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FC Augsburg

09.12.2019

Warum Marco Richter gegen Mainz fast zur tragischen Figur wurde

Frederik Jensen (links) und Florian Niederlechner (rechts) bauen Torschütze Marco Richter auf.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Für Marco Richter war der 2:1-Sieg des FC Augsburg gegen den FSV Mainz 05 eine emotionale Achterbahnfahrt. Am Ende geht aber für den 22-Jährigen alles gut aus.

Marco Richter kam als einer der letzten Spieler des FC Augsburg in die Mixed-Zone zu den wartenden Print-Journalisten. Nicht verwunderlich: War der ehemalige U21-Nationalspieler, der bei der EM im Sommer drei Treffer erzielt hatte, nach dem 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 ein gefragter Mann bei allen Fernsehsendern. Als er dann an der Absperrung stand, sagte er: „Ich weiß schon, wie die Frage lautet.“ Und wie? Richter fragte sich dann selbst : „Ja Marco, warum hast du die zwei Hochkaräter vergeben?“ Und sagte im gleichen Atemzug: „Ja, ich weiß selbst nicht, was in diesen Situationen mit mir los war.“

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Der 22-Jährige hätte der große Held in einem turbulenten Spiel werden können, das die fast 27.000 Zuschauer in der WWK-Arena nicht so schnell vergessen werden. Und Richter auch nicht. Er wurde fast zur tragischen Figur der Partie. Denn schon zur Halbzeit hätte das Augsburger Eigengewächs das Spiel ganz alleine entscheiden können. „Wenn wir mit einem 1:3 in die Pause gehen und verlieren, machen wir einfach einen Haken dran“, gestand später auch der neue Mainzer Trainer Achim Beierlorzer ein.

Marco Richter verfehlt das Mainzer Tor

Schon vor dem 0:1 durch Levin Öztunali (15.) hätte es 2:0 für den FCA stehen können, fast müssen. Nach nur zwei Minuten hatte Fredrik Jensen, der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielte und eine starke Leistung zeigte, den Innenpfosten getroffen und in der zehnten Minute verfehlte Marco Richter völlig freistehend das Mainzer Gehäuse. Nach einem Konter passt der agile Ruben Vargas etwas ungenau in die Mitte, der Ball ist für Florian Niederlechner zu lange, doch Richter ist ja auch noch da.

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Denken alle. Der Stürmer mit den auffälligen Tattoo im Nacken auch. Doch aus sieben Metern schiebt er den Ball am leeren Gehäuse vorbei. „Normalerweise mach ich die blind. Keine Ahnung. Dass mir das passiert, ist. Scheiße“, sagte Richter dann ernsthaft, als er wieder in die Rolle des Befragten geschlüpft war. Sein Trainer hingegen nahm den Fehlschuss, der sicher in jedem Bundesliga-Jahresrückblick auftauchen wird, mit Humor. „Das Tor stand an der falschen Stelle, sonst hat er alles richtig gemacht“, scherzte Martin Schmidt. Es war ja noch einmal alles gut gegangen.

Die FCA-Fans feuern Marco Richter an

Auch weil sich Richter von seinem zweiten Fauxpas in der 32. Minute nicht entmutigen ließ.  Dabei halfen ihm die  Fans und seine Mitspieler. Die verziehen ihm seine Schnitzer und munterten ihn auf: „Da habe ich gemerkt, was ich für ein geiles Team im Rücken hab und was für geile Fans“, erzählte Richter dann aufgeräumt. „Die haben mich trotzdem gepusht. Als ich an der Außenlinie war, habe ich immer wieder gehört: Weiter, weiter, die nächste Chance kommt.“ Und als sie kam, nützte er sie in der 41. Minute. Groß jubeln wollte er aber nach seinem dritten Saisontor nicht. Selbstkritisch merkte er an: „Geil, dass ich das Tor erziele, dass es dann 1:1 steht, doch ich hätte auch einen Dreierpack machen können.“

Marco Richter traf zum 1:0 für den FC Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Am Elfmeter für den FCA entzündet sich eine heftige Diskussion

Der war am Samstag nicht nötig, weil Florian Niederlechner in der 63. Minute einen umstrittenen Foulelfmeter zum 2:1-Siegtreffer verwandelte. Ruben Vargas war im Strafraum zu Fall gekommen. Elfmeter ja oder nein, daran entzündete sich eine heftige Diskussion. Die war Niederlechner egal. „Ich hätte eigentlich letzte Woche schon geschossen, aber da bin ich gefoult worden und dann will ich nicht schießen.“ Andre Hahn vergab beim 1:1 in Köln. Diesmal verwandelte Niederlechner  gegen seinen Ex-Klub sicher. Es war bereits das siebte Saisontor des Neuzugangs, der vor der Saison vom SC Freiburg nach Augsburg kam. Zehn Punkte hat der FCA nun aus den letzten vier Spielen geholt. Die direkten Konkurrenten Paderborn, Hertha und nun Mainz besiegt. „Wir haben einfach richtig geil gezockt“, freute sich Niederlechner. Und vor Richter zog er seinen imaginären Hut: „Der Junge hat super weitergemacht, den Kopf oben behalten und hat sich mit einem Treffer belohnt.“

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