Der FC Augsburg erwies sich am Ende dann doch als netter Gast. Beim Fastnachtspiel beim FSV Mainz 05 versuchten die Augsburger lange die Partystimmung zwar zu stören. Doch am Ende unterlag man nach zwei Elfmetertoren mit 0:2 (0:1) und muss nun wieder nach hinten blicken. Denn da ist Mainz bis auf einen Punkt herangerückt.
Als die Aufstellung des FCA kurz vor dem Spiel bekannt wurde, gab es doch eine Überraschung: Offensivspieler Mert Kömür rückte für Fabian Rieder in die Startelf. Gegen St. Pauli saß der 20-Jährige noch 90 Minuten auf der Bank und vor wenigen Tagen stand sogar ein Wechsel zu Besiktas Istanbul im Raum. „Klar ist die Spielzeit, die er gerade bei uns hat, nicht das, was er sich vorstellt. Aber er ist definitiv eine Option auch fürs Wochenende – ob von Beginn an oder nicht, das ist eigentlich jede Woche so. Ich bin überzeugt: Eine Karriere wird nie stetig verlaufen. Diese Situationen, wenn man mal weniger Spielzeit hat, sind entscheidend dafür, wie man damit umgeht. Das macht er gerade ganz gut“, hatte FCA-Trainer Manuel Baum die Situation von Kömür beschrieben.
Und wurde am Samstag belohnt. „Er passt gut zu diesem Gegner“, erklärte Baum den Wechsel. Allerdings konnte Kömür im Abnützungskampf auch keine großen Akzente setzen.
Fastnachtsspiel: Viele Mainzer Fans kamen maskiert ins Stadion
Wer holt sich den dritten Sieg in Serie? Es war das Duell der beiden Höhenflieger nach der Winterpause. In der Jahrestabelle 2026 sind beide Mannschaften eher Champions-League- als Abstiegskandidaten. Unter Manuel Baum sammelte Augsburg in acht Partien bereits mehr Zähler (zwölf) als mit Vorgänger Sandro Wagner in zwölf Spielen (zehn).
Die ultimative Kraftprobe im Kellerduell wurde genau zu dem, was beide Trainer vorhergesagt hatten. Ein zähes Ringen um jeden Millimeter Vorteil. „Es wird ein ekliges, enges Spiel. Wir müssen die Basics abrufen“, hatte der Mainzer Trainer Urs Fischer orakelt. Ähnlich hatte es Manuel Baum versprochen. „Das wird wirklich eine Schlacht werden.“
Die Partie war als Fastnachtsspiel deklariert. Viele Mainzer Fans kamen maskiert ins Stadion. Rund um das Spiel herrschte ausgelassene Stimmung. Für die über 1000 mitgereisten FCA-Fans alles etwas befremdlich. Doch auf dem Platz ging es von Beginn an zur Sache.
Nadiem Amiri traf für den FSV Mainz 05 in der achten Minute
Und schon nach acht Minuten konnten die Mainzer Fans unter den 31.111 Zuschauern jubeln. Einen weiten Einwurf von Danny da Costa konnte der FCA nicht richtig klären. Beim zweiten Versuch kam Elvis Rexhbecaj im eigenen Strafraum etwas zu spät und streifte dabei den Mainzer Stefan Bell, wenn überhaupt hauchzart am Knie. Bell, eigentlich kein zartbesaiteter Profi, ging mit etwas Verzögerung zu Boden. Das reichte für Schiedsrichter Patrick Ittrich, um auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Über drei Minuten überprüfte der VAR in Köln völlig humorlos die Szene und bestätigte dann Ittrich, der es nicht für nötig befand, sich die Szene noch einmal selbst anzuschauen. Die FCA-Verantwortlichen verstanden die Welt nicht mehr, war es doch die zweite mehr als fragwürdige Elfmeterentscheidung gegen die Augsburger innerhalb einer Woche. Nadiem Amiri war das egal, er verwandelte sicher zum 1:0 (8.) für die Gastgeber. Gegen Pauli konnten sie die Partie noch drehen. In Mainz gelang das diesmal nicht mehr.
Danach sah es zunächst aber nicht aus. Denn der FCA schüttelte sich, übernahm das Kommando und beschäftigte FSV-Torhüter Daniel Batz ordentlich. Alexis Claude-Maurice prüfte ihn mit zwei gefährlichen Weitschüssen (10. und 29.) und Mert Kömür scheiterte mit einer Hereingabe an Batz.
Zweiter Treffer von Nadiem Amiri in der 80. Minute
Nach einer halben Stunde beruhigte sich die Partie. Beide Teams verhakten sich ineinander, außer intensiven Zweikämpfen brachten weder Mainz noch der FCA auf dem schmierigen Untergrund bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr viel zusammen.
Nach dem Wechsel kam Mainz etwa besser ins Spiel. Nach 57 Minuten reagierte FCA-Trainer Manuel Baum und versuchte mit einem Dreifachwechsel mehr Schwung und Torgefahr in die eigenen Aktionen zu bringen. Unter anderem feierte Neuzugang Rodrigo Ribeiro sein Bundesliga-Debut. Und tatsächlich drückte der FCA mit viel Aufwand die Mainzer zurück. Doch an Torhüter Batz gab es an diesem Nachmittag kein Vorbeikommen. In der 76. Minute tauchte Kömür vor ihm auf und scheiterte. Anstatt 1:1 hieß es vier Minuten später 2:0.
Anton Kade hatte Nadiem Amiri im eigenen Strafraum zu Fall gebracht. Ittrich zeigte diesmal zurecht wieder auf den Punkt und Amiri verwandelte wieder sicher zum 2:0 (80.) Der Rest war Mainz, wie es singt und lacht.
Der FCA spielt nun am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) in der WWK-Arena gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Ein Sieg sollte her, sonst ist der Kater nicht erst am Aschermittwoch heftig.
FCA Dahmen – Banks (46. Zesiger), Schlotterbeck, Chaves - Massengo, Rexhbecaj (57. Jakic) - Wolf (57. Kade), Claude-Maurice, Kömür, Fellhauer (80. Rieder)– Gregoritsch (57. Ribeiro)
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