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FC Augsburg

20.04.2017

Wie Jungprofi Kevin Danso seinen Stammplatz beim FCA eroberte

Sechs Bundesligaspiele hat Kevin Danso bisher für den FC Augsburg bestritten. Der 18-Jährige hat sich innerhalb weniger Wochen einen Stammplatz erarbeitet.
Bild: Ulrich Wagner

In wenigen Wochen hat der 18-jährige Kevin Danso in der Defensive des FC Augsburg einen Stammplatz erobert. Jetzt führt der Österreicher ein Leben zwischen Traumberuf und Abi.

Vor und nach den Trainingseinheiten erfüllt Kevin Danso pflichtbewusst seine Aufgabe: Er trägt den Sack mit den Bällen. Die Hierarchien innerhalb des Mannschaftsgefüges mögen heutzutage flach sein, bestimmte Gepflogenheiten bleiben bestehen. Danso ist mit seinen 18 Jahren der Jüngste im Profiteam des FC Augsburg, entsprechende Dienste muss er leisten.

Seine Statur indes wirkt äußerst erwachsen. 1,90 Meter ragt er in die Höhe, muskulös sind Oberkörper und Beine. Von Reife zeugt zudem sein Auftreten – sowohl auf als auch neben dem Rasen. Unaufgeregt und erstaunlich abgeklärt geht er damit um, dass er seit wenigen Wochen seinen Traum lebt. „Mein Ziel war immer, Profi zu werden. Ich habe jeden Tag hart dafür gearbeitet“, betont Danso. Ehrgeiz trieb ihn an, Gedanken ans Scheitern ließ er nicht zu.

Kevin Danso steht in der Gunst von Manuel Baum weit oben

Der junge Mann vermittelt beinahe den Eindruck, als würde harte Arbeit und Wille zwangsläufig in eine Profikarriere münden. Dass dem nicht so ist, zeigen geplatzte Träume unzähliger Talente. Wer nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, hat keine Chance im harten Geschäft. Danso etwa profitierte vom Verletzungspech anderer Profis und der Gunst Manuel Baums.

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Bevor dieser zum Profi-Cheftrainer befördert wurde, leitete er das Nachwuchsleistungszentrum. Baum hatte Danso auf dem Zettel. Der 18-Jährige stand beispielhaft für eine neue Generation FCA-Talente, der der Sprung ins Profilager zugetraut wurde.

Er befriedigt Sehnsüchte der FCA-Verantwortlichen und des Umfelds, eigens ausgebildete Talente dauerhaft im Stammkader des Profiteams unterzubringen. Der Klub investiert in Steine und Beine, um den Abstand gegenüber den Nachwuchsleistungszentren (NLZ) anderer Bundesligisten zu verkürzen.

Schon mit 15 Jahren wurde Kevin Danso verpflichtet

Danso verpflichtete der FCA als 15-Jährigen, nachdem ihn Chefscout Stefan Schwarz empfohlen hatte. Außerdem entschied sich Dansos Spielerberateragentur Stars & Friends bewusst für Augsburg, weil er nicht in einem großen Verein einer unter vielen sein sollte. Aufgefallen war Danso dem FCA in Jugendländerspielen für Österreich, derzeit steht er im U19-Nationalkader.

Seine Herkunft erinnert an jene von Bayern-Star David Alaba. Wie dieser hat Danso afrikanische Wurzeln und wird in Österreich geboren. Als er sechs Jahre alt ist, verlagert seine Familie den Lebensmittelpunkt von der Steiermark nach England. Danso kickt und gelangt über den FC Reading zu Milton Keynes Dons, von dort zum FCA.

Ex-Trainer Dirk Schuster nominiert ihn zweimal für den Spielkader, sein Debüt feiert der Defensivspieler beim 2:2 gegen RB Leipzig Anfang März. Trainer Baum schenkt dem 18-Jährigen das Vertrauen, dieser zahlt es seitdem mit soliden Leistungen als Innenverteidiger zurück. In den jüngsten vier Begegnungen stand Danso über die komplette Spielzeit auf dem Rasen, auch gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr) dürfte er in der Startelf stehen.

Auffallend ist seine Zweikampfstärke und die Ruhe, die er ausstrahlt. Er wirkt nervenstark. Er versuche, so cool wie möglich zu bleiben, beschreibt Danso. Mit einem Grinsen schiebt er hinterher: „Innerlich bin ich aufgeregter, als es nach außen aussieht.“

Der Innenverteidiger Kevin Danso ist vor allem durch seine Zweikampfstärke aufgefallen. Innerhalb weniger Wochen hat er sich einen Stammplatz in der Elf des FC Augsburg erarbeitet.
Bild: Sven Hoppe, dpa

Vertrag beim FC Augsburg bis 2021

Der FCA hat Danso bis Sommer 2021 vertraglich an sich gebunden. Der Beruf als Profi taktet fortan den Alltag: Training, Reisen, Medientermine. Danso bemüht sich, die Veränderungen in seinem Leben reflektiert wahrzunehmen. Die Gefahr, abzuheben, sieht er bei sich nicht. Einerseits sei er nicht der Typ dafür, andererseits kümmerten sich Freunde und Familie um ihn. Sein zehn Jahre älterer Bruder Emanuel ist Bezugsperson und wohnt in München.

Seine Eltern in England und seine Tante in Österreich sieht Danso selten, er lebt in einer WG mit zwei FCA-Jugendspielern und besucht die International School Augsburg. Die kommenden Wochen werden für ihn nicht nur wegen des Abstiegskampfes in der Bundesliga stressig: Zwischen 28. April und 8. Mai legt er seine Abiturprüfungen in Deutsch, Englisch, Mathe und Wirtschaft ab. Und in der Sommerpause will er den Führerschein machen.

Danso ist zuzutrauen, dass er das alles hinbekommt. Profi ist er schließlich auch geworden.

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