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FC Augsburg: FCA-Sportdirektor Benjamin Weber: Der moderne Kader-Planer setzt auf Daten statt Ego

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FCA-Sportdirektor Benjamin Weber: Der moderne Kader-Planer setzt auf Daten statt Ego

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    Geschäftsführer Michael Ströll (links) vertraut auf sein sportliches Führungsduo Manuel Baum (Cheftrainer, Mitte) und Benjamin Weber (Sportdirektor)
    Geschäftsführer Michael Ströll (links) vertraut auf sein sportliches Führungsduo Manuel Baum (Cheftrainer, Mitte) und Benjamin Weber (Sportdirektor) Foto: Ulrich Wagner

    Die Gespräche, die Sportdirektor Benjamin Weber und Geschäftsführer Michael Ströll am Montag und Dienstag mit Manuel Baum unter sechs Augen führten, waren intensiv, aber nicht kontrovers. Schnell war klar, dass Baum den FC Augsburg mindestens bis 2028 als Trainer erfolgreich durch die Bundesliga führen soll. Am Mittwoch wurden dann die letzten Details telefonisch abgesprochen.

    Die wichtigste Personalfrage ist nun geklärt, jetzt kann Weber kurz durchschnaufen und sich dann der nächsten Herausforderung widmen: den FCA für die kommende Saison so aufzustellen, dass er wieder die Top Ten der Liga angreifen kann. Gleichzeitig aber auch strategische Schlüsselpositionen für den langfristigen Erfolg richtig zu besetzen.

    Benjamin Weber arbeitet mit großem Kompetenzteam

    Im Gegensatz zu vielen klassischen Ex-Profis im Management basiert der Führungsstil Webers, der am Samstag seinen 43. Geburtstag feierte, auf Datenkompetenz, flachen Hierarchien und maximaler Nahbarkeit. Beim FCA leitet Weber ein Kompetenzteam. Er arbeitet eng mit Kaderplaner Marc Lettau, Koordinator Julian Baumgartlinger, Geschäftsführer Michael Ströll und dem technischen Leiter Christoph Janker zusammen. Entscheidungen werden gemeinschaftlich, datenbasiert und in enger Absprache mit Baum getroffen. Aber am Ende der Kette trägt Weber die Verantwortung.

    Der stand als Jugendlicher sogar in der Tennis-Junioren-Weltrangliste, ehe ihn eine schwere Verletzung stoppte. Was blieb, war ein analytischer Blick. Dies ebnete ihm 2006 den Quereinstieg als Videoanalyst unter Jürgen Klopp bei Mainz 05. Dann folgte die enge Zusammenarbeit mit Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea. Weber war der Analyst im Hintergrund.

    Es ist die erste Spielzeit beim FCA, die Weber von Beginn an planen kann. Vergangene Saison kam er erst Anfang August vom SC Paderborn nach Augsburg. Die Personalie Sandro Wagner war da längst entschieden.

    Die heutige Transferstrategie von Weber ist eine Weiterentwicklung seiner zweieinhalbjährigen, erfolgreichen Arbeit beim SC Paderborn (Januar 2023 bis Juni 2025) mit Schlagwörtern wie „Kaufen, Entwickeln, Verkaufen“, „Vorsorge statt blinder Aktionismus“, „Flexibilität und Erhöhung des Konkurrenzkampfes“ und „antizyklisches Reagieren“.

    Erster Neuzugang kommt von RB Leipzig

    Zu dieser Strategie passt auch der erste Neuzugang: der 18-jährige Stürmer Faik Sakar, der ablösefrei von RB Leipzig verpflichtet wurde. Dass die Kaufoptionen bei Michael Gregoritsch (rund 500.000 Euro, Brøndby IF) und Rodrigo Ribeiro (fünf Millionen, Sporting Lissabon) gezogen werden, gilt als sicher. Bei Ismaël Gharbi (SC Braga), Arthur Chaves (Hoffenheim) und Yannik Keitel (Stuttgart) ist wohl noch keine Entscheidung gefallen.

    Drei Abgänge stehen schon fest

    Fakt sind hingegen die Abgänge von Elvis Rexhbecaj, dessen Vertrag ausläuft und der zum VfL Wolfsburg wechselt. Und von Torhüter Nummer drei, Daniel Klein. Leihspieler Maximilian Bauer wird zu Arminia Bielefeld wechseln, da nach dem Zweitliga-Klassenerhalt eine Kaufpflicht-Klausel aktiviert wurde.

    Um Dimitrios Giannoulis buhlen AEK Athen und PAOK Saloniki

    Zu konkretisieren scheint sich jetzt auch ein Wechsel von Linksverteidiger Dimitrios Giannoulis. Griechische Medien berichten, dass AEK Athen und PAOK Saloniki um den griechischen Nationalspieler buhlen. Der FCA würde dem 30-Jährigen, dessen Frau in Augsburg nie heimisch werden konnte, trotz eines Vertrags bis 2028 keine Steine in den Weg legen. Wenn die Ablösesumme stimmt. Giannoulis kam im Sommer 2024 ablösefrei von Norwich City. Heiße Transferkandidaten sind auch Alexis Claude-Maurice oder Kristijan Jakic.

    Es wartet also viel Arbeit auf Benjamin Weber bis zum Saisonstart am 28. August und sicher Gespräche, die nicht so harmonisch verlaufen wie mit Manuel Baum.

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