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FC Augsburg vs. VfL Wolfsburg: Premiere für Cedric Zesiger

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Wie viel Spielzeit bekommt Zesiger unter FCA-Trainer Baum? „Ich nehme den Konkurrenzkampf an“

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    Cedric Zesiger mit seinem Sohn Eliano Miles auf dem Weg zu den FCA-Fans.
    Cedric Zesiger mit seinem Sohn Eliano Miles auf dem Weg zu den FCA-Fans. Foto: Kolbert-press

    Wenn man sich mit Cedric Zesiger über seinen Schweizer Landsmann Marco Odermatt unterhält, dann kommt der Fußball-Profi des FC Augsburg ins Schwärmen. „Er ist immer noch der größte Name in der Schweiz, auch wenn er jetzt bei den Olympischen Spielen nicht so erfolgreich war, wie alle sich das gewünscht hätten. Ich hatte das Glück, ihn mit der Nationalmannschaft kennenzulernen. Wir konnten uns mit ihm austauschen und er hat mit uns trainiert. Aber auch von Allmen hat eine gute Qualität.“ Der teaminterne Herausforderer Franjo von Allmen hat Platzhirsch Odermatt in Südtirol mit drei Goldmedaillen in den Schatten gestellt.

    Natürlich verfolgt Zesiger, in Meyriez (Kanton Freiburg) geboren, die Olympischen Spiele so gut es geht, und natürlich freut er sich über jede Medaille für die Schweiz, doch sein Fokus liegt ausschließlich auf dem Spiel mit dem FCA am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg.

    Denn für den 27-Jährigen ist es die erste Rückkehr in die Volkswagen-Arena seit seinem Wechsel im Januar 2025 vom VfL zum FC Augsburg. Das Rückspiel in der vergangenen Saison gewann der FCA Mitte März mit Zesiger in der WWK-Arena mit 1:0. Anfang Oktober besiegte der FCA den VfL ebenfalls zu Hause mit 3:1. Zesiger freut sich: „Es ist für mich schon noch ein besonderes Spiel. Ich kenne noch viele Leute, habe noch mit einigen Kontakt. Aber ich spiele schon lange genug Fußball und habe schon genügend Spiele gegen Ex-Vereine absolviert. Ich weiß, wie ich die Sache angehen muss.“

    Die ersten sieben Spiele mit Cedric Zesiger blieb der FCA ohne Gegentor

    Die beiden Partien gegen Wolfsburg stehen sinnbildlich für die Aufs und Abs von Zesiger in seinen eineinhalb Jahren beim FCA. Mitte März war Zesiger unter Trainer Jess Thorup gesetzt. Der Schweizer kam, sah und siegte. In den ersten sieben Spielen nach seinem Wechsel im Winter blieb er mit seinem Team in der Bundesliga siebenmal in Folge ohne Gegentor. 

    Doch als Thorup ging und Sandro Wagner kam, änderte sich auch für Zesiger vieles. Thorup hatte auf eine disziplinierte Defensive gesetzt, in der Zesiger seine Stärke, das 1:1 auf engem Raum, voll ausspielen konnte. Wagner dachte offensiv, die gegnerischen Stürmer hatten viel Platz, entschieden zu viel Platz. Der wuchtige Zesiger kam gegen quirlige Stürmer oft ins Schwimmen.

    Cedric Zesiger und der Spielstil von Sandro Wagner passen nicht zusammen

    Er spielte immer weniger. Beim 3:1 waren es gerade mal sechs Minuten auf dem Platz. Darauf angesprochen, antwortet der Schweizer professionell: „Das erste halbe Jahr lief sehr gut für mich. Zum Saisonstart hatte ich ein paar schwierige Monate, jetzt läuft es wieder besser, sowohl insgesamt als auch für mich persönlich. Ich arbeite täglich dafür, dass es so weitergeht.“

    Seit Manuel Baum im Dezember Wagner ablöste, sind wieder klare Abläufe in die Defensivarbeit beim FCA eingekehrt, steht der FCA wieder tiefer und Zesiger ist wieder mehr gefragt. Beim 1:0 gegen Heidenheim war er ein Garant dafür, dass die Null stehenblieb.

    Sein Konkurrent Arthur Chaves startet mit einem Tor gegen den FC Bayern München

    Ob er allerdings in Wolfsburg wieder in der Startelf stehen wird, ließ FCA-Trainer Manuel Baum bei der Spieltagskonferenz offen. Denn im Januar reagierte der FCA auf die langfristige Verletzung von Chrislain Matsima und lieh Arthur Chaves von der TSG Hoffenheim aus. Der Brasilianer stand gegen die Bayern gleich in der Startelf und erzielte ein Tor. Zesiger ist aber gewillt, den Kampf anzunehmen: „Es war klar, dass nach der Verletzung von Chrislain noch etwas passiert. Das gehört zum Fußball. Ich bin lange genug dabei, um zu wissen, wie ich damit umgehe. In den vergangenen Partien habe ich wieder viel gespielt. Ich nehme den Konkurrenzkampf an und am Ende zählt die Leistung auf dem Platz.“

    Er will beweisen, dass die vier Millionen Euro Ablöse gerechtfertigt sind, die der FCA an Wolfsburg überwiesen hat. Ende Mai hatte der FCA die Kaufoption gezogen, Zesiger einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Auch, weil er sich mit seiner Freundin Seline in Augsburg wohlfühlt. Hier wurde sein Sohn Eliano Miles geboren, der vor wenigen Tagen seinen ersten Geburtstag feierte. „Wenn man sein Kind in einer Stadt aufwachsen sieht, dann ist das sehr speziell. Ich habe immer wieder betont, auch als es sportlich für mich nicht so gelaufen ist, dass wir uns mit der Stadt Augsburg, dem FCA und den Menschen sehr verbunden fühlen.“

    Cedric Zesiger kennt sportliche Krisen beim VfL Wolfsburg aus eigener Erfahrung

    Zesiger will das auch auf dem Platz zeigen und mit dem FCA Erfolg haben. Er weiß aber, dass der FCA sich jeden Sieg hart erarbeiten muss, auch wenn die Ansprüche nach dem guten Auftakt im Jahr 2026 gestiegen sind. „Wenn wir die Leistung nicht auf den Platz bringen, wird es schwierig. Das haben wir in Mainz gesehen. Wir müssen in Wolfsburg die gleiche Mentalität wie gegen Heidenheim und den FC St. Pauli zeigen. Wir müssen zeigen, dass wir auch gewinnen können, wenn es fußballerisch nicht so läuft. Wir haben in den vergangenen Wochen viele wichtige Punkte geholt. Wenn wir die Basics auf den Platz bringen, können wir aus Wolfsburg drei Punkte mitbringen.“

    Dass Wolfsburg sportlich in der Misere steckt, ist für ihn nicht überraschend. Das kennt er aus eigener Erfahrung. Er warnt aber, den VfL zu unterschätzen. „Auch als ich noch in Wolfsburg gespielt habe, war es schon schwierig sportlich. Wolfsburg verfügt über eine hohe individuelle Qualität und hat noch mal ganz andere Möglichkeiten. Es wird ein großer Kampf. Wir müssen einen aktiven und mutigen Fußball spielen.“

    Samuel Essende und die Young Boys Bern, das könnte passen

    Dass Samuel Essende da nicht mehr dabei ist, versteht Zesiger. Der Stürmer aus der DK Kongo ließ sich am letzten Transfertag in der Schweiz zu den Young Boys Bern transferieren. Essende muss spielen, will sich mit dem Kongo für die WM im Sommer qualifizieren. In der Schweiz sieht er da mehr Möglichkeiten. Bei dem Klub, bei dem Zesiger seine Profilaufbahn begann. „Ich glaube, dass es bei den Young Boys gut passen kann, für beide Seiten. Ich wünsche Samuel nur das Beste. Vor allem in Hinblick auf die WM-Play-offs und dann hoffentlich auch auf die WM.“

    Vielleicht trifft Zesiger dort wieder auf Essende. Die Schweiz ist qualifiziert. Doch um zur WM fahren zu dürfen, muss Zesiger beim FCA spielen. Dafür tut er alles. Und vielleicht sitzt dann ja Marco Odermatt vor dem TV und drückt für die Schweiz und Cedric Zesiger die Daumen.

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