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FC Augsburg

14.11.2019

Wie Stefan Reuter auf die Wechsel-Absichten von Gregoritsch reagiert

Stefan Reuter will erst mit Michael Gregoritsch persönlich sprechen.
Bild: K.R. Krieger (Archiv)

Plus Mittelfeldspieler Michael Gregoritsch hat angekündigt: Er will den FCA im Winter unbedingt verlassen. Geschäftsführer Stefan Reuter mahnt zur Ruhe.

Nach dem 1:0-Auswärtssieg gegen den SC Paderborn atmeten die Verantwortlichen des FC Augsburg durch. Es schien so, als könnte man sich in Ruhe in der Länderspielpause auf das nächste Heimspiel gegen Hertha BSC (24. November) vorbereiten.

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Doch am Donnerstag war es mit der Ruhe vorbei. Daran änderte auch der klare 4:1 (4:0)-Testspielsieg gegen den FC Bayern München II nichts. Es interessierte kaum mehr, dass Mads Pedersen, Julian Schieber und Noah Sarenren Bazee (2) die Tore erzielten. Aufreger war ein FCA-Spieler, der gar nicht da ist: Michael Gregoritsch.

Der österreichische Nationalspieler nützte eine Medienrunde im Trainingslager der Nationalmannschaft in Bad Tatzmanndorf vor den Toren Wiens zu einer Abrechnung mit dem FCA. Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Nord-Mazedonien erklärte er: "Für mich ist jetzt klar, dass ich im Winter unbedingt von Augsburg weg will". Gregoritsch wird von mehreren Medien, unter anderem der Nachrichten-Agentur APA, zitiert. Der 25-jährige Angreifer bezeichnet seine persönliche Lage in Augsburg laut Kleiner Zeitung sogar als "beschissen".

Wie Stefan Reuter auf die Wechsel-Absichten von Gregoritsch reagiert

FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter: "Das hat er nicht zu mir gesagt"

Stefan Reuter, der Geschäftsführer Sport des FCA, machte das, was er in Krisenfällen immer tut. Er behielt erst einmal die Ruhe: "Das hat er zu mir nicht gesagt. Deswegen werde ich das nicht groß kommentieren, sondern warten, bis er von der Nationalmannschaft zurückkommt und dann in Ruhe mit ihm sprechen. So was mache ich immer persönlich."

Gregoritsch spielt mit Österreich am Dienstag noch im Zuge der EM-Qualifikation in Lettland und wird aller Voraussicht nach am Mittwoch in Augsburg zurückerwartet. Solange will Reuter die Aussagen unkommentiert lassen. Und auch wieder einmal das Risiko eingehen, als zaudernder Krisenmanager gebrandmarkt werden. So wie bei Caiuby und Martin Hinteregger auch. Doch Reuter will fair gegen Gregoritsch bleiben, ihn nicht vorverurteilen.

Dass Gregoritsch mit seiner Rolle als Ersatzspieler mehr als unzufrieden ist, kann Reuter durchaus verstehen: "Dass er enttäuscht ist, dass er wenig spielt, ist normal. Aber ich glaube, er weiß, was er tun muss, um wieder mehr Spielzeiten zu bekommen."

Sagt Michael Gregoritsch im Winter Servus? Der Österreicher will den FCA verlassen.
Bild: Ulrich Wagner

An seiner Lage ist er nicht unschuldig. Denn zu Saisonbeginn setzte FCA-Trainer Martin Schmidt durchaus auf ihn. Gregoritsch stand in den ersten drei Punktspielen im offensiven Mittelfeld in der Startelf, doch seine Leistungen überzeugten die Verantwortlichen anscheinend nicht. Er bekam einen Stammplatz auf der Bank.

Der FC Augsburg hat geschätzte 5,5 Millionen für Gregoritsch gezahlt

Dabei hatte Michael Gregoritsch nach seinem Wechsel im Juli 2017 vom Hamburger SV zum FCA große Erwartungen geschürt. Der FCA hatte geschätzte 5,5 Millionen Euro Ablöse gezahlt und Gregoritsch mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet. Und der offensive Mittelfeldspieler schien jeden Euro wert zu sein. In der ersten Saison erzielte er 13 Tore in 32 Punktspielen. Doch dann begann seine Formkurve langsam aber stetig nach unten abzufallen. In der vergangenen Saison traf er nur noch sechs Mal. Jetzt zählt er nicht einmal mehr zur Startelf.

Schon im Sommer hatte Werder Bremen um den Offensivspieler geworben, doch zu einem Transfer kam es nicht. Kurz nach Ende der Wechselfrist hatte Stefan Reuter in einem Interview mit unserer Redaktion dazu erklärt, es hätte überhaupt kein konkretes Kaufangebot vorgelegen. Gregoritsch stellte die Sachlage am Donnerstag etwas anders dar: "Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich hätte wechseln können, es ist ein Angebot auf dem Tisch gelegen. Im Sommer war die Möglichkeit für mich und den Verein da, das war eine Win-Win-Situation."

Angeblich sei der Transfer auch gescheitert, weil der FCA zehn Millionen Euro Ablöse verlangt haben soll. Das stimme nicht, hatte Reuter im September erklärt: "Es werden regelmäßig Summen kolportiert, die wir nie genannt haben. Wir hängen keinem Spieler ein Preisschild um. Wenn Interesse da ist, kann der entsprechende Verein uns ein konkretes Angebot machen, dann werden wir uns zusammensetzen."

Der FCA und Gregoritsch haben bei der Ablösesumme unterschiedliche Vorstellungen

Auch das sieht Gregoritsch etwas anders: "Bei aller Liebe, aber ich habe jetzt ein halbes Jahr praktisch nicht gespielt. Da kann man sich nicht hinstellen und wieder eine zweistellige Millionensumme verlangen." Gregoritsch will mit aller Macht Augsburg verlassen. "Hauptsache weg."

Er will nicht länger auf der Bank sitzen, auch um seinen Platz in der Nationalmannschaft zu gefährden, sollte sich Österreich für die EM qualifizieren: "Ich habe nie ein Training bestreikt oder abgebrochen, habe mich nie aufgeführt und auch öffentlich immer zurückgehalten, und jetzt bin ich ordentlich liegengelassen worden."

Der 35-jährige Stephan Lichtsteiner kommt mit der Empfehlung von 105 Länderspielen für die Schweiz und sieben Serie-A-Titeln zum FCA. Er unterschrieb bis 2020.
34 Bilder
Das ist der FCA-Kader für die Saison 2019/20
Bild: Urich Wagner

Bisher hielt sich Gregoritsch mit öffentlichen Äußerungen zurück. Auch im Sommer. Wandelt er aber jetzt auf den Spuren von Martin Hinteregger und forciert er seinen Abgang wie sein Ex-Kollege, der jetzt bei Eintracht Frankfurt spielt? Gregoritsch sagte dazu: "Man sieht, dass es Möglichkeiten gibt, aus Augsburg wegzukommen, aber wenn man sich so verhält wie ich, anscheinend nicht." Gregoritsch weiter: "Ist es wichtig, dass du ein netter Kerl bist und dich immer gut verhältst und gut gespielt hast, oder muss man sich schlecht verhalten?" Er scheut davor aber zurück, will bis zur Winterpause normal weiterarbeiten: "Ich verstehe ihn vom Grundsatz her, doch ich weiß nicht, ob man es so machen muss wie er."

Jetzt will er sich aber auf die Spieler mit der Nationalmannschaft konzentrieren: "Da ist es Weltklasse. Ich bin vollwertiges Mitglied und habe die letzten vier Partien gespielt." Bei FCA waren es in den letzten vier Punktspielen gerade mal fünf Minuten.

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14.11.2019

Er, Herr Reuter, soll sich eher fragen, warum immer wieder Unmut und Unzufriedenheit nach Aussen getragen wird.
Da scheint die Führung - Management und Trainer - den Laden nicht im Griff zu haben.

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