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FC Augsburg

14.09.2020

Wieso FCA-Trainer Herrlich in der Offensive jetzt die Qual der Wahl hat

In dieser Szene scheitert André Hahn (links) an Celles Torwart Christof Rienass, dennoch war der 30-Jährige an diesem Tag der beste Spieler des FC Augsburg.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Das Spiel gegen Eintracht Celle nutzt André Hahn, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Diese Offensiv-Möglichkeiten hat der Trainer des FC Augsburg.

Welche Aussagekraft diese Auszeichnung besaß, darüber ließ sich diskutieren. André Hahn war in einer Begegnung zum „Man of the Match“ gekürt worden, die ungleicher hätte kaum sein können. 7:0 hatte der FC Augsburg in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen Oberligist MTV Eintracht Celle gewonnen. Körperlich, technisch und spielerisch waren die Bundesligaprofis ihres Standes wegen den Amateuren aus Niedersachsen überlegen gewesen.

Hahn war in der zweiten Hälfte an vier von fünf FCA-Treffern beteiligt, seine Wahl zum Spieler des Tages entsprang der Logik. „Ich freue mich riesig, dass ich der Mannschaft helfen konnte und dafür ausgezeichnet wurde“, sagte Hahn. Dass die Auszeichnung für Hahn von Belang war, erklären die Umstände.

Hinter Hahn liegt eine enttäuschende Spielzeit in der Bundesliga, inzwischen nimmt der 30-Jährige beim FCA die Rolle eines Ersatzspielers ein. Von Dauer soll dieser Zustand nicht sein. Das erste Pflichtspiel der Saison nutzte Hahn daher, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Der Offensivspieler profitierte teils von der wachsenden Erschöpfung der Gegenspieler, hinterließ ungeachtet dessen aber einen fitten Eindruck. Hahns 100. Pflichtspiel für den FCA hätte kaum einen besseren Verlauf nehmen können. „Ich fühle mich gut und freue mich auf die nächsten Spiele.“

FCA-Trainer Herrlich über Hahn: "Kann mich auf ihn verlassen"

Trainer Heiko Herrlich bestätigte den guten Eindruck, den der Angreifer in den vergangenen Wochen hinterlassen habe. „Seine Mentalität ist immer so, dass ich mich auf ihn verlassen kann. Ich denke, er hat eine sehr gute Vorbereitung gespielt.“

Und doch droht Hahn beim Bundesligaauftakt gegen Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr) ein weiteres Mal ein Dasein als Ersatzspieler. Denn die Konkurrenzsituation in der Offensivabteilung ist ausgeprägt.

ABWEHR: Robert Gumny kam von Lech Posen zum FC Augsburg. Der polnische Rechtsverteidiger hat einen Vertrag bis 2025.
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Bild: Klaus Rainer Krieger

Selbst der zeitweise in Ungnade gefallene Michael Gregoritsch darf wieder auf eine Zukunft im FCA-Trikot hoffen. Gegen Celle stand der 26-Jährige in der Anfangsformation, während Alfred Finnbogason dort nicht berücksichtigt wurde. Herrlich setzt im Gegensatz zu seinem Vorgänger Martin Schmidt verstärkt auf eigenen Ballbesitz, Gregoritsch, zweifelsohne ein Könner am Ball, kommt diese Spielidee entgegen. In einem längeren Gespräch haben Herrlich und Gregoritsch die Vergangenheit aufgearbeitet. Die Auftritte in der Vorbereitung geben Herrlich keinen Anlass, an der Einstellung des Österreichers zu zweifeln. „Er hat einen sehr professionellen Eindruck hinterlassen. Ich sehe in ihm einen Spieler, der sich mit dem Verein identifiziert und alles für die Mannschaft macht.“

FC Augsburg: Die Plätze im Mittelfeld und der Abwehr sind besetzt

In der Abwehr und im Mittelfeld sind die Positionen besetzt – sollte kein Spieler ausfallen. So wird Rafal Gikiewicz das Tor hüten. Davor setzt sich die Viererkette aus den Außenverteidigern Raphael Framberger und Iago sowie den Innenverteidigern Jeffrey Gouweleeuw und Felix Uduokhai zusammen. Im Mittelfeld agierten defensiv Carlos Gruezo und Rani Khedira.

Wir haben FCA-Stürmer Florian Niederlechner getroffen – und mit ihm über die kommende Bundesliga-Saison gesprochen. Hier können Sie sich die Podcast-Folge anhören:

In der Offensive indes sind längst nicht alle Entscheidungen gefallen. Nach seiner sehr erfolgreichen Premieren-Spielzeit im FCA-Trikot (13 Tore, acht Vorlagen) bleibt Florian Niederlechner als Stoßstürmer gesetzt. Wer hinter und neben dem 29-Jährigen agiert, bleibt bislang ungewiss. Einerseits beeinflusst die taktische Ausrichtung die Formation. Will Herrlich das Mittelfeld stärken oder bietet er zwei Angreifer auf? Will er abwartender spielen lassen oder Angriffsfußball praktizieren?

Herrlich hat in der Offensive ein Luxusproblem

Wie breit der Kader ist, zeigte sich gegen Celle. Obwohl mit Noah Sarenren Bazee, Eduard Löwen und Marco Richter drei Offensivspieler ausfielen, saßen Hahn, Alfred Finnbogason und Fredrik Jensen auf der Ersatzbank. Der Finne Jensen erzielte in der Schlussphase zwei Treffer, in Hälfte eins hatten Daniel Caligiuri und Ruben Vargas getroffen. Trainer schätzen ein solches Luxusproblem. „Ich will einen Kader mit 17, 18 Spielern, die um einen Platz in der ersten Elf kämpfen und in einer Topverfassung sind“, betont Herrlich.

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Bild: Ulrich Wagner

Unter den Spielern, die selten zum Zug kommen, wächst hingegen die Unzufriedenheit. Gut möglich also, dass der eine oder andere Profi den FCA in der laufenden Transferphase noch verlassen will. Bis zum 5. Oktober bleibt dafür Zeit.

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