzen."

Stadtrat Süßmair: "Ich setze große Hoffnung in dieses Projekt"

Auch Alexander Süßmair, der ehemalige Bundestagsabgeordnete, der nach seinem Austritt bei den Linken als parteiloses Mitglied dem Augsburger Stadtrat angehört, hat beim Aufbau des neuen Vereines mitgeholfen. Er verweist auf die Vielfalt der verschiedenen Gruppierungen, die auf der Nordtribüne stehen. Da gäbe es Ultras, aktive Fans, normale Fans, Familien. Fanklubs, deren Mitglieder eher dem linken Spektrum zugeordnet sind, oder eher dem konservativen.

Alexander Süßmair
Bild: Anne Wall

Er verschließt auch die Augen vor Problemen nicht: "Es gibt auch Leute, die über die Stränge schlagen. Aber wir haben es in Augsburg immer geschafft, weiter miteinander zu reden und nicht in ideologischen Schützengräben gegenüberzustehen." Deshalb sei es wichtig, sich breiter aufzustellen: "Ich setze große Hoffnung in dieses Projekt." Dessen Inhalte und Strukturen in den kommenden Monaten von den Mitgliedern selbst erarbeitet werden sollen. Dazu soll es regelmäßige Treffen geben.

Für Porccia steht eines im Vordergrund: "Egal welcher Fangruppierung man angehört, wir sind alle FCA-Fans, das vereint uns." Und das soll man in Zukunft auf der Ulrich-Biesinger-Tribüne auch noch mehr sehen und hören.

Mitglied werden kann man für eine kurze Zeit entweder online unter ubt-augsburg.de oder später, an jedem Heimspieltag, im Stadion am neuen Fancorner.

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit vier Top-Sportlern an. Mit dabei ist unter anderem Ex-FCA-Spieler Tobias Werner:

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