1. Startseite
  2. Sport
  3. FC Augsburg
  4. Warum schweigt FCA-Präsident Klaus Hofmann seit Wochen?

FC Augsburg

05.03.2019

Warum schweigt FCA-Präsident Klaus Hofmann seit Wochen?

Klaus Hofmann, der Vorstandsvorsitzende des FC Augsburg, spricht derzeit nicht mit den Medien. Warum, fragen sich nicht nur viele FCA-Fans.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Seit Wochen lehnt Klaus Hofmann Interview-Anfragen ab. Es gäbe vieles, auf das nicht nur die Fans gerne Antworten hätten. Doch der 51-Jährige spielt auf Zeit.

Es war kurz vor Mitternacht, als Klaus Hofmann am Freitagabend den VIP-Bereich der WWK-Arena verließ. Der Vorstandsvorsitzende des FC Augsburg wirkte auf seinem Weg zu seinem Mercedes-Geländewagen nach dem 2:1-Heimsieg gegen Borussia Dortmund erleichtert.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Die letzten Monate waren für den 51-jährigen Vereinschef mindestens genauso nervenaufreibend wie für alle FCA-Fans. Dabei ist Abstiegskampf beim FCA nichts Ungewöhnliches. Ganz im Gegenteil, eigentlich gehört er in Augsburg als einer der finanzschwächsten Standorte der Bundesliga zum Alltag wie die Zwetschgen zum Datschi. Und dennoch ist es in dieser Saison anders. Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2011 war der Verein bekannt dafür, seine sportlichen Krisen zumeist relativ geräuscharm und intern zu meistern.

Das bodenständige Image des FCA wandelte sich schlagartig

Doch Anfang des Jahres änderte sich das Image schlagartig von bodenständig zu skandalträchtig. Vor dem Dortmund-Spiel schrieb die Zeit sogar vom FC Hollywood der Bundesliga. Dieser Begriff war bisher dem FC Bayern vorbehalten.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Und Hofmann? Der mächtigste Mann des Vereins schweigt. Egal, ob Fernsehen oder Printmedien, Hofmann verweigert sich. Auch mehrere Interview-Anfragen unserer Redaktion seit Ende Januar blieben ergebnislos. Die letzte nach dem Freiburg-Desaster.

Allerdings deutete der Präsident Bereitschaft an, nach dem Dortmund-Spiel Stellung zu beziehen. Doch im persönlichen Gespräch folgte nach dem sensationellen Sieg gegen den Tabellenführer die Kehrtwende. „Jetzt freue ich mich über den Sieg“, sagte Hofmann freundlich, doch ein Interview wolle er derzeit nicht geben. Hinter ihm strahlte die WWK-Arena in Grün, wie nach jedem FCA-Erfolg. Es wirkte, als befürchtete er, es könnte ihm so ausgelegt werden, als hätte er nur auf einen Sieg gewartet, um sich zu äußern. Er spielt auf Zeit.

Dabei warten die FCA-Anhänger seit Wochen drängend auf eine Äußerung des Hausherren. In etlichen Leserbriefen an unsere Redaktion wurde gefragt, wo denn ein Statement von Hofmann bleibe.

FC Augsburg: Wie beurteilt Hofmann die Arbeiter von Reuter und Baum?

Aber nicht nur die Fans, auch die Sponsoren und Business-Seats-Inhaber, die alle mit dem FCA bangen und ihn auch mitfinanzieren, interessiert es brennend, wie der oberste FCAler zum Beispiel die Arbeit seiner leitenden Angestellten Stefan Reuter (Manager) und Manuel Baum (Trainer) beurteilt? Wie er die Suspendierung von Caiuby und Hinteregger einordnet? Was sich Hofmann von der Arbeit von Co-Trainer Jens Lehmann verspricht, mit dem er sich beim Heimspiel gegen Düsseldorf öffentlich auf der Tribüne gezeigt hatte? Und wie es um das Verhältnis von Reuter und dem Technischen Direktor Stephan Schwarz steht, der seit dem Dienstantritt von Lehmann nicht mehr auf der Ersatzbank sitzt?

Man kann sein Schweigen durchaus als Taktik und Strategie interpretieren. Zumal es im Tabellenkeller der Bundesliga auch genügend Beispiele gibt, wo sich die Präsidenten öffentlich geäußert haben, ohne dass sich die sportliche Lage der Vereine verbessert hätte. Kritiker hingegen legen Hofmann dessen Schweigen als Untätigkeit aus. Sie vermuten Manager Reuter als starken Mann beim FCA. Doch die sollten sich nicht täuschen. Hofmann, der 2014 das Amt des Vereinsvorsitzenden von Walther Seinsch übernommen hatte, steht in engem Austausch mit seinem Geschäftsführer Sport und ist in alle Prozesse eingeweiht. Ohne Hofmann wird beim FCA nichts entschieden.

Hofmann ist auch ein geschickter Geschäftsmann. Als Geschäftsführer und Miteigentümer machte er Minimax-Viking zu einem der größten Brandschutzunternehmen der Welt. 2018 setzte Minimax-Viking mit über 8000 Mitarbeitern 1,6 Milliarden Euro um. Hofmann spricht auch dort nur mit den Medien, wenn er es für sinnvoll erachtet. Ansonsten lässt er die Pressearbeit seine leitenden Angestellten machen, was diese durchaus als Vertrauensbeweis ansehen dürfen.

Die sportliche Krise beim FCA ist nicht überstanden

 

Genau dieses Vertrauen will Hofmann auch Reuter geben. Denn im Umgang mit den Medien hat Reuter, der Weltmeister von 1990, eine klare Haltung. Er setzt auf Geschlossenheit. Im Normalfall wird beim FCA mit einer Stimme gesprochen, und das ist die des Managers. Darum äußert sich Hofmann beim FCA nur in Ausnahmesituationen zum sportlichen Alltagsgeschäft. Er weiß um die Bedeutung seiner Worte. Schließlich war sein Vater Journalist, jahrelang Leiter einer unserer Lokalredaktionen.

Hofmann weiß auch, dass durch den Sieg gegen Dortmund die sportliche Krise noch längst nicht gemeistert ist. Und mit einer Niederlage in Leipzig oder spätestens in den folgenden Spielen gegen die Mitabstiegskonkurrenten Hannover und Nürnberg werden die Fragen wieder gestellt. Ob er dann spricht?

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

05.03.2019

Es ist garantiert so, nichts geht über den Ladentisch ohne dass Klaus Hofmann nicht Bescheid weiß.
Sollte das FCA-Schiff doch noch kentern, gehe ich davon aus dann wird der Präsident mit dem Gremium tagen und den Beschluss der Öffentlichkeit mitteilen. Das Tagesgeschäft überlässt er ausschließlich Stefan Reuter..
Erledigt die Mannschaft ihre Hausaufgaben hat sich dieses Thema eh erledigt.

Permalink
05.03.2019

Zum Glück greift Klaus Hofmann nicht in sportliche Entscheidungen ein und kommentiert jede Auswechslung, wie manch anderer Präse!
Den Grund bringt ihr ja selbst im Artikel, man will mit einer Stimme sprechen.

Permalink
05.03.2019

Im Prinzip ist das schon richtig, Dieter!
Nur
- nach einem offenbaren Vermarkungs- und damit verbunden Personal(GF)desaster (Stichwort Schraml)
- nach einem Transferdesaster der Herren Reuter und Schwarz im Sommer und Winterfenster
- nach einem sich 2 Jahren hinziehenden Torwartdesaster
- nach einem Führungsdesaster mit eklatanter Schwäche und Ungleichbehandlung (Stichworte Opare, Caiuby, Hinteregger)
- nach mutmasslichen Zweifeln innerhalb der Mannschaft am Trainer, wie Hinteregger und auch Baier (in Freiburg) verdeutlichten
- nach einem Tabellenplatz, der nicht zuletzt auf (über die Saison gesehen) Coachingfehlern basiert

nach alledem, meine ich zumindest, darf sich auch ein ansonsten aus dem Tagesgeschäfts heraushaltender Präsident zu Wort melden.
Entweder mit dem Vertrauen in Reuter, Schwarz, Baum und Co
oder ........................
Und so wäre definitiv klar, wohin die Verantwortlichen steuern wollen.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren