Die Verantwortlichen haben sich Zeit genommen. Seit Montag saßen die Bosse des FC Augsburg zusammen, um über die Position des Cheftrainers zu beraten. Geschäftsführer Michael Ströll, Sportdirektor Benjamin Weber und Trainer Manuel Baum hatten vereinbart, die Tage nach Saisonschluss für diese Gespräche zu nutzen. Die Frage war: Bleibt Baum Cheftrainer oder wechselt er in seine ursprüngliche Rolle als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation zurück?
Seit dem Mittwochabend gibt es eine Antwort: Baum bleibt Cheftrainer. Der 46-Jährige erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag, sein Co-Trainerteam bleibt weitgehend bestehen. Alexander Frankenberger, Frank Fröhling und Felix Kling bleiben Co-Trainer, Benjamin Brust Spiel- und Videoanalyst. Mit Michael Weirich kommt allerdings ein neuer Torwarttrainer hinzu, der Marco Langner ersetzt. Langners Vertrag läuft in diesem Sommer aus, er wurde nicht verlängert.
„Nachdem wir in unseren Gesprächen festgestellt haben, dass Manuel für die Aufgabe als Cheftrainer weiterhin zur Verfügung steht und diesen Schritt gerne gehen möchte, war uns klar, dass wir dies umsetzen möchten“, sagte Michael Ströll. Und Benjamin Weber fügte an: „Manuel hat im Herbst 2025 in einer schwierigen Phase gemeinsam mit dem Trainerteam den Turnaround geschafft. Wir sind überzeugt, dass wir in dieser Konstellation eine sehr gute Basis für eine gemeinsame erfolgreiche Zukunft haben.“
FC Augsburg: Aus der Zwischenlösung Manuel Baum wurde schnell mehr
Überraschend kam die Trainer-Entscheidung nicht, wenngleich klar war, dass Baum auch in seiner ursprünglichen Rolle ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Klubs ist. Ströll hält ihn auf dieser strategischen Position für einen der Besten Deutschlands. Baum aber hat auch als Cheftrainer überzeugt.
Er hat die Mannschaft seit seiner Übernahme Anfang Dezember stabilisiert und weiterentwickelt. Und er hat in den Gesprächen am Montag und Dienstag überzeugend vorgetragen, dass er weiter Trainer bleiben möchte. „Auch wenn die Planungen bei meiner Rückkehr als Leiter Entwicklung und Innovation andere waren, so hat mir die tägliche Arbeit mit der Mannschaft, dem Staff und Trainerteam in den vergangenen Monaten so viel Spaß gemacht, dass ich den eingeschlagenen Weg im Team gerne fortsetzen möchte“, sagte Baum.
Zunächst hätte der 46-Jährige nach der Trennung von Sandro Wagner nur bis Weihnachten als Cheftrainer aushelfen sollen. Weil die ersten drei Partien allerdings eine positive Entwicklung andeuteten, einigte man sich auf einen längeren Zeitraum bis Sommer. Mit der Sicherheit, dass Baum im Anschluss wieder als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation tätig werden könnte. Allerdings ging die positive Entwicklung unter ihm weiter, sodass schnell klar wurde, dass Baum auch über den Sommer hinaus Cheftrainer bleiben könnte. Zumal er selbst großen Gefallen an diesem Job hat.
Baum musste für sich abwägen: Lieber weiter im Rampenlicht als Chefcoach stehen, mit der Gefahr, bei Nichterfolg den Job zu verlieren, oder die Sicherheit des strategischen Jobs genießen? Seine Wahl fiel auf die erste Option. Auch die Augsburger Verantwortlichen sahen ihn letztlich in dieser Rolle. Weil sie über die vergangenen Wochen und Monate ein immer besseres Gefühl entwickelt hatten, dass Baum der genau richtige Mann auf diesem Posten ist. Beiden Seiten war also schnell klar, dass es gemeinsam in dieser Konstellation weitergehen soll.
Nun also herrscht Klarheit auf einer wichtigen Position, die Planungen für die neue Saison können also weiter vorangetrieben werden. Zunächst einmal aber steht Urlaub an, Weber zieht es ab Samstag in die Ferne. Abschalten vom Alltag, der mit einer Enttäuschung in Berlin geendet hatte. Aber nichts an einer erfolgreichen FCA-Saison änderte.
Nun sucht der FC Augsburg einen Fachmann für Manuel Baums alte Stelle
Durch Baums feste Beförderung an die Seitenlinie wird im Hintergrund nun die Position des Leiters für Entwicklung und Innovation frei. Die Verantwortlichen werden die Suche in Ruhe angehen, ebenso wie sie es mit der Trainerfrage getan hatten. Obwohl schnell klar war, dass die Wahl auf Baum fallen würde, wären die Bosse auch für einen anderen Fall gewappnet gewesen. Sie beobachten den Trainermarkt ähnlich intensiv wie den Spielermarkt. Mit Baum hatten sie dort den richtigen Mann schon an der richtigen Stelle.
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