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Bundesliga

26.02.2018

Wie leer wird die Dortmunder Südtribüne gegen den FC Augsburg?

Leere Südtribüne: Vor einem Jahr mussten BVB-Fans mussten draußen bleiben, weil es gegen Leipzig Ausschreitungen gab. Gegen den FCA bleiben viele Fanklubs freiwillig draußen.
Bild: imago

Über 350 Dortmunder Fanklubs bleiben dem Gastauftritt des FC Augsburg fern. Die Proteste gegen die umstrittenen Montagsspiele stehen mehr im Fokus als die sportliche Brisanz.

Selbst der Augsburger Flughafen nimmt Rücksicht auf den umstrittenen Montagstermin der Bundesliga. Damit die Fußball-Profis des FC Augsburg direkt nach dem Spiel am Montagabend in Dortmund noch zurückfliegen können, wurde extra das Nachtlandeverbot aufgehoben. Gegen 1 Uhr wird das Charterflugzeug in Augsburg zurückerwartet. Denn schon am Samstag spielt der FCA zu Hause gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Vier Tage Vorbereitung auf das nächste Punktspiel waren für das Luftamt Südbayern in München Grund genug, eine Ausnahme vom Nachtflugverbot (ab 22 Uhr) zu erteilen.

Jetzt ist der FCA ja nur zufällig mitten in die hitzige Diskussion geraten. Denn der FCA spielt gar nicht international, dafür Gegner Dortmund. Die Borussia mühte sich am Donnerstag mit einem 1:1 bei Atalanta Bergamo in das Achtelfinale der Euro League.

Um diesen Teams, die international auswärts tätig waren, mehr Regenerationszeit zu verschaffen, haben sich die Bundesligaklubs dem Vorschlag ihrer Dachorganisation, der DFL, angeschlossen, fünf Montagspartien abzuhalten. So die offizielle Lesart. Kritiker glauben, dass damit der Spieltag nur noch mehr zerfleddert wird, um noch mehr Geld aus den Fernsehübertragungen zu generieren.

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Bestärkt werden sie darin, dass Leipzig am vergangenen Montag in Frankfurt spielte, dann am Donnerstag zu Hause gegen Napoli und am Sonntag zu Hause gegen Köln. Regenerationszeit war da kein großes Thema. Zudem lautet das Montagsspiel am 12. März: Bremen gegen Köln.

Die Proteste der Fan-Szenen gegen die Montagsspiele sind massiv

Die Proteste der aktiven Fan-Szenen sind massiv. In Frankfurt flogen Tennisbälle, störten die Fans mit Trillerpfeifen und verzögerten damit den Anpfiff. In Dortmund wird es ruhiger zugehen. Es haben sich über 350 Fanklubs darauf verständigt, das Spiel zu boykottieren. Deswegen wird die berühmte Südtribüne jetzt zwar nicht ganz leer sein wie beim Geisterspiel vor fast genau einem Jahr. Damals waren die 25.000 Fans ausgesperrt worden, weil sich beim Heimspiel gegen Leipzig zwei Wochen zuvor viele BVB-Fans mit diffamierenden Bannern gegen das Leipziger Fußballprojekt gewendet hatten und weil es vor dem Stadion zu Gewaltattacken gegen Leipziger Anhänger gekommen war.

Dennoch werden zwischen 15.000 und 20.000 BVB-Fans nicht kommen und es so Lücken auf den Rängen und vor allem bei der Stimmung geben. Auch der Großteil der organisierten FCA-Fans boykottiert die Auswärtsfahrt. Rund 300 Karten wurden nach Augsburg verkauft.

Da rückt das Sportliche fast in den Hintergrund. Obwohl die Dortmunder unter Trainer Peter Stöger in der Bundesliga noch unbesiegt sind und mit einem Sieg wieder auf Platz zwei springen könnten, rief der schwache Auftritt in Bergamo die Kritiker auf den Plan. Denn Atalanta spielt ähnlich wie der FCA. Robust, zweikampfstark, schnelles Umschalten.

Der FC Augsburg will dem Abwärtssog entgehen

Beim FCA hat sich die Hochstimmung, die der überzeugende 3:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt ausgelöst hatte, nicht nur wegen der arktischen Minusgrade abgekühlt. Nach zwei Niederlagen in Folge geht es für Trainer Manuel Baum darum, nicht in so einen Sog zu geraten wie im Vorjahr, als er von Mitte Februar bis Mitte April aus neun Spielen fünf Punkte holte.

Auch damals fehlten zum Beispiel die Stammkräfte Alfred Finnbogason und Jeffrey Gouweleeuw. Am Montag muss Baum auch noch auf Kapitän Daniel Baier (für ihn wird wohl Jan Moravek auflaufen) verzichten. Er ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Baier kommt diese Zwangspause gar nicht so ungelegen. Denn er ist kein Freund der Montagsspiele. „Ich bin Fußballer und Kind der Bundesliga. Für mich gibt es nichts Schöneres, als am Samstag um 15.30 Uhr Fußball-Bundesliga zu schauen oder zu spielen. So bin ich aufgewachsen, so kenne ich es.“ Das sei für ihn die optimale Zeit für die Zuschauer, sagte Baier bereits kurz nach dem Stuttgart-Spiel. „Deswegen habe ich mich ein bisschen solidarisch erklärt und werde am Montag nicht nach Dortmund fahren.“ Aber Daniel Baier ist ja nicht der Einzige, der am Montagabend zu Hause bleiben wird.

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