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FC Augsburg

11.12.2019

Wie sich Fredrik Jensen beim FC Augsburg zurückkämpfte

Dass Fredrik Jensen fit ist, war gegen Mainz nicht zu übersehen.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Seit seinem Wechsel im Sommer 2018 zum FC Augsburg hatte der junge Finne mit Verletzungen zu kämpfen. Dann musste er sich hinten anstellen. Doch er gab nie auf.

Seine erste Saison beim FC Augsburg hatte sich Fredrik Jensen anders vorgestellt. Dabei durfte dr 20-Jährige gleich beim 2:1-Pokalsieg im August 2018 gegen den TSV Steinbach für den FCA ran. Es schien alles schnell zu gehen. Stefan Reuter, der Geschäftsführer Sport, hatte geschätzte drei Millionen Euro investiert, um das Talent, das mit 19 sein Debüt in der finnischen Nationalmannschaft gegeben hatte, aus seinem Vertrag mit dem finanzschwachen Erstliga-Absteiger FC Twente Enschede aus den Niederlanden herauszukaufen.

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Doch dann folgten immer wieder Rückschläge. Bänderanriss im Sprunggelenk, Gehirnerschütterung, wieder eine Sprunggelenksverletzung - am Ende hatte der junge Finne gerade einmal 204 Minuten in sechs Bundesligaspielen absolviert. „Es war physisch und psychisch eine harte Saison für mich. Wenn du nicht fit bist, ist es frustrierend“, gibt Fredrik Jensen zu.

Doch jetzt ist der 22-Jährige fit. Am Samstag beim 2:1-Heimsieg gegen den FSV Mainz 05 hat der offensive Mittelfeldspieler nun nach vier Einwechslungen ein fulminantes Startelf-Comeback nach fast genau neun Monaten gefeiert. Zuletzt war er beim Anpfiff am 9. März in Leipzig auf dem Platz gestanden.

Wie sich Fredrik Jensen beim FC Augsburg zurückkämpfte

Gegen Mainz lief es gut für FCA-Mittelfeldspieler Jensen

Schon nach zwei Minuten hätte er gegen Mainz sein erstes Tor für den FCA erzielen können. Ein als Vorlage gedachter Pass von ihm traf nur den Innenpfosten, 60 Sekunden später verpasste er eine Hereingabe von Philipp Max nur knapp. Dann folgten noch die Großchance von Marco Richter. „Wir hätten nach einer Viertelstunde schon 3:0 oder 4:0 führen müssen. Es war eine der verrücktesten Anfangsphasen in meiner Karriere“, sagt Jensen. Und er hatte als offensiver Mittelfeldspieler auf der Zehn hinter Florian Niederlechner gehörigen Anteil daran. Fast perfekt setzte er mit dem wuchtigen Oberbayern das Pressing in vorderster Linie um, sorgte immer wieder für Gefahr mit seinen Läufen in die Tiefe nach der Balleroberung.

Es war eine spektakuläre Rückkehr, ehe ihn die Kräfte verließen. Lange hatte Trainer Martin Schmidt Jensen in dieser Saison auf der Bank schmoren lassen oder erst gar nicht in den Kader berufen. Oft mit schlechtem Gewissen. Aber es war einfach kein Platz in der Startelf. Zuerst probierte er Michael Gregoritsch als zweite Offensivkraft neben dem überzeugenden Niederlechner, dann kehrte Platzhirsch Alfred Finnbogason zurück und nach dessen Schulterverletzung baute Schmidt auf Sergio Cordova.

Jensen motzte nicht, arbeitete hart auf dem Trainingsplatz

Erst als dieser während der vergangenen Woche krank pausieren musste, ließ Schmidt das nordische Energiebündel von der Leine: „Er hat seit Wochen die besten Daten, die meisten Kilometer und Sprints im Training, obwohl er nie in der Startelf stand. Das war eine Belohnung.“

Denn Jensen verhielt sich in dieser schwierigen Phase anders als mancher Kollege. Er motzte nicht, sondern arbeitete hart auf dem Trainingsplatz. Jetzt zahlt sich das aus: „Er vertraut jetzt seinem Körper, er hat ein brutales physisches Potenzial“, sagt Schmidt. Das will Jensen nach der Saison auch mit der Nationalmannschaft bei der EM nützen. Erstmals hat sich Finnland in der Geschichte für ein Fußball-Großereignis qualifiziert. Und nun nehmen in der Eishockey-Nation auch die Medien Notiz von den eigenen Fußballern im Exil. Wie vom Ex-Schalker Teemu Pukki (jetzt Norwich City), der neun von 15 Toren in der EM-Qualifikation erzielte. Oder eben auch von Fredrik Jensen.

Sportredakteur Florian Eisele (links) im Gespräch mit FCA-Reporter Robert Götz.
Video: AZ

Noch ist er im Team von Nationaltrainer Markku Kanervas, genauso wie beim FCA, keine Stammkraft. Doch das will Jensen ändern. „Mein erstes Ziel war, irgendwann in einer der größten Ligen Europas zu spielen. Das habe ich mit der Bundesliga erreicht. Jetzt will ich Stammspieler werden und so viele Spiele wie möglich machen.“

Weihnachten verbringt der Finne im heimischen Porvoo

Am liebsten gleich wieder am Freitag (20.30 Uhr, DAZN) bei der TSG 1899 Hoffenheim. „Wir wissen, dass wir an einem guten Tag jeden Gegner schlagen können“, sagt Jensen nach zehn Punkten aus den letzten vier Spielen selbstbewusst. Den Lauf will er mit seinen Kollegen auch gegen Düsseldorf und Leipzig fortsetzen.

Erst dann ist Pause. Über Weihnachten trifft sich die Familie – sein ein Jahr älterer Bruder Richard spielt beim niederländischen Zweitligisten Roda Kerkrade – zu Hause im heimischen Porvoo. Die Feiertage verbringen die Jensens dann typisch finnisch: mit Eishockey und Saunagängen.

Lesen Sie dazu auch: Fünf Gründe, weshalb der FC Augsburg aktuell so erfolgreich ist

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