Mit einer kurzen Whatsapp könnte es getan sein. Vielmehr brauche es womöglich gar nicht. Keine langwierigen Gespräche oder Verhandlungen. Man kenne sich, man wisse, was man aneinander habe. Eine kurze Nachricht also, dass es gemeinsam weitergeht. Darüber jedenfalls würde sich Michael Gregoritsch freuen. Bislang aber ist die bei ihm aus der Führungsriege des FCA noch nicht angekommen. Es eile aber auch nicht, betonte Gregoritsch am Samstag nach dem 3:1-Erfolg der Augsburger bei Werder Bremen.
Derzeit ist der Österreicher von Bröndby IF zum FC Augsburg ausgeliehen. Im Winter war er zu seinem alten Arbeitgeber auf Zeit zurückgekehrt. Daraus könnte nun eine längere Bindung werden. Weil Gregoritsch sich sehr wohlfühlt. Und weil er die ihm angedachte Rolle bestens ausfüllt. „Ich weiß, was ich zu tun habe. Die Mannschaft weiß, was ich zu tun habe und weiß, was ich kann. Wir haben uns von Tag eins sehr gut eingespielt“, sagte der 33-Jährige.
Gregoritsch ist kein Stürmer, der von seiner Schnelligkeit lebt. Er setzt seine Körperlichkeit ein, baut auf seine Fähigkeit, Bälle zu halten oder per Fuß und Kopf an seine Kollegen zu verteilen. Am Samstag hat er das häufig gezeigt. Aber auch, dass er Räume erkennt und die Bälle perfekt dorthin spielen kann. Wie beim Führungstreffer durch Anton Kade, als der Ball von Gregoritsch hinter die Abwehrkette gespielt wurde. Eine Vorlage, die Kade kaltschnäuzig nutzte.
Der FCA spielt eine seiner besten Saisons
3:1 hieß es am Ende für den FCA. Ein verdienter Sieg sei das gewesen. Noch wichtiger aber war Gregoritsch zu betonen, dass es der Mannschaft gelungen sei, ein Laster der vergangenen Jahre abzulegen. Nämlich den Eindruck, dass sie bei einem erreichten Ziel schlagartig nachlasse und sich nicht mehr voll engagiere. Ein Vorwurf, der in dieser Saison nicht mehr zutrifft. „Das haben wir eindrucksvoll widerlegt“, sagte Gregoritsch.
Von Tag eins seiner Leihe im Winter habe er sich wohlgefühlt. Dort, wo er unter Manuel Baum schon einmal erfolgreiche Zeiten erlebt hatte. So wie jetzt wieder. Die Augsburger werden eine ihrer besten Saisons der Bundesliga-Zugehörigkeit spielen. Auch dank Baum, der im Winter den Umschwung geschafft hat, nachdem er den Job von Sandro Wagner übernommen hatte. „Ist doch klar, dass sein Anteil riesengroß ist“, sagte Gregoritsch. Die Stimmung in der Mannschaft sei perfekt. „Man muss nur schauen, wie wir spielen, wie wir Gas geben und wie wir uns gemeinsam freuen“, sagte der Österreicher.
Seine Zukunft ist ebenso noch nicht gesichert wie die von Baum. Der Trainer könnte im Sommer auf seinen eigentlichen Posten als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation zurückkehren. Oder eben Chefcoach bleiben. Die Entscheidung soll nach dem letzten Saisonspiel getroffen werden – nach gemeinsamen Analysen und Gesprächen. Schneller könnte es bei Gregoritsch gehen.
Beide Seiten wüssten, was sie einander hätten, so der Österreicher. „Es ist kein Geheimnis, dass es gut funktioniert“, sagte er. Er habe großen Spaß an seinem Job beim FCA. Und damit die Hoffnung, dass der gemeinsame Weg weitergeht. „Am Ende entscheiden die Verantwortlichen“, sagte er. Und zwar die Augsburger, dank einer Kaufoption. Damit ist Bröndby vorerst aus dem Mitspracherecht raus.
Das Zusammenspiel mit Kade wird immer besser
Die Zeichen stehen auf eine weitere Zusammenarbeit. Weil Gregoritsch mit seiner Erfahrung und Routine auch in der Kabine ein wichtiger Faktor ist. Weil er sich um die Stimmung sorgt und dafür, dass sich auch neue Akteure gut aufgenommen fühlen. Auch sportlich ist sein Wert groß, wie er nicht zuletzt am Samstag zeigte. Vor allem das Zusammenspiel mit Kade funktioniert immer besser. Die beiden verstehen sich auch außerhalb des Platzes sehr gut, wie Kade am Samstag erzählte.
Zwei Partien stehen in dieser Bundesliga-Saison noch an. Der FCA empfängt Mönchengladbach und muss am letzten Spieltag zu Union Berlin. „Wir haben noch ein bisschen was vor in dieser Saison“, sagte Gregoritsch. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, noch weiter nach oben zu schnuppern. Also die Saison besser zu beenden als auf dem derzeitigen neunten Platz. „Was am Ende rauskommt, weiß man nicht. Selbst im Notfall – und ich sag's nicht gerne, weil es ein schlechter Schlusssatz ist: aber selbst wenn wir zweimal verlieren, ist es eine Top-Saison.“
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren