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Bundesliga

02.10.2017

Wie die FCA-Profis mit dem Videobeweis umgehen

Nach Studium der Bilder entschied Marco Fritz auf Strafstoß.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Mit reichlich Verzögerung nach einem Videobeweis ahndete Schiedsrichter Marco Fritz am Samstag das Trikotziehen von Ja-Cheol Koo. Für die FCA-Profis kein Grund zur Aufregung.

Wer dachte, die Aufregung wäre groß, sah sich getäuscht. Statt sich nach der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund zu beschweren, gingen die Fußballprofis und Verantwortlichen des FC Augsburg geradezu entspannt mit dieser Szene in der 79. Minute um. Schiedsrichter Marco Fritz hatte erst nach Studium der Bilder am Spielfeldrand auf Strafstoß für Dortmund entschieden. Zwischen seinem Urteil und dem Vergehen des Augsburgers Koo waren fast zwei Minuten vergangen, das Spielgeschehen hatte sich längst vor das BVB-Tor verlagert.

Die FCA-Spieler Martin Hinteregger oder Alfred Finnbogason zeigten sich derart nachsichtig, weil sie für solche Situationen vor der Saison geschult worden waren. Hinteregger kommentierte: „Wenn es ein klarer Elfmeter war, ist es gut – auch wenn es heute gegen uns war. Der Schiedsrichter kann nicht vorher abpfeifen.“ Finnbogason ergänzte, durch den Videoassistenten verändere sich das Spiel. „Darauf müssen wir uns einstellen.“

DFB: Videobeweis befindet sich noch in der Testphase

Verständnis erhielt Fritz ebenso von Stefan Reuter, dem Geschäftsführer Sport des FCA. „Bei strittigen Situationen kann es passieren, dass das Spiel fortgesetzt wird und Schiedsrichter und Videoassistent bis zur nächsten Unterbrechung warten, ehe sie kommunizieren. So ist das Regelwerk.“ Die zeitliche Verzögerung sorgte dafür, dass die Diskussionen um den Videobeweis nicht abbrachen. In Mönchengladbach, Augsburg oder Berlin verstrich reichlich Zeit, ehe Entscheidungen feststanden. Verantwortliche des Deutschen Fußball-Bundes betonen, der Videoassistent befinde sich in dieser Saison noch in der Testphase. Zumindest scheinen die technischen Probleme nun im Griff zu sein, die während der ersten Spieltage noch für Unmut sorgten.

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Ungeachtet dessen erwies sich der Videoassistent am abgelaufenen Bundesligaspieltag als große Hilfe der Unparteiischen. Das System verhinderte reihenweise Fehlentscheidungen. Beispiele: Die Partie in Gladbach entschied ein berechtigter Strafstoß, den Stuttgartern und Berlinern blieben Elfmeter hingegen zu Recht verwehrt.

Lesen Sie zur Begegnung zwischen dem FCA und Dortmund auch:

Drei FCA-Spieler ragen bei der Niederlage gegen Dortmund heraus  

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.10.2017
Alles gut so, aber was wäre eigentlich gewesen, wenn aus dem Gegenzug von Augsburg keine Ecke, sondern ein Tor resultiert hätte? Hätte das gezählt?
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02.10.2017

Wenn das Trikotzupfen wie beim FCA via Videobeweis konsequent mit Elfmeter geahndet wird, gibt es in Zukunft in jedem Bundesligs-Spiel mindestens einen Elfer!!

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02.10.2017

Ja, vllt. zwei oder drei Spieltage lang und dann lassen es die Spieler. Ich wäre für Konsequenz in diesen Dingen.

Ebensowie bei einem hohen Ellenbogen. Ellenbogen höchster Punkt des Armes beim in die Luft steigen - rote Karte. Denn das braucht es nicht. Das dient alles nur dazu, dem Gegner zuzusetzen unter Inkaufnahme, ihn zu verletzen.

Dieses Phänomen hat es vor 15 Jahren überhaupt noch nicht gekannt. Damals stützten sich die Spieler beim Gegner auf, wenn es darum ging, einen hohen Ball zu erreichen. Hat man in den letzten Saisonen irgendwann mal die Begründung aufgestützt für einen Freistoßpfiff gehört. Nö. Weil es das nicht mehr gibt. Aufgestützt wurde ersetzt durch um sich schlagen.

as ist höchst gefährlich und irgendwann, es ist nur eine Frage der Zeit, ist dabei dann mal einer tot, wenn der Gegner aus Versehen die entsprechend sensible Stelle trifft.

Muss es erst soweit kommen, bis man das unterbindet?

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02.10.2017

Prognose: In 10-20 Jahren wird ein Roboter auf dem Platz als Schiedsrichter fungieren.... . Technik hin oder her - Fehlentscheidungen hin oder her - der Schiedsrichter mit seinen Helfern war, wie es bis vor Kurzem noch war, in Ordnung. So hätte es auch bleiben sollen.

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02.10.2017

Das Ding ist, der "Videobeweis" wird auch von Menschen bedient.

Kann ein Trainer auch eine Videobeweis-Entscheidung verlangen, sagen wir jede Mannschaft bis zu 2x pro Spiel? Das wäre fair.

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02.10.2017

Ich war bisher gegen eine solche Lösung, da einfach zuviel Zeit draufgeht.

Aber - wenn ich wir die Zeitaufwendungen jetzt real anschaue - dann ist das wohl die fairste Lösung. Zumindest, wenn man nicht gänzlich wieder darauf verzichtet.

Ein schöne Nebeneffekt wäre auch, dass den Verschwörungstheoretikern so die Basis genommen wird

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02.10.2017

Interessant wäre es ja mal, ob anders herum auch so eingegriffen worden wäre. Ich würde mal tippen eher nein. Die Schiedsrichterleistung war mal wieder extrem schwach und absolut einseitig. Jedes Zupferchen abgepfiffen und im Zweifel immer für Dortmund.

Wenn ich da nur an den nicht gegebenen Handelfmeter gegen Gladbach vor ein paar Wochen denke, als der Abwehrspieler Vestergard den Schuss, der sonst wohl drin gewesen wäre, in Torwrt-Manier abgewehrt hat und weder der Schiri noch der Videoassistent was gesehen haben wollten. Bisher hat man irgendwie noch nicht den Eindruck, dass die Entscheidungen durch den Videobeweis insgesamt besser und gerechter geworden wären.

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